06.06.2014 (Doc Storage)
3.4 von 5, (5 Bewertungen)

Was bringt PCI Express als HDD-Schnittstelle?

Leserfrage: Auf der Computex werden die ersten PCI-Express-Festplatten gezeigt. Der Vorteil sollen höhere Geschwindigkeiten und ein geringerer Energieverbrauch sein. Wie wird diese Geschwindigkeit erreicht und mit welchen Werten darf man in der Praxis rechnen? Wieso wird über PCI-Express weniger Energie verbraucht, als über den SATA-Anschluss? Auch wenn der neue Anschluss noch ein Blick in die Zukunft ist, sehen wir hier das nahende Ende der herkömmlichen HDD-Schnittstellen?

Antwort Doc Storage:

Die höhere Geschwindigkeit von PCI-Express-Geräten, egal ob nun von »gewöhnlichen« Festplatten oder SSDs, wird vor allem durch den höheren Durchsatz der genutzten Schnittstelle erreicht. Während SAS oder SATA mit lediglich sechs Gbit/s Daten transportieren, also mit rein theoretisch maximal 768 MByte/, erreicht PCI-Express im x16-Standard fast 16 GByte/s. Natürlich wird es schwer, die Daten tatsächlich mit dieser Geschwindigkeit aus den rotierenden Medien auszulesen, allerdings versprechen die von den Herstellern angegebenen Transferraten zwischen Schreib-Lese-Kopf und Plattenlogik angegebenen bis zu acht GByte/s, was ungefähr dem x8-Standard entsprechen würde.

Damit würden diese Medien also zehnmal schneller sein als die herkömmlichen Platten. wie gesagt - rein theoretisch. Woher die Hersteller allerdings die Hoffnung nehmen, dass diese Platten weniger Energie verbrauchen sollen als die bekannten Laufwerke, ist kaum ersichtlich. Der größte Teil der aufgenommenen Leistung geht in den mechanischen Teil des Laufwerkes, und dieser unterscheidet sich nach ersten technischen Beschreibungen kaum bis überhaupt nicht von dem der SATA- oder SAS-Lösungen.

Ich denke, dass wir hiermit noch nicht das Ende der herkömmlichen HDD-Schnittstelle kommen sehen. Erstens wird kaum jemand über die Servertechnik verfügen, sich zwei oder mehr PCI-Express-Platten einzubauen, und zweitens geht die Tendenz bei den persönlichen Rechnern immer mehr zu tragbaren Geräten. Diese bieten zwar auch Mini-PCI-Express-Steckplätze, allerdings wäre die dann externe Platte zu unhandlich und das System selbst würde in kaum einem Fall die Leistung aufbringen, die die Nutzung der neuen Technologie rechtfertigt. Alles in allem dürfte die SSD mit 6- oder den kommenden breiteren SATA- oder SAS-Schnittstellen in den meisten Fällen die bessere Alternative darstellen.

Gruß
Doc Storage

Stellen Sie Ihre Frage
Doc. tec. Storage beantwortet alle Ihre technischen Fragen zu Storage, Backup & Co.

Stellen Sie Ihre Frage an: DocStorage@speicherguide.de

Mehr von Doc. tec. Storage 12.04.2019 Dateisysteme für den PByte-Bereich

Datenberge jenseits des PByte-Bereichs, Cloud-Anbindungen und Analytics-Szenarien stellen Dateiysteme vor neue Herausforderungen. Der Markt bietet einige Optionen wie GPFS, Gluster FS, OneFS oder QF2. Worauf gilt es zu achten?


05.04.2019 Neuordnung des Storage-Tiering

Nachdem sich Flash und SSDs mittlerweile auch in mehrere Leistungsklassen unterteilen, steht die Technik nicht mehr nur für Tier 0. 15k-HDDs scheinen vor dem Aus zu stehen. Gilt dies auch für alle SAS-Platten? Wie sieht die Neuordnung des Storage-Tiering aktuell aus?


15.03.2019 30 Jahre World Wide Web: Was gibt es zu feiern?

Das World Wide Web feiert seinen 30. Geburtstag. Ohne dem Internet ist unser heutiges Leben nicht mehr vorstellbar. Für Doc Storage hat das Netz aber auch genug Schattenseiten. An Regulierungen bzw. an das vom Erfinder erhoffte bessere Internet, glaubt er nicht.


08.03.2019 Datenanordnung im RAID 10 mit 8 Platten

In einem Server wird ein RAID 10 mit acht Festplatten unter Windows 2008 R2 betrieben. Nun ist ein Laufwerk ausgefallen. Da sich nur wenige Daten auf den HDDs befinden, besteht die Möglichkeit, dass die defekte Platte eventuell gar keine Daten enthält?


22.02.2019 Welcher RAID-Level für welche Anwendung?

Gibt es eigentliche eine Faustregel, welches RAID-Level für welche Anwendung am besten geeignet ist? Ich denke da zum Beispiel an Datenbanken mit sehr vielen Zugriffen bei relativ kleinen Datenmengen oder an Webserver und als Extrem auf der anderen Seite Bild-Datenbanken, Audio-Server beim Rundfunk, Video-Archive mit sehr hohen Datenvolumen.


15.02.2019 Was sagt DWPD über SSDs aus?

Im Zusammenhang mit (Enterprise-)SSDs wird oft die Qualitätsgröße DWPD (Drive Writes Per Day) genutzt. Meist wird die Angabe auch für einen Zeitraum von fünf Jahren spezifiziert. Was sagt DWPD genau aus und mit welcher Standard-Lebensdauer darf man rechnen?

powered by
Boston Server & Storage Solutions Datacore Software
Fujitsu Technology Solutions GmbH Seagate Technology
N-TEC GmbH FAST LTA AG