17.06.2016 (Doc Storage)
4.5 von 5, (4 Bewertungen)

Sind DCIM-Tools auch in kleinen RZs sinnvoll

Leserfrage: Das kleine Rechenzentrum (ein 42U-Schrank) in unserer kleinen Firma ist jetzt proppenvoll. Das nächste Rack bahnt sich an. Die Vertriebler, die bei mir auf der Matte stehen, meinen, ich käme nun nicht mehr um DCIM-Tools (Data Center Infrastructure Management) herum. Brauch ich die wirklich jetzt schon? Ich dachte immer, DCIM wäre nur was für richtig große Datacenter. Und wenn ja: Auf welche Feature-Set müsste ich bei der Auswahl aufpassen?

Antwort Doc Storage:

Wie Sie schon selbst sagen, ist dies (noch) kein Rechenzentrum, sondern ein einziger Schrank. Es kommt bei der Erwägung, nun bei der Erweiterung auf einen zweiten Schrank bereits ein Verwaltungswerkzeug einzusetzen, natürlich vor allem darauf an, was auf in diesen 42 plus X Höheneinheiten überhaupt verbaut ist. Sind es ein oder mehrere Rechner, liefern die entsprechenden Hersteller mit Sicherheit bereits entsprechende Werkzeuge zur Fernüberwachung mit. Genauso steht es mit Speichersystemen und Netzwerkgeräten, die heute alle über entsprechende Webschnittstellen verfügen.

Ich denke, für eine so überschaubare Anzahl an Geräten sollte es reichen, sich seinen zentralen Dienst auf Basis von SNMP (Simple Network Management Protocol) einzurichten, welcher die entsprechenden Meldungen der Systeme sammelt, bewertet und in einer Liste zur Verfügung stellt. Die meisten Intel-basierten Server-Betriebssysteme stellen entsprechende Werkzeuge schon in der Grundausstattung zur Verfügung, so dass man hier nicht auch noch Geld für übertriebene und unnötige Verwaltung ausgeben muss.

Denn, wenn man ehrlich ist, will man drei Dinge – erstens nicht alle paar Stunden in den Rechnerraum laufen müssen, um sich vom einwandfreien Zustand der Systeme zu überzeugen, zweitens den Zustand der Geräte zentral überwachen können und drittens per E-Mail über eventuell notwendige Eingriffe informiert werden. Wie bereits angeführt, stellen diese Dienste alle heutigen Client-Server-Betriebssysteme zur Verfügung. Wenn man mich fragt, würde ich diese Investitionsgelder lieber in eine richtig gute Kaffeemaschine für die Mitarbeiter stecken, als sie in den Rachen dieses Vertrieblers zu werfen.

Gruß
Doc Storage

Stellen Sie Ihre Frage
Doc. tec. Storage beantwortet alle Ihre technischen Fragen zu Storage, Backup & Co.

Stellen Sie Ihre Frage an: DocStorage@speicherguide.de

Mehr von Doc. tec. Storage 16.10.2020 Welchen Stellenwert haben DMTF Redfish und SNIA Swordfish?

Die neuen Versionen von DMTF Redfish und SNIA Swordfish enthalten nun NVMe- und NVMe-oF-Spezifikations-Verbesserungen. Da stellt sich die Frage nach dem Stellenwert der beiden Spezifikationen. Doc Storage sieht hier aber großes Potenzial.


09.10.2020 Was ist ein Ingress- und Egress-Datenverkehr?

Der Datenverkehr unterliegt in Netzwerken und der Cloud einem definierten Regelwerk. Dabei fallen mitunter auch die Begriffe Ingress und Egress. Doc Storage erklärt die Bedeutung.


28.08.2020 Kommt mit QLC-Flash das Ende hybrider Speichersysteme?

Die ersten Arrays mit QLC-Flash-Technologie kommen auf den Markt. Einige Hersteller prophezeien durchaus vollmundig das Ende von hybriden Speichersystemen, also solchen mit Flash und Festplatten. Ist dieses Ende tatsächlich absehbar oder wie sieht die Zukunft in diesem Bereich aus?


21.08.2020 Mehr in die Zukunft agieren, weniger jammern

Jammern ist gerade irgendwie in Mode. Der Virus, der Markt, die Geschäfte – natürlich ist es aktuell schwierig. Für die Kunden gestaltet sich vieles aber positiv, braucht es doch weniger Manpower, um Produkte und Lösungen in Betrieb zu nehmen. Das macht sich im Geldbeutel bemerkbar. IT-Anbieter müssen künftig nicht nur in Studien in die Zukunft schauen, sondern sich generell schneller anpassen und auf neue Gegebenheiten reagieren.


07.08.2020 Marktstudien: Ergebnisse meist zu offensichtlich

Marktstudien belegen in der Regel bekannte Trends, mehr nicht. Wirkliche Erkenntnisse oder Neues fördern sie, laut Doc Storage, nicht zu Tage. Dies belegt er anhand zweier aktueller Beispiele: Die Analysekriterien sind schwammig, die Argumente eher fadenscheinig und die Resultate offensichtlich. Zudem sei fragwürdig, in wie weit Sponsoren die Ergebnisse beeinflussen.


31.07.2020 Business-Continuity: Zu viele Firmen unvorbereitet auf K-Fall

Jüngste Studien sprechen von einem steigenden Bewusstsein in Sachen Business-Continuity. Doc Storage kann den Zahlen allerdings wenig positives abgewinnen, denn noch nicht mal zwei Drittel aller Unternehmen besitzen einen Business-Continuity-Plan und fast die Hälfte verfügt über keine fest definierte Rückkehrmaßnahmen. Aus seiner Sicht ist es erschreckend, wie viele Firmen und IT-Abteilungen nicht auf einen Katastrophenfall vorbereitet sind.

powered by
N-TEC GmbH FAST LTA
Cloudian Tech Data IBM Storage Hub
Folgen Sie speicherguide.de auch auf unseren Social-Media-Kanälen
Folgen Sie und auf Facebook Folgen Sie und auf YouTube Folgen Sie und auf Twitter