18.11.2016 (Doc Storage)
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NAS: Wie Daten migrieren?

Leserfrage: Ich habe ein RAID 10 mit vier 1-TByte-Festplatten in einem Fantec QB-35US3R+AES-Gehäuse mit 256 Bit AES-Verschlüsselung. Die Speicherkapazität beträgt mit RAID 10 also insgesamt zwei TByte. Leider bin ich jetzt schneller als erwartet an meine Grenzen gestoßen und möchte den Speicherplatz vergrößern und die vier 1-TByte-Platten gegen vier 3-TByte-Laufwerke tauschen. Das ist zwar möglich aber leider vergrößert sich dadurch nicht die Größe des RAID-10-Verbundes. Dazu müsste er, soweit ich weiß, neu initialisiert werden wodurch aber auch alle Daten futsch wären.

Meine Frage: Gibt es einen Weg um diese Problem zu lösen? Zum Beispiel die Platten zu wechseln und mittels irgendeiner Methode den Speicherplatz nachträglich »freizuschalten« bzw. erkennen zu lassen?

Und noch eine andere Frage: Wenn eine Platte ausfallen würde und ich diese gegen eine neue Festplatte tauschen würde, muss die neue Platte vorher formatiert werden sofern sie es nicht schon ist bzw. sollte man das tun?

Antwort Doc Storage:

Nach den Hinweisen des Herstellers unterstützt das von Ihnen genannte System lediglich die Standard-RAID-Typen 0, 1, 3, 5 und 10. Sie haben sich in Ihrer ersten Konfiguration für eine Spiegelung mit Striping, also RAID 10 entschlossen. Damit verteilt das System seine Daten über zwei vorhandene Platten, welche es dann noch einmal auf zwei weitere Platten spiegelt. Das stellt zwar die schnellstmögliche Konfiguration dar, da das Array die Daten über zwei Kanäle schreiben und gar (wenn es intelligent entworfen ist) über vier Kanäle lesen kann, jedoch beschränkt es Sie beim Ausfall eines Laufwerkes auf ein und dieselbe Mediengröße (in Ihrem Falle 1 TByte) und verhindert, dass Sie im laufenden Betrieb auf größere Platten umrüsten können.

Eine solche Möglichkeit bieten Systeme anderer Hersteller, indem sie über spezielle Algorithmen den gesamten gebotenen Speicherplatz nutzen und beim Austausch eines kleineren gegen ein größeres Medium das interne Dateisystem auf die größere Kapazität erweitern. In solchen Arrays haben könnten Sie also nacheinander jeweils ein Laufwerk ziehen, gegen ein größeres tauschen, die Wiederherstellung abwarten und dann mit den weiteren Platten fortfahren.

Da Ihr System leider nicht über eine solche Möglichkeit verfügt, haben Sie nun zwei Möglichkeiten. Entweder Sie ziehen den gesamten Inhalt des Systems auf andere temporäre Speicher ab (externe Platten oder im Rechner verbaute), rüsten das Array auf und spielen die Daten zurück. Oder aber Sie legen sich ein System zu, welches über die oben beschriebenen Möglichkeiten zur Online-Erweiterung verfügt, kopieren die Daten herüber und setzen das nun freigewordene Array zur Datensicherung oder anderen Zwecken ein.

Ihre erste Frage habe ich schon weiter vorn beantwortet, nein, unter RAID 10 haben Sie nicht die Möglichkeit, im laufenden Betrieb auf größere Platten umzurüsten.

Sollte Ihnen eine Platte ausfallen, so müssen Sie das Ersatzmedium nicht vorher formatieren, da unter RAID 1 und RAID 10 komplette Zylinder auf das Spiegelmedium übertragen werden. Eine Formatierung ist lediglich dann notwendig, wenn ein Dateisystem angelegt werden soll. Das heißt, wenn der angeschlossene Rechner beispielsweise über NTFS, xFS oder andere Methoden zugreifen soll. Dies tun Sie dann nicht mehr im Speichersystem, sondern über die entsprechenden Werkzeuge des Betriebssystems.

Gruß
Doc Storage

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Kommentare (1)
18.11.2016 - cwunder

Ach bin ich froh, dass ich bei meinem Drobo einfach nur im laufenden Betrieb die kleinste Platte raus nehme und durch ein größere ersetze. Fertig.


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