12.12.2014 (Doc Storage)
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Können Snapshots jetzt das Backup ersetzen?

Leserfrage: Ich bin über eine Frage (und eine Antwort) von Doc. tec. Storage von vor fast fünf Jahren gestolpert: Es ging darum, ob Snapshots ein Backup-Ersatz sein können. Die Antwort verneinte es. Wenn ich aber die Feature-Listen entsprechender Tools so anschaue, dann scheint das mittlerweile doch so zu sein. Zumindest versprechen es die Hersteller. Toll wäre es, weil Snapshots eigentlich jeder Administrator irgendwie einsetzt. Hat sich die Technologie mittlerweile soweit verbessert, dass es ein Backup ersetzen kann?

Antwort Doc Storage:

So ist es mit Wahrheiten: Sie ändern sich nicht! Snapshots können auch heute keine echten Backups ersetzen, sondern diese lediglich ergänzen und die tägliche Arbeit der Systemverwalter erleichtern.

Snapshots sind eigenständige logische Laufwerke, die allerdings keine physikalisch gespeicherten Informationen enthalten, sondern größtenteils aus Pointern auf die Originallaufwerke bestehen. Nur Änderungen gegenüber diesen Inhalten werden in den Snapshots gespeichert. Aus diesen Laufwerken kann also auch nur gelesen werden, wenn die Originale ebenfalls noch vorhanden sind. Das mag zur Restaurierung defekter oder gelöschter Dateien dienen, oder zum Aufrufen früherer Versionen, und dazu noch mit Bordmitteln, also ohne umständliche Backup-Software.

Allerdings hilft ein Snapshot schon nichts mehr, falls das Original unbrauchbar ist. Oder – noch schlimmer – falls das Array ausfällt und ein neues System aufgebaut werden muss. Zu diesem Zweck taugt tatsächlich nur ein Backup, möglichst auf einem anderen Medium als dem des Originales, welches dann unabhängig vom ursprünglichen Speicherort ausgelesen und anderenorts wiederhergestellt werden kann.

Also, die Doktrin hat sich in viereinhalb Jahren nicht geändert: Snapshots sind für den täglichen Betrieb schön und gut, Dateien können ohne umständlichen Zugriff durch eine Backup-Software wiederhergestellt werden. Aber als Schutz vor einem größeren Desaster, dem Ausfall des Originallaufwerkes oder eines ganzen Arrays, kann nur ein Backup auf einem anderen Medium dienen.

Gruß
Doc Storage

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Kommentare (1)
12.12.2014 - LHL

Hm - die Ausführungen von Doc. Storage sind zwar prinzipiell richtig. Aber wer sagt denn, das Snapshots nur so funktionieren oder auf diesem Level aufhören müssen? Bei vielen Backup-Tools - vor allem im virtuellen Umfeld - werden Snapshots benutzt. Sie verkürzen nicht nur die Offline-Zeit wärend eines "Backups" deutlich, sondern verringern bei intelligenten Systemen auch die übertragenen Datenmengen erheblich. Wichtig ist, das man - wie auch Doc. Storage richtig ausgeführt hat - den Grundsatz für Backup berücksichtigt: Online-Daten und Backup-Daten müssen auf getrennten physischen Systemen, möglichst in unterschiedlichen Brandschutz- und - bei einem entsprechenden Risiko - Hochwasserzonen liegen. D.h. die bei einem Backup erzeugten Snapshots können zwar für eine schnelle Wiederherstellung auf dem Online-Speicher liegen bleiben, sie müssen aber auf jeden Fall auf ein weiteres Medium kopiert werden - z.B. Backup-Disk-to-Disk oder noch besser Disk-to-Disk-to-Tape. Dann hat man die Vorteile von Snapshots und die Sicherheit klassischer Backups.


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