25.09.2015 (Doc Storage)
3.8 von 5, (5 Bewertungen)

Backup von in der Cloud anfallenden Daten

Leserfrage: Wir haben jetzt mal unsere erste Applikation zum Testen in die Cloud geschoben: einen kleinen E-Shop. Funktioniert gut, und wir denken daran, mehr in die Cloud zu schieben. Aber was ist mit den in der Cloud anfallenden Daten? Wir würden gerne davon ein Backup ziehen, zu uns ins Rechenzentrum, und/oder zu einem anderen Cloud-Provider. Die klassischen Backup-Lösungen können das nicht. Was gibt es noch?

Antwort Doc Storage:

Und wieder ein klassischer Fall für die Standardantwort der Informatik: »Das kommt drauf an.« Sollten Sie die Cloud lediglich als Abstellplatz für Daten nutzen die sowieso erst einmal lokal erzeugt und gespeichert werden. Sprich, die Dateien in die Wolke senden, um sie in der eigenen Landschaft los zu sein, dann könnten Sie automatisch eine Sicherung dieser Dateien ziehen, bevor Sie sie in die Cloud transferieren, und die Originale dann auf Ihrer Seite in den Produktivsystemen löschen. Das sollte jegliche erstzunehmende Backup-Software mit vernünftigem API schaffen.

Nutzen Sie die Cloud nicht nur als Datengrab, sondern auch, um dort Anwendungen zu betreiben, so müssen Sie beim Betreiber um die Möglichkeit anfragen, die dort erzeugten Dateien regelmäßig zu sichern. Da die Unternehmen damit Geld verdienen, wird man Ihnen sicherlich in jeder Cloud einen entsprechenden Service verkaufen.

Wenn Sie die Dateien allerdings lokal und nicht beim Betreiber sichern wollen, müssen Sie diese regelmäßig lokal heruntertransferieren und dann mit Ihrer Software sichern. Für den Transfer bietet Ihnen jeder Anbieter entsprechende Dienste an, die Sicherung können Sie nach vollständigem Transfer automatisch über das API der Backup-Software starten.

Beliebig schwierig wird es allerdings dann, wenn Sie in der Cloud nicht nur Dateien ablegen oder Anwendungen betreiben, die Dateien erzeugen, sondern zum Beispiel Datenbanken, die erst einmal angehalten oder in einen bestimmten Modus versetzt werden müssen, um von ihnen erzeugte Informationen sichern zu können. Hier empfiehlt es sich, beim Betreiber einen entsprechenden Dienst zu buchen, die Daten dort extrahieren und sichern zu lassen, und sie dann, falls man dies tatsächlich will, im Backup-Format ins eigene RZ zurückzuholen.

Sie sehen – mit klassischem Backup kommen Sie in diesen Umgebungen meist nur die halbe Strecke. Es wird immer Arbeit am API oder eine enge Abstimmung mit dem Anbieter nötig sein, wenn man die in der Cloud gespeicherten Dateien oder Informationen noch einmal im eigenen Backup-System hinterlegen möchte.

Gruß
Doc Storage

Stellen Sie Ihre Frage
Doc. tec. Storage beantwortet alle Ihre technischen Fragen zu Storage, Backup & Co.

Stellen Sie Ihre Frage an: DocStorage@speicherguide.de

Mehr von Doc. tec. Storage 15.02.2019 Was sagt DWPD über SSDs aus?

Im Zusammenhang mit (Enterprise-)SSDs wird oft die Qualitätsgröße DWPD (Drive Writes Per Day) genutzt. Meist wird die Angabe auch für einen Zeitraum von fünf Jahren spezifiziert. Was sagt DWPD genau aus und mit welcher Standard-Lebensdauer darf man rechnen?


08.02.2019 Unterschiede der Performance-States von SSDs

Gängige Meinung: SSDs sind schnell. In der Praxis gibt es aber dann doch einige Unterschiede, so sind vielen die verschiedenen Performance-States von SSDs und Flash-Speichern nicht bekannt: FOB, steady, burst and transition. Was steckt genau dahinter?


01.02.2019 BSI empfiehlt 200-km-Distanz – 200 km ERNSTHAFT!?

Kurz vor Weihnachten veröffentlichte das BSI neue Kriterien für georedundante RZs. Darin wird der bisher empfohlene Mindestabstand von fünf auf 200 Kilometer hochgesetzt. Aus Praxissicht laut Doc Storage »vollkommener Blödsinn«.


31.01.2019 Nervfaktor digitale Transformation – ein Rant

Die digitale Transformation bzw. Digitalisierung verfolgt uns nun schon geraume Zeit. Mit dem Faktor Mensch kommt nun nochmal ein neues Trendthema hinzu. Doc Storage hat hier eine klare Meinung: »alles Blödsinn – es nervt«. Nichts von dem, was heute diskutiert wird, ist neu und Menschen waren schon immer der Kern eines jeden Geschäftsbetriebs – selbst in der IT.


25.01.2019 SSDs: Was ist mit den Schreibzyklen, wenn SSDs fast voll sind?

Moderne SSDs sorgen mit der Wear-Leveling-Funktion automatisch dafür, dass möglichst gleichmäßig über alle Sektoren geschrieben wird. Wie verhält es sich mit den spezifizierten Schreibzyklen, wenn die SSD nahezu voll ist?


18.01.2019 Wie sinnvoll sind Benchmarks und Performance-Tests?

Welchen Stellenwert haben Benchmarks und Performance-Tests (z.B. SPC-1 und SPC-2) bei der Anschaffung von Storage-Systemen? Man hört ja, dass sich Firmen die Anforderungen nur noch vertraglich garantieren lassen. Ist das wirklich ein gangbarer Weg?

powered by
Boston Server & Storage Solutions Datacore Software
Fujitsu Technology Solutions GmbH Unitrends
N-TEC GmbH FAST LTA AG