16.06.2015 (eh)
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Datacore-Studie: zu viel Hype um Big Data oder OpenStack

Big Data, Object-Storage, Public-Cloud und OpenStack sind zurzeit sexy Hype-Begriffe, wenn es um Neuheiten und neue Technologien rund um Storage geht. Aber wenn es um den voraussichtlichen tatsächlichen Einsatz geht, dann rangieren bei Anwendern diese Trendthemen eher weiter unten. Weit oben steht dagegen Software-defined Storage.

Technologien ohne Budget-Relevanz in 2015: OpenStack steht ganz oben an (Quelle/Grafik: Datacore)Technologien ohne Budget-Relevanz in 2015: OpenStack steht ganz oben an (Quelle/Grafik: Datacore)Laut der Studie »State of Software-defined Storage (SDS) 2015« von DataCore Software steht von allen aktuellen Hype-Begriffen eigentlich nur Software-defined Storage selbst im wirklichen Fokus der Anwender. Der Bericht 2015 basiert auf einer weltweiten Befragung von 477 Unternehmen unterschiedlichster Größen und Branchenzugehörigkeit, die SDS einsetzen oder in Erwägung ziehen.

Datacores Ziel der Erhebung ist es, die größten speicherbezogenen Herausforderungen in Unternehmen zu identifizieren und die Erfahrungen mit Software-defined Storage in der Praxis zu erfassen. Als Überraschung stellte sich dabei heraus, dass in den Budgetplanungen 2015 Trendthemen wie Big Data, Object Storage und OpenStack derzeit kaum Beachtung finden, was mit eher enttäuschenden Marktentwicklungen zusammenhängen kann.

Ebenso überraschend für die Marktforscher war, dass sich Flash-Technologien zwar ausbreiten, jedoch in 28 Prozent der Unternehmen gar nicht zum Einsatz kommen und in 16 Prozent die Erwartungen an die Verbesserung der Applikations-Performance nicht erfüllen. 21 Prozent berichten, dass hyper-konvergente Systeme nicht die erforderliche Performance liefern oder sich nicht gut in die Infrastruktur integrieren.

Software-defined Storage steht weiter oben als erwartet

Mal mehr, mal weniger – aber Software-defined Storage hat fast immer ein Budget in 2015 (Quelle/Grafik: Datacore)Mal mehr, mal weniger – aber Software-defined Storage hat fast immer ein Budget in 2015 (Quelle/Grafik: Datacore)Dagegen planen 72 Prozent der Unternehmen, im Jahr 2015 signifikant in Software-defined Storage und Speichervirtualisierung zu investieren. 81 Prozent erwarten ein ähnliches Investitionsniveau für Software-defined-Storage-Technologien im Umfeld von klassischen SANs, virtuellen SANs sowie konvergenten Speicherlösungen.

Für die Investition in Software-definierten Speicher identifiziert die Studie wichtige Business-orientierte Beweggründe. 52 Prozent der Befragten erwarten, dass sie die Lebensdauer der vorhandenen Hardware verlängern können und mit SDS neue Technologien leichter integrieren können, um ihre IT-Infrastruktur zukunftssicher zu machen. Im Betrieb soll SDS das Management unterschiedlicher Speicherklassen vereinfachen und komplexe Prozesse automatisieren.

Fast die Hälfte der Befragten suchen nach Herstellerunabhängigkeit, um die Hardware-Kosten über konkurrierende Anbieter zu senken. Im Gegensatz zu früheren Erhebungen wird dabei die Senkung der Investitionskosten (Capital expenditures/CAPEX) im Vergleich zu den Betriebskostenvorteilen (Operational expenditures/OPEX) signifikant stärker betont.

Highlights aus der Datacore-Studie »State of Software-Defined Storage«

Cloud, hyper-konvergente Systeme und Flash sorgen durchaus auch für Enttäuschungen (Quelle/Grafik: Datacore)Cloud, hyper-konvergente Systeme und Flash sorgen durchaus auch für Enttäuschungen (Quelle/Grafik: Datacore)► Speichererweiterung im laufenden Geschäftsbetrieb ist einer der Hauptgründe für Speichervirtualisierungssoftware (52 Prozent). Ebenso stehen synchrone Spiegelung und Metro-Clustering für Hochverfügbarkeit und Business-Continuity sowie asynchrone Datenreplikation für das Disaster-Recovery auf der Prioritätenliste.
► Bei neun Prozent der Befragten macht Flash mehr als 40 Prozent der Gesamtspeicherkapazität aus; mehr als die Hälfte (53 Prozent) setzt weniger als zehn Prozent ein.
► Mehr als 60 Prozent berichten von Leistungseinbußen oder ungenügender Performance nach der Virtualisierung von Server-Workloads. 61 Prozent nennen langsame Applikationen als Hauptproblem, 46 Prozent machen dafür veraltete Speichergeräte verantwortlich.
► Menschliche Fehler sind die treibende Kraft für Automatisierung. Es wird immer deutlicher, dass die Komplexität und Diversität, die das Datenwachstum begleiten, einen großen Tribut fordern. 61 Prozent der Befragten gaben an, dass menschliches Versagen der Grund für Ausfälle von Anwendungen und Rechenzentren war.

Flash geringer verbreitet als erwartet

Relativ geringe Verbreitung von Flash-Speicher: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) setzt weniger als zehn Prozent ein (Quelle/Grafik: Datacore)Relativ geringe Verbreitung von Flash-Speicher: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) setzt weniger als zehn Prozent ein (Quelle/Grafik: Datacore)»Die Studie wirft ein neues Licht darauf, wie IT-Experten speicherbezogene Innovationen adaptieren. Die Daten zeigen, dass sich Unternehmen von Hardware-gebundenen Speicherfunktionalitäten umorientieren hin zu echten Einsparungen bei Anschaffungs- (CAPEX) und Betriebskosten (OPEX) sowie zusätzlicher Kaufkraft, indem sie nicht an eine bestimmte Hardware gebunden sind oder gezwungen werden, bei einer Modernisierung alles Vorhandene durch Neues auszutauschen. Auch deutet vieles darauf hin, dass stark gehypte Technologien wie Object-Storage eher in Nischen und Pilotprogrammen zu finden sind, wo die IT ihren Mehrwert erst noch beweisen muss«, sagt George Teixeira, President und CEO von Datacore. »Software-Defined Storage und Software-basierte Speichervirtualisierung bieten dagegen genau die Services, die der Markt gerade fordert: ständige Verfügbarkeit, schnellere Performance und höhere Effizienz. Dieser konkrete Mehrwert spielt in den Investitionsplänen 2015 eine viel größere Rolle als zukünftige Versprechen von noch nicht bewährten Technologien und Startups.«

»Zwei große Überraschungen springen einem aus den Ergebnissen ins Auge: das Fehlen von kurzfristigen Ausgaben für Big Data und Object-Storage bei der Mehrheit der Befragten sowie die relativ geringe Verbreitung von Flash-Speicher in den 477 Unternehmen«, erklärt Deni Connor, Analyst bei SSG-NOW. »Nicht überraschend hingegen sind die steigenden Investitionen in Projekte mit Software-Defined Storage, die bekannt dafür sind, sich unmittelbar auszuzahlen.«

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