29.09.2015 (eh)
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Vmware-Studie: die »Generation Y« wird überschätzt

  • Inhalt dieses Artikels
  • Vmware-Studie: die »Generation Y« wird überschätzt
  • Die 45- bis 54-Jährigen bilden sich im Bereich mobiler Apps selbst aktiv weiter
  • Herausforderung und Chance: Teams aus älteren Mitarbeitern mit jüngeren Talenten zusammenzuführen
  • Deshalb fordern Unternehmensmitarbeiter mehr Investitionen in Trainings und Kurse

Die »Generation Y«, also die Altersgruppe der zwischen 1980 und 1990 (wahlweise zwischen 1984 und 1994 oder zwischen 1980 und 1995) Geborenen, ist ein knappes Gut auf dem Arbeitsmarkt: Da sie besonders intensiv mit neuen Technologien aufgewachsen sind, sollen sie besonderen Einfluss auf die derzeit allseits apostrophierte »Digitale Transformation« in Unternehmen haben. Aber: Ist das wirklich so? Eine Studie von Vmware räumt auf.

(Bild: Vmware)(Bild: Vmware)Die »Digitale Transformation« steht momentan bei vielen Unternehmen weit oben auf der Agenda. Da könnte die »Generation Y« ganz hilfreich dabei sein, wuchs sie doch besonders intensiv mit neuen Technologien auf. Doch eine neue Studie von VMware räumt mit diesem Mythos auf. »Die ‚Generation Y’ hat zwar erkennbar Einfluss auf die digitale Transformation in Unternehmen«, erläutert Simone Frömming, Country Manager Deutschland bei Vmware, gegenüber speicherguide.de. »Aber letztendlich sind es in den Unternehmen Mitarbeiter aller Altersgruppen, die den hohen Stellenwert digitaler Kompetenzen für Unternehmenswachstum und Wettbewerbsvorteile erkennen.« Vmware definiert die Gen Y übrigens als die ab ca. 1985 Geborenen.

Laut der Vmware-Studie sind mehr als zwei Drittel der befragten Deutschen (68 Prozent) der Überzeugung, dass der Einsatz von digitalen Kompetenzen die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen verbessern kann. 64 Prozent sind der Meinung, dass hierdurch eine bessere Zusammenarbeit unter Kollegen möglich wird. 63 Prozent glauben, dass digitale Kenntnisse innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Umsatzanstieg und eine verbesserte Profitabilität von Unternehmen bewirken können.

Die 45- bis 54-Jährigen bilden sich im Bereich mobiler Apps selbst aktiv weiter

(Bild: Vmware)(Bild: Vmware)Vmware sah sich zu dieser Studie veranlasst, da man derzeit laut Frömming »in einem Zeitalter disruptiver Technologien« lebe. Die Managerin verweist in diesem Zusammenhang auf das Beispiel der Connected-Cars, bei der die Digitale Transformation derzeit eine etablierte Multi-Milliarden-Industrie wie die Automobilbranche aufscheuche. Unternehmensmitarbeiter scheinen die Digitale Transformation zu schaffen – »Aber wie schafft das eine Organisation?«, fragt die Vmware-Managerin. »Digitales Know-how wird oft nicht die Unternehmenskultur eingebaut.«

Dabei kämen die Mitarbeiter ihren Unternehmen entgegen. Denn mehr als die Hälfte der Befragten (59 Prozent) sind dazu bereit, sich neue digitale Fertigkeiten und Arbeitsweisen in ihrer Freizeit anzueignen, um die Produktivität des Unternehmens zu verbessern. Dies unterstreicht die hohe Relevanz digitaler Kenntnisse sowie die Bereitschaft von Arbeitnehmern, sich diese anzueignen. Gerade ältere Mitarbeiter verfolgen aktiv den Ausbau ihrer technischen digitalen Fertigkeiten: 46 Prozent der 45- bis 54-Jährigen bilden sich im Bereich mobiler Apps weiter; ein Drittel (38 Prozent) der 55-Jährigen (und älter) besucht Fortbildungen zum Thema Online-Inhalte und Websites.

Trotz dieser Zahlen ist die Hälfte der Mitarbeiter aller Altersgruppen (49 Prozent) der Meinung, dass sie ihre digitalen Kenntnisse nicht vollständig in ihren Arbeitsalltag einbringen können. Hindernisse beim Einsatz ihrer digitalen Fähigkeiten sehen die Befragten vor allem darin, dass digitale Aktivitäten nicht Teil ihrer persönlichen Zielvorgaben sind (48 Prozent), gefolgt von fehlendem Budget (43 Prozent), mangelnder Unterstützung der IT (36 Prozent) sowie restriktiven Unternehmensrichtlinien (36 Prozent).

Herausforderung und Chance: Teams aus älteren Mitarbeitern mit jüngeren Talenten zusammenzuführen

(Bild: Vmware)(Bild: Vmware)»Die sich verändernden Fähigkeiten von Mitarbeitern im digitalen Zeitalter haben großen Einfluss auf die Art und Weise, wie Unternehmen heute geführt werden und wirken sich auf Strategie, Ziele und Entscheidungen aus«, sagt Matt Crosby, Head of Expertise von der Unternehmensberatung The Hay Group. »Die Herausforderung und Chance zugleich liegt darin, die Teams aus älteren Mitarbeitern, die über langjährige Erfahrung in einer ‚prä-digitalen’ Welt verfügen, mit jüngeren Talenten, die neue Expertise, Fähigkeiten und Motivation mitbringen, zusammenzuführen. Jedes Unternehmen muss hart dafür arbeiten, dass die Zusammenarbeit von Mitarbeitern unterschiedlichster Generationen bestens funktioniert – etwa indem altbewährte Strukturen, da wo sie sinnvoll sind, beibehalten werden und zugleich neue Arbeitsweisen und Ideen gefördert werden.«

Die Abstimmung zwischen IT und dem höheren Management spielt eine signifikante Rolle bei der erfolgreichen Transformation zu einem Unternehmen des digitalen Zeitalters – darüber sind sich die befragten Mitarbeiter in Deutschland einig: Für sie ist zunächst die IT-Abteilung (37 Prozent) dafür verantwortlich, den digitalen Wandel im eigenen Unternehmen voranzutreiben. Erst dahinter folgen Geschäftsführung (25 Prozent), Vorstand (zwölf Prozent) und Abteilungsleiter (elf Prozent).

Deshalb fordern Unternehmensmitarbeiter mehr Investitionen in Trainings und Kurse

(Bild: Vmware)(Bild: Vmware)Darüber hinaus ist zwar gut die Hälfte der Befragten (48 Prozent) der Meinung, dass das höhere Management bereits neue Wege der Zusammenarbeit fördere, fordert aber zugleich, dass es eine weitaus aktivere Rolle bei der Digitalisierung des eigenen Unternehmens spielen muss. Für die Entwicklung der Kompetenzen verlangt mehr als die Hälfte von Arbeitgebern mehr Investitionen in Trainings und Kurse (53 Prozent) sowie eine bessere Entlohnung und Anerkennung der vorhandenen Kompetenzen (53 Prozent). Zudem sollte laut 39 Prozent der Befragten das Management deutlich an die Belegschaft kommunizieren, dass die digitalen Fähigkeiten der Mitarbeiter eine Priorität darstellen.

»Der erfolgreiche digitale Wandel wird von der Unternehmenskultur, den Mitarbeitern und ihren Fähigkeiten bestimmt«, betont Frömming. »Unternehmen investieren zu Recht viel in digitale Talente, die über die entsprechenden Fähigkeiten verfügen, um Innovationen voranzutreiben und Kunden einen deutlich höheren Mehrwert zu liefern – beides ist grundlegend für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Bei Vmware arbeiten wir eng mit allen Organisationen und über alle Abteilungen hinweg zusammen, um besser zu verstehen, welche Technologien und Kompetenzen wirklich für die digitale Transformation benötigt werden. Denn nur so sind Unternehmen in der Lage, die Talente ihrer Mitarbeiter vollständig zu nutzen – und zwar in allen Altersgruppen.«

In einem kommt die Generation Y Vmware freilich entgegen. Die Gen Y ist hochgradig darauf bedacht, sich das Gerät und die Applikaton zum Daten suchen und Daten auswerten selbst auszusuchen. Und das trifft genau den Kern der Vmware-Parole, die da seit der jüngsten »VMworld« in San Franzisko lautet: »One Cloud, Any Application, Any Device«.

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Kommentare (1)
30.09.2015 - bernd.schaub

Ich sehe das Problem als Älterer weniger im Alter ob alt und jung. Das Problem liegt eher in der stupiden und sehr einsetigen Denke wie Information heute an alle heran gebracht wird. Wenn wie heute bei mir ein 16 Jähriger nicht weiß was eine RS232 Schnittstelle ist, da lächelt man mal kurz und erklärt es gerne. Es ist aber heute wie in der Vergangenheit und den Commodore Rechnern "OPEN 1,8,15" und BASIC, die älteren wissen was ich meine. BASIC war für einige damals ein Betriebssystem. Heute: Kann das Windows, ist das Windows, geht das mit Windows, dabei auch andere namhaften Produkte aus Hard- und Software. Fragt man dann aber nach z.B. VSS in Windows, oder Software RAID etc., dann ist es mit dem Know How sehr schnell vorbei, der kleinste Durchblick fehlt. Bald haben wir das, was die Großen wollen. Nur noch weniger als 20 Anbieter in Hard- ggf. auch Software, die den ganzen Markt wie ein Monopol behandeln, weil jeder nur noch klicken aber nicht denken möchte. Einige Firmen haben sich da ja schon gut positioniert. Wir sollten von der reinen Klickie Buntie ebene weg und sollten endlich mal wieder Grundlagen vermitteln und dies nicht einseitig. Bei sowas klappt es dann auch mit Jung und Alt, wenn jeder richtig mitmacht und Scheuklappen ablegt, zudem spart es auf Dauer auch Lizenzkosten, wenn die Nutzer wieder wissen wie etwas funktioniert und nicht wo man klickt, also sich selbst helfen kann.