23.06.2021 (Michael Baumann)
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Women in Engineering Day: Die Digitalisierung ist weiblich

  • Inhalt dieses Artikels
  • Unterrepräsentiert und unterbezahlt
  • »Ich bin keine weibliche CTO. Ich bin CTO«
  • Nachwuchs/Innen gesucht
  • Erfolge und Umwege

Anlässlich des internationalen Frauentages im März lud Elke Büdenbender, Gattin des Bundespräsidenten, zu einer Diskussionsveranstaltung im Schloss Bellevue mit dem Titel: »Die Digitalisierung ist weiblich«. Vor wenigen Tagen endete die erste europäische Informatik-Olympiade für junge Frauen in Zürich. Und heute, am 23. Juni, wird weltweit der »International Women in Engineering Day 2021 (#INWED21)« gefeiert. Storage-Männer: Zieht Euch warm an.

Am 23. Juni wird weltweit der »International Women in Engineering Day 2021 (#INWED21)« gefeiert.

Am 23. Juni wird weltweit der »International Women in Engineering Day 2021 (#INWED21)« gefeiert. Frauen in Führungspositionen in der IT gibt es, als CEO, im Vertrieb, im Customer Management oder im Marketing. Im Bereich Technik und Engineering schon deutlich weniger, im Storage-Markt so gut wie gar nicht.

Ein Bericht von McKinsey aus dem Jahr 2020 (Diversity wins: How inclusion matters) kommt zu dem Schluss, dass Vielfalt und Inklusion in der Tech-Branche von entscheidender Bedeutung sind, da sie Unternehmen ermöglicht, bessere und sicherere Produkte zu entwickeln und motiviertere Mitarbeiter zu binden. Der Befund dürfte in der Unternehmensbroschüre und in der Kaffeeküche breite Unterstützung finden. Trotzdem sind Frauen in IT-Funktionen nach wie vor stark unterrepräsentiert.

Unterrepräsentiert und unterbezahlt

Eine Studie von TrustRadius (2021 Women in Tech Report) ergab, dass 72 Prozent der Frauen in der Tech-Branche berichten, dass sie in Geschäftsbesprechungen im Verhältnis von mindestens 2:1 von Männern überstimmt werden, und 26 Prozent angeben, dass sie im Verhältnis von 5:1 oder mehr überstimmt werden. Trotz aller Diskussionen über Geschlechtervielfalt in der Tech-Branche sind Frauen immer noch unterrepräsentiert, unterbezahlt und werden oft diskriminiert, wie Zahlen zeigen.

Zum Beschäftigungs- und Akzeptanzgefälle kommen offenbar Ausbildungs- und Beibehaltungsprobleme. Frauen studieren Informatik und Mathematik, landen dort aber seltener im Beruf als ihre männlichen Kommilitonen. Frauen sind auch 2021 weder gleichgestellt noch gleich bezahlt. Laut Daten der US-amerikanischen National Science Foundation arbeiten nur 38 Prozent der Frauen, die Informatik studiert haben, in diesem Bereich, verglichen mit 53 Prozent der Männer. In ähnlicher Weise arbeiten nur 24 Prozent der Frauen mit einem Ingenieursabschluss im Ingenieurwesen, verglichen mit 30 % der Männer. Die deutsche Studie des Institut für Innovation und Technik (iit) kommt zu ähnlichen Ergebnisssen (Rahmen- und Arbeitsbedingungen für Frauen in der Internetwirtschaft).

»Ich bin keine weibliche CTO. Ich bin CTO«

Debra Danielson, Digital GuardianDebra Danielson, Digital Guardian»Frauen werden schlechter bezahlt, weniger befördert, weniger rekrutiert«, sagt Debra Danielson, Chief Technology Officer & SVP of Engineering bei Digital Guardian, einem Datensicherungs- und Cyber-Security-Anbieter. »Studien zu diesem Thema sind zahlreich und manchmal geradezu erschütternd. Es ist schwer, sowohl das Gewicht der anstehenden Arbeit als auch die Last zu tragen, die Chancen anderer Frauen zu beeinträchtigen, wenn sie scheitern. Aber wir kommen nicht davon los, solange wir das Wort `Frau´ weiterhin als Determinante in der Wirtschaft verwenden. Ich bin keine »weibliche« CTO. Ich bin CTO. Ich bin keine prominente Frau Ingenieurin. Ich bin ein ausgezeichneter Ingenieur. Ich bin keine Frau in der Tech. Ich bin in der Technik«,

Ilijana Vavan, ehemals Managing Director Europe bei Kaspersky Lab, wurde 2019 als erste Preisträgerin mit dem neu ins Leben gerufenen Victress Cyber Award für besondere Verdienste im Technologiesektor ausgezeichnet. Anlässlich der Preisverleihung sagte sie: »Wir möchten, dass immer mehr engagierte und motivierte Frauen eine Karriere in der IT anstreben und uns dabei helfen, die Welt zu einem sichereren Ort zu machen, indem sie unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen in unser Unternehmen einbringen. Denn eine Karriere in der Cybersicherheits-Branche kommt nicht nur den Frauen zugute; die Branche selbst profitiert enorm von einer vielfältigeren Belegschaft.«

Nachwuchs/Innen gesucht

Ähnlich wie Vavan sieht wohl auch die ETH Zürich das Nachwuchsproblem und hat die erste European Girls' Olympiad in Informatics (EGOI) ins Leben gerufen. Schülerinnen und weibliche Studierende mussten in dem Online-Event Aufgaben rund um Algorithmen und Programmierungen in unterschiedlichen Disziplinen lösen. Ziel ist natürlich, den weiblichen IT-Nachwuchs und das ungenutzte Potenzial zu fördern.

Da damit auch die Rede von gesellschaftlichen Dimensionen der Exklusion und Vorurteile in der IT-Arbeitswelt ist, kann man über das Gendern hinaus feststellen, dass die ersten zwölf Positionen ausschließlich junge Frauen aus Osteuropa einnehmen: Russland mit einem Doppelsieg in der Gesamtwertung, Belarus, Rumänien, Slowakei, Polen. Keine Vertreterin aus USA, China, Westeuropa oder gar Deutschland. Sicher nicht repräsentativ, aber bedenkenswert.

Erfolge und Umwege

Aber es gibt auch neben den zitierten Damen positive Beispiele. 60 Female CTOs to Watch in 2020 führt eine US-amerikanische Seite auf. Weibliche CTOs ja, vornehmlich im Healthcare-Bereich. Keine in der Storage-Branche. Ebenso bedenkenswert.

Chrystal Taylor, SolarwindsChrystal Taylor, SolarwindsUnd es gibt eher ungewöhnliche Beispiele: Chrystal Taylor wechselte aus einem Job im Einzelhandel in die Technikbranche, ohne Universitätsabschluss, dafür mit Eifer und Zertifizierungen. Heute ist sie als »Head Geek« technischer Kopf bei SolarWinds, Anbieter von diversen Netzwerk- und Datenmanagement-Lösungen. Sie hat offenbar weniger Probleme mit der Situation und sieht eher die Chancen für Frauen in der IT.

»Nach mehr als zehn Jahren liebe ich es immer noch, Teil der IT-Branche zu sein. Die IT ist ein Raum der Innovation, des Lernens, der Überraschungen, der Kreation und der Herausforderungen«, kommentiert Taylor. »Wenn man genau hinschaut, gibt es Möglichkeiten im Überfluss, um sich zu entfalten. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Wege, die einen in die Technikwelt bringen. Die klassischen Geschlechterrollen gibt es dabei nicht. Wie bei den meisten Dingen im Leben ist es besser, wenn es eine Vielfalt an Ideen, Gedanken und Meinungen gibt.«


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