03.06.2016 (eh)
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Securisk zeigt: So lassen sich Datacenter-Betriebskosten senken

  • Inhalt dieses Artikels
  • Hier lässt sich im Datacenter bei den Stromkosten sparen
  • Maßnahmen-Gesamtpaket ist besser als unkoordinierte Einzelmaßnahmen

Energieeffizienz im Datacenter ist beherrschbar (Bild: Securisk)Energieeffizienz im Datacenter ist beherrschbar (Bild: Securisk)Sparen im Rechenzentrum? Doch, das geht! Das Potenzial für deutliche Einsparungen bei den Stromkosten in einem Datacenter ist da – aber anscheinend nutzen es viel zu wenige Rechenzentrumsverantwortliche aus. 80 Prozent der Rechenzentren verbrauchen zu viel Energie, ergab eine Auswertung der Data Center Group-Tochter SECUrisk. Der Experte für sicheren und effizienten Datacenter-Betrieb untersuchte über 100 Unternehmen hinsichtlich der Energieeffizienz in ihren Rechenzentren. Dabei stellte er fest, dass der Power-Usage-Effectivness-Wert (PUE-Wert) im Mittel bei 1,7 liegt. Nach Angaben von Marc Wilkens, Senior Consultant bei der Securisk, können jedoch bereits wenige Maßnahmen die Effizienz steigern und so die Stromkosten um 20 bis 30 Prozent senken.

Die Analyse ergab auch, dass nur 20 Prozent der untersuchten Rechenzentren einen sehr guten (1,3 oder geringer) bzw. guten (1,4) PUE-Wert haben, bei einem jährlichen Gesamtstrombedarf von rund 14.000 MWh. Im Mittel liegt der PUE-Wert bei 1,7. Folglich werden 40 Prozent des RZ-Strombedarfes für Klimatisierung und Gebäudetechnik benötigt. Deren Strombedarf sollte jedoch nicht mehr als 25 Prozent des Gesamtstrombedarfes ausmachen.

»Zwar zeigt die Untersuchung auch, dass neuere Rechenzentren, die innerhalb der letzten drei Jahre in Betrieb genommen wurden, deutlich bessere PUE-Werte vorweisen als ihre älteren Pendants«, erklärt Wilkens. »Jedoch muss es nicht immer ein neues sein. Auch ältere Datacenter können kostenwirksamer arbeiten.«

Hier lässt sich im Datacenter bei den Stromkosten sparen

Marc Wilkens, Senior Consultant, SecuriskMarc Wilkens, Senior Consultant, SecuriskSo werden nach Meinung von Securisk die meisten Rechenzentren schlichtweg zu groß ausgelegt. Dieser Planungsfehler kostet im späteren Betrieb unnötige Stromkosten. Die entscheidende Grundlage ist eine detaillierte Analyse des aktuellen IT-Betriebes samt einer IT-Wachstumsprognose in Abhängigkeit des Unternehmenswachstums. Bei drei von vier Rechenzentren wird die geplante IT-Leistung jedoch auch nach zehn Jahren Betriebszeit nicht erreicht. Nicht selten liegt die tatsächliche Auslastung nur bei zehn bis 20 Prozent. Die USV-Auslastung erreicht teilweise nicht einmal zehn Prozent. Hier können modulare Systeme in der Bau- und Gebäudetechnik helfen. Mit flexiblen Raum-in-Raum-Lösungen kann das Raumvolumen an die tatsächliche IT-Last angepasst werden. Somit wird vermieden, große Luftmengen in zu großen Serverräumen unnötig umzuwälzen. Auch die USV-Systeme sollten heute grundsätzlich modular aufgebaut sein, mit einer Auslastung nicht unter 20 Prozent.

Daneben lassen sich die untersuchten Rechenzentren oftmals beim Kühl- bzw. Klimatisierungskonzept deutlich verbessern. Vielfach existiert keine strikte Trennung zwischen warmer und kalter Luft im Serverraum, weshalb die Temperaturen an den Umluftkühlgeräten meistens zu niedrig eingestellt werden. Das gilt analog für die Vor- und Rücklauftemperaturen im Kaltwasserkreislauf. Eine Alternative bietet hier die Kalt- oder Warmgangeinhausung. Durch sie können die Temperaturen angehoben werden. Gleichzeitig empfiehlt Securisk, dass der Anteil der freien Kühlung erhöht werden sollte, um den Strombedarf für das Kühlsystem weiter zu senken. Wenn für das Kühlkonzept noch keine freie Kühlung installiert ist, sollte eine Nachrüstung geprüft werden. Denn: Ohne freie Kühlung ist das Einsparpotenzial deutlich geringer. Mit diesen Maßnahmen können bis zu 30 Prozent des Strombedarfes für die Datacenter-Kühlung eingespart werden.

Maßnahmen-Gesamtpaket ist besser als unkoordinierte Einzelmaßnahmen

»Jedoch ist zu beachten, dass nur ein Gesamtpaket aus abgestimmten Maßnahmen die gewünschten Einsparungen bringt. Unkoordinierte Einzelmaßnahmen verursachen gegebenenfalls sogar einen erhöhten Strombedarf«, betont Wilkens. »Um das überwachen und künftig steuern zu können, empfiehlt sich ein Monitoring. Es sollte sowohl den Strombedarf als auch die IT-Auslastung kontinuierlich erfassen. Durch Unterstützung von Branchenexperten wie der Securisk amortisieren sich die Maßnahmen in der Regel nach deutlich unter fünf Jahren.«

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