09.03.2021 (Michael Baumann)
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QLC 3D-NAND: Intel liefert 670P-SSDs günstiger aus

  • Inhalt dieses Artikels
  • Intel 670p: Für dünne Laptops
  • QLC 3D-NAND: Technik oder Taktik?
  • SSD-Preise: Leapfrog nach unten
  • Im Trend: Hersteller ohne Herstellung?

QLC 3D-NAND: Intel liefert 670P-SSDs günstiger ausQLC 3D-NAND: Intel liefert 670P-SSDs günstiger aus3D-NAND-Module auf QLC-Basis (Quad Level Cells) sind in Sachen Speicherdichte derzeit das Nonplusultra bei Flash-Chips und Hoffnungsträger für deren Hersteller. Intel bringt jetzt mit der 670p ein Mittelklasse-Modell auf den Markt, das sich für Mainstream-Spiele und alltägliche PC-Benutzer eignen soll.

Während Micron bereits 176-Schichten auf einen Chip packen (speicherguide.de berichtete) kann, diese aber noch nicht für den Massenmarkt ausliefert, begnügt sich Intel bei der 670p mit lieferbaren 144-Layern auf einem SSD-Chip. Das reicht für eine verdoppelte Leistung beim sequenziellen Lesen und eine um 20 Prozent erhöhte Ausdauer im Vergleich zu den Vorgängermodellen (665p/660p), so der Hersteller. Auch die sequenzielle Schreibrate liegt bei 3.500 MByte/s im Vergleich zu 2.000/1.800 MByte/s signifikant höher. Für den Zielmarkt reicht dabei PCIe 3.0 als Schnittstelle, auch NVMe wird unterstützt.

Intel 670p: Für dünne Laptops

»Die Intel SSD 670p basiert auf unserem 144-Layer-QLC-3D-NAND mit 128 Gbit/s pro Chip und bietet eine bis zu 2-mal bessere Leseleistung, 38 Prozent bessere Random Read und bis zu 50 Prozent bessere Latenz gegenüber unseren SSDs der vorherigen Generation«, kommentiert Rob Crooke, Senior Vice President und Geschäftsführer der NAND-Sparte bei Intel. »Sie bietet `Spitzenleistung´, Kapazitäten von bis zu 2 TByte und verbesserte Zuverlässigkeit und ist die ideale Speicherlösung für dünne und leichte Laptops.«

Die 670p gibt es mit 512 GByte, 1 und 2 TByte Speicherkapazität im M2-Formfaktor (80 Millimeter). Statt 90, 155 und 330 US-Dollar wie im Dezember angekündigt empfiehlt der Hersteller jetzt nur noch rund 70, 130 und 250 US-Dollar. Hierzulande finden sich die Produkte ab etwa 60 Euro im Online-Handel. Das sind nur drei Viertel des vor wenigen Wochen angesetzten Preises. Woher dieser Sinneswandel?

QLC 3D-NAND: Technik oder Taktik?

Der Preis wurde von Anfang an als zu hoch kritisiert, angesichts technisch besser eingeschätzter Produkte der Wettbewerber. Bemerkenswert dabei ist auch, dass sich Intel zwar als Pionier der QLC-Technologie sieht, auch diverse NAND-SSD im Portfolio (insbesondere in der D-Serie) hat, sein eigentliches SSD-Flaggschiff aus der Optane-Produktfamilie aber lange als proprietäre Technik vermarktete, die effizienter und leistungsstärker als die NAND Floating Gate-Technologie sei. Ob diese Behauptung auf technischen Fakten oder Marketing basierte, sei dahingestellt.

Ab etwa 2018 promotet aber auch Intel seine SSD-Technik als 3D-NAND, auf QLC-Basis. Genau zu diesem Zeitpunkt hatte der schärfste Konkurrent Samsung im Gesamtmarkt der Halbleiterhersteller Intel die Führung abgeluchst. Durch den ersten Boom von 3D-NAND profitierten die Südkoreaner massiv, Intel geriet unter Zugzwang. Mittlerweile ist der Hersteller aus Santa Clara (Kalifornien) zurück in der Spitzenposition, auch weil man im Halbleiter-Segment nicht nur SSD produziert, sondern eben auch andere Bauteile.

SSD-Preise: Leapfrog nach unten

Das Auf und Ab macht jedoch deutlich, wie fragil der SSD-Markt wirklich ist. Das breiter aufgestellte Intel kann Preisentwicklungen besser abfedern, Samsung litt zuletzt am stärksten unter dem Preisverfall. Dieser lag laut IC Insights auch 2020 bei rund zehn Prozent. Für Anfang 2021 werden von den Analysten weitere 15 Prozent erwartet. Intel macht mit seinen 25 Prozent jetzt den »Leapfrog« nach unten.

Insgesamt haben die SSD-Produzenten im Halbleitermarkt 2020 jedoch recht gut performt. In den ersten drei Quartalen standen Intel (+ 4 Prozent), Samsung (+ 9 Prozent), SK Hynix (+ 14 Prozent) und Kioxia (+22 Prozent) größtenteils im Soll oder besser. Lediglich Micron verlor (-3 Prozent). Dabei ist Intel der einzig relevante nicht-asiatische Produzent für Flash-Storage.

Im Trend: Hersteller ohne Herstellung?

Wie lange das so bleibt, scheint etwas offen. Immer wieder gibt es Gerüchte, wonach Intel die eigene Produktion in den USA abstoßen und wie etwa Apple als ‚fabless‘-Anbieter über Drittanbieter produzieren lassen könnte. Das südkoreanische Unternehmen SK Hynix macht mit seinen »No name«-Speichern auf diese Weise immerhin über 26 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Kioxia dagegen geht exakt in die andere Richtung und hat vor wenigen Tagen verkündet, eine neue, hochmoderne Fertigungsanlage für die Produktion seiner eigenen 3D-NAND-Flashspeicher in seinem Werk in Yokkaichi (Japan) zu bauen. Welcher der lukrativere Weg sein wird, muss die Zukunft zeigen.

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