31.07.2020 (Michael Baumann)
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Pure-Vision vom All-Flash-Datacenter wird Realität

Die All-Flash-Plattformen von Pure Storage erhielten jüngst eine Auffrischung, und zwar mit der »Purity FB 3.0«-Software für »FlashBlade« sowie »Purity 6.0« für »FlashArray«. Data-Protection, Cloud-Anbindung und die Verschmelzung von File-, Objekt- und Block-Storage sind die Zielrichtung. Wir sprachen mit Markus Grau, Principal Systems Engineer EMEA CTO Office, auch über den Stellenwert von All-Flash-Speichern im Datacenter.

  Wie sehen Sie aktuell den Stellenwert von All-Flash im Markt und in den Rechenzentren?

Markus Grau, Pure StorageMarkus Grau, Pure Storage

Grau: Als Pure vor mehr als zehn Jahren in den Markt gestartet ist, hatten wir die Vision eines All-Flash-Datacenter. Für den Primär-Storage-Bereich können wir heute feststellen, dass sich diese Vision bewahrheitet hat. Im Sekundärspeichern greifen wir mit neuen Technologien wie QLC-NAND und dem zugehörigen FlashArray//C an, auch den Rest des Rechenzentrums von drehenden Spindeln zu befreien.

  Wie sieht sich Pure Storage selbst im Markt?

Grau: Unsere jüngsten Quartalszahlen zeigen ein Wachstum von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere bei Subscription-Services haben wir mit 37 Prozent einen großen Zuwachs zu verzeichnen. Der Trend geht zu OPEX-Modellen. Das bedienen wir mit unserem Pure as-a-Service-Modell erfolgreich. Im deutschsprachigen Raum haben wir eher noch ein größeres Wachstum, da wir hier später gestartet sind. Auch die Akzeptanz im Enterprise-Bereich wächst.

  Nach der Software-Aktualisierung Purity FB 3.0 für den File- und Object-Storage Flashblade gab es jüngst ein Update für die Block-Storage-Systeme FlashArray. Was hat das Update zu bieten?

Grau: FlashBlade ist unser Scale-out Object- und File-System. Es zielt auf maschinengenerierte Daten, wie zum Beispiel Analytics, Data-Warehouse, Machine-Learning und Container. Mit dem neuen Betriebssystem Purity FA Version 6 bringen wir File-basierte Protokolle nativ auf das ursprünglich Block-basierte System FlashArray. Das heißt, wir können File-Services nativ ohne Gateways oder weitere Betriebssysteme aus dem Flash-Array bedienen. Dabei geht es in erster Linie um menschengenerierte Daten wie Home-Shares oder VDI-Profile. Dienste wie Deduplikation und Komprimierung greifen auch auf diese Workloads. Die Datenreduktion liegt im Schnitt etwa bei 5:1.

  Andere Hersteller, darunter Dell, geben eine Datenreduktionsgarantie. Gibt es die auch von Pure Storage?

Grau: Nein, das halten wir für Marketing. Von uns gibt es eine Right-Sizing-Garantie. Der Kunde teilt auf einer Din-A4-Seite seine Anforderungen mit, unsere Techniker erstellen eine Modell-Installation. Wenn diese nicht greift, stehen wir in der Pflicht, nachzubessern.

  Steht das Flasharray nun also im Wettbewerb zum Flashblade?

Grau: Nein, beim Flasharray stehen die User-generierten Workloads im Vordergrund. Es ist besser, eine kleine Überlappung im Portfolio zu haben als eine Lücke. Im Zuge des Evergreen-Programms können Bestandskunden des Flasharrays kostenlos upgraden und von den zusätzlichen Services profitieren. Dazu gehören Deployment-Möglichkeiten für NVMe-over-Fabrics mit vSphere 7 oder solche für die Management-Plattform Cisco Intersight, die Pure als erster Speicherhersteller unterstützt.

  Stichwort Data-Protection, gibt es hier Neuerungen?

Grau: Zunächst bieten wir das Flasharray als Modell X für Produktivdaten, und seit etwa einem Jahr seit etwa einem Jahr als Modell C als Disaster-Recovery-Ziel. Diese All-Flash-Arrays haben dieselben Schnittstellen zu geringeren Kosten pro GByte und werden wird asynchron als Replikationsziel angesprochen. Erweitert wird die Möglichkeit, Snapshots in die Public-Cloud auszulagern. Neben Microsoft Azure ist dies in Amazon Web Services (AWS) möglich, mit Purity 6 folgt die Integration der Google Cloud Plattform (GCP). Neu ist auch die Möglichkeit für Block-Storage-Anbindung an die Azure-Cloud mit Cloud Block Store. Neben asynchroner und synchroner Spiegelung bringen wir Purity 6 eine dritte Option, die wir ActiveDR nennen. Ziel ist eine kontinuierliche Replikation auch über weite Strecken, ohne die Latenz des lokalen Arrays zu beeinträchtigen. Active-DR bietet RPOs nahe an Null, ermöglicht Recovery- und Failover-Tests.

  Welche Zielrichtung haben die Neuerungen?

Grau: Wir sind überzeugt, dass die Integration von nativen File-Services in das Flasharray die Anwendungsmöglichkeiten des Systems massiv erweitert und denken, dass sie bei Kunden gut ankommen wird. Auch sehen wir die Cloud als Hardware-Infrastruktur, nicht nur als Ort für eine virtuelle Maschine. Das bedeutet unterbrechungsfreie Hardware- und Software-Upgrades oder auch Active-Cluster über verschiedene Zonen hinweg. So haben wir die AWS Well Architected Solution-Auszeichnung, die das belegt. So ist unser Backend-Storage in der Cloud über mindestens sieben physische Racks verteilt.

  Das Update für das Flashblade ist sehr neu, wie geht es dort weiter?

Grau: Flashblade liefert File- und Object-Replication mit sehr guten Restore-Zeiten. Wir arbeiten an SaveMode, um einen Schutz vor zusätzlichen Schutz vor Ransomware zu bieten. Save-Mode soll nicht manuelle, nicht manipulierbare Replikationen erstellen, die nicht veränderbar sind. Dadurch werden Snapshots vor Veränderung oder feindlicher Verschlüsselung geschützt.

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