02.12.2016 (eh)
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Neuheitenflut von Amazon auf Entwicklerkonferenz »AWS re:Invent«

  • Inhalt dieses Artikels
  • Neuheitenflut von Amazon auf Entwicklerkonferenz »AWS re:Invent«
  • Die wichtigsten Neuerungen von »AWS re:Invent« auf einen Blick
  • Speicher-, rechen- und E/A-leistungsoptimierte Instanzen für den Amazon Elastic Compute Cloud (EC2) Service
  • AWS will bei »Künstlicher Intelligenz« ein kräftiges Wörtchen mitreden: drei neue AI-Services
  • Neue hybride Services für Connected-Devices
  • Neue mobile Storage-Systeme für große Datenmengen
  • Weitere Neuheiten und Kooperationen von und mit AWS

Impression von der Keynote von AWS-CEO Andy Jassy von der »AWS re:Invent« 2016 in Las Vegas (Bild: Amazon AWS)Impression von der Keynote von AWS-CEO Andy Jassy von der »AWS re:Invent« 2016 in Las Vegas (Bild: Amazon AWS)Derzeit tagt in Las Vegas die fünfte Entwicklerkonferenz »AWS re:Invent« von Amazon Web Services. Die beeindruckende Anzahl von 32.000 Teilnehmern pilgerte in den US-Bundesstaat Nevada. Den Besuchern wird eine enorme Flut an neuen Diensten und Funktionen präsentiert – die sofortige Verfügbarkeit in der Cloud macht schnelle Funktionswechsel möglich. Der generelle Trend der Ankündigungen in Las Vegas: mehr Web-Tools, neue Admin-Tools, Neuheiten bei den Instanz-Typen sowie schnellere Hardware-Instanzen und größere mobile Storage-Systeme für die Migration größter Datenmengen.

Die wichtigsten Neuerungen von »AWS re:Invent« auf einen Blick

► »Amazon Athena«: Mit diesem neuen Service können Kunden einfach Daten in Amazon S3 über standardmäßige SQL-Abfragen analysieren. Dabei müssen weder Cluster verwaltet oder angepasst noch Infrastrukturen aufgesetzt werden – abgerechnet wird pro Abfrage (pay-as-you-go). Die in Amazon S3 gespeicherten Daten und Amazon Athena lassen sich mit wenigen Klicks verbinden. Anwender sollen die Ergebnisse ihrer SQL-Abfragen innerhalb weniger Sekunden erhalten. Selbst komplexe Anfragen in großen Datenbeständen sollen so schnell durchführbar sein – Amazon Athena skaliert automatisch und bearbeitet Aufgaben parallel.
► »Amazon Aurora« ist ab sofort vollständig kompatibel mit MySQL und PostgreSQL. Die Datenbank-Engine vereint die Geschwindigkeit und Verfügbarkeit von kommerziellen Highend-Datenbanken mit der Einfachheit und Kosteneffizienz von Open-Source-Datenbanken. Aurora-Kunden sollen so eine Leistung erreichen können, die um ein Vielfaches besser ist als die einer typischen PostgreSQL-Datenbank. Der Service ist weiterhin hoch verfügbar, sicher und zuverlässig – laut AWS bei einem Zehntel der Kosten einer herkömmlichen kommerziellen Datenbank.

Speicher-, rechen- und E/A-leistungsoptimierte Instanzen für den Amazon Elastic Compute Cloud (EC2) Service

► T2-Instanzen: Hier sind zwei neue Größen ab sofort verfügbar. T2-Instanzen haben eine CPU-Basisleistung mit der Möglichkeit der Verarbeitung von Spitzenlasten oberhalb der Basisleistung. Die t2.xlarge-Instanz hat 16 GiB Arbeitsspeicher und vier vCPUs, t2.2xlarge bietet 32 GiB Arbeitsspeicher und acht vCPUs.
► R4-Instanzen: Ebenfalls sofort verfügbar sind R4-Instanzen für Hochleistungsdatenbanken, verteilte Arbeitsspeicher-Caches, In-Memory-Analysen, Genomaufbau und -analyse sowie andere Unternehmensanwendungen. Die neuen Instanzen enthalten einen doppelt so großen L3-Cache wie der der R3-Instanz, eine neue 16xlarge Größe mit 488 GiB DDR4-Speicher und 64 vCPUs.
► C5-Instanzen: Anfang 2017 macht AWS C5-Instanzen verfügbar, die die nächste Generation des Intel-Xeon-Prozessors mit AVX 512, bis zu 72 vCPUs und 144 GiB Speicher haben. C5-Instanzen eignen sich vor allem für Stapelverarbeitung, verteilte Analysen, wissenschaftliche und technische Anwendungen mit hoher Leistung, Ad-Serving, MMO-Gaming und Videocodierung.
► I3-Instanzen: Die neuen I3-Instanzen kommen Anfang 2017 und werden für NoSQL- und Transaktionsdatenbanken sowie Analysen positioniert. Sie enthalten mehr als 64 vCPUs und 15,2 TByte SSD-Speicher mit niedriger Latenzzeit. Die Instanzen schaffen rund 3.3 Millionen IOPS bei 4 KByte Blocksize und einen E/A-Durchsatz von 16 GByte/s.
► F1-Instanzen: Die neue Amazon-EC2-F1-Instanz ist die erste Cloud-Instanz mit programmierbarer Hardware für Field-Programmable-Gate-Arrays (FPGA). Kunden können ihre eigenen FPGAs programmieren und damit die Performance um das Dreißigfache von Standard-CPUs erhöhen. Die F1-Instanzen »FPGA Developer AMI« und »Hardware Developer Kit« enthalten laut AWS alles, was ein Entwickler benötigt, um Hardware-Beschleunigungscode zu entwickeln, simulieren, debuggen und erstellen. Ist das FPGA-Design vollständig, können Entwickler es als »Amazon FPGA Image« (AFI) sichern und mit wenigen Klicks bereitstellen. Zudem ist es möglich, dass Anwender ihre eigenen Designs nutzen oder vorgefertigte AFIs über den AWS-Marketplace beziehen. FPGAs sind über eine spezifisch isolierte Netzwerkstruktur mit F1-Instanzen verbunden und werden nicht mit anderen Instanzen, Nutzern oder Accounts geteilt. Damit sind sie nicht nur schnell, sondern auch sicher. Bei den FPGAs setzt AWS auf Chips von Xilinx.
► Elastic-GPUs: Dies ist ein neues Amazon-EC2-Feature. Dabei handelt es sich um flexible Grafikprozessoren (GPUs), die sich einfach mit Amazon-EC2-Instanz-Typen verbinden lassen. Mit Amazon-Elastic-GPU können Kunden die passende Grafikbeschleunigung für spezifische Workloads konfigurieren, ohne dass sie an Hardware-Konfigurationen oder eine limitierte GPU-Auswahl gebunden sind. Der Service unterstützt OpenGL und umfasst mehr als 8 GByte GPU-Speicher. Damit sei er ideal für Gaming, Industrial-Design, Visualisierungen, 3D-Modellierungen, Rendering und virtuelle Desktops.
► Amazon Lightsail: Dies ist ein neuer Service, um Code oder Software auf einem Virtual-Private-Server (VPS) in der Cloud auszuführen. Der Service beinhaltet die nötigen Komponenten für Projekte wie Webseiten, Blogs, benutzerdefinierte Anwendungen oder Entwicklungsserver. Amazon Lightsail ermöglicht es, mit wenigen Klicks Standard-Anwendungen wie Worldpress, Drupal, Joomla und andere Web-Anwendungen einfach einzurichten. Kunden zahlen für jeden Server einen monatlichen Preis, der bei fünf US-Dollar im Monat startet.

AWS will bei »Künstlicher Intelligenz« ein kräftiges Wörtchen mitreden: drei neue AI-Services

Der gesamte KI-Bereich startet gerade weltweit durch. IT-Branchengrößen wie IBM, Microsoft, Google und Fujitsu besetzen gerade das Thema. Da will AWS natürlich mit dabei sein, und stellt drei neue AI-Services vor.
► »Amazon Lex« ist ein vollständig verwalteter und skalierbarer Service für die Entwicklung von Konversationsoberflächen mit Stimme und Text. Er basiert auf der Technologie für automatische Spracherkennung und natürliches Sprachverständnis, die auch Amazon Alexa nutzt. Entwickler können intelligente Sprachassistenten (sog. Bots) bauen und testen. Der Service erstellt daraufhin Sprachmodelle, die für Web-Anwendungen, Chat und Messenger Apps sowie sprachgesteuerte Apps und Geräte verwendet werden können. Passende Backend-Services lassen sich über Amazon-Lambda-Funktionen integrieren.
► »Amazon Polly« ermöglicht es Entwicklern, natürlich klingende Sprachfunktionen in bereits existierende Programme zu integrieren oder neue Produkte mit Sprachfunktion zu kreieren. Mögliche Anwendungsfelder sind Newsreader oder E-Learning-Plattformen. Der Service verfügt über 47 natürliche männliche sowie weibliche Stimmen und unterstützt 24 Sprachen mit verschiedensten Akzenten. Entwickler zahlen lediglich für den konvertierten Text. Der Service ist ab sofort in diversen US-Regionen sowie in der EU (Dublin) verfügbar.
► Mit »Amazon Rekognition« können Entwickler schnell und einfach Programme erstellen, die Bilder analysieren und Gesichter, Objekte und Szenen erkennen. Der Service ermöglicht umfassende Bildklassifikation und -erkennung und nutzt dafür Deep-Learning-Algorithmen. Der Service ist ab sofort in diversen US-Regionen sowie in der EU (Dublin) verfügbar.

Neue hybride Services für Connected-Devices

»AWS Greengrass« ist Software, die AWS-Lambda-Funktionen und »AWS IoT« lokal auf jedem verbundenen Gerät ausführen lässt. Über die AWS-Management-Konsole können Entwickler einem IoT-Gerät AWS-Lambda-Funktionen hinzufügen.

Der Code wird lokal auf dem Gerät ausgeführt, womit nahezu in Echtzeit auf Events reagiert werden kann. Der Service beinhaltet außerdem AWS-IoT-Messaging- und Synchronisierungsmöglichkeiten, damit Geräte direkt mit anderen kommunizieren können, ohne den Umweg über die AWS-Cloud nehmen zu müssen.

Neue mobile Storage-Systeme für große Datenmengen

► Das neue »Snowball Edge«-Speichergerät speichert die doppelte Menge an Daten wie das im letzten Jahr angekündigte »AWS Snowball«. Kunden können bis zu 100 TByte Daten verschlüsselt auf das Gerät übertragen – bei doppelter Netzwerkgeschwindigkeit. Eingebaut im Gerät sind zudem WiFi, mobile Funkkommunikation, »AWS Greengrass« und Rechenleistung äquivalent zu einer Amazon-EC2-m4.4-xlarge-Instanz. Eine NFS-Schnittstelle (Network File System) ermöglicht den Datenaustausch von Snowball Edge mit Amazon S3. Snowball Edge wird direkt an den Kunden geliefert. Den Rückversand überwachen Kunden schließlich mit Amazon SNS (Simple Notification Service), per SMS oder mit der AWS-Management-Konsole.
► Extrem große Datenmengen im Exabyte-Bereich lassen sich ab sofort mit »AWS Snowmobile« bewegen. Der Service ermöglicht es Kunden, On-Premises-Daten von bis zu 100 PByte innerhalb einiger Wochen in einem 45 Fuß langen Versandbehälter, der in einem Truck transportiert wird, in die Cloud zu migrieren.

Weitere Neuheiten und Kooperationen von und mit AWS

Workday, ein führender Anbieter von Enterprise-Cloud-Anwendungen für das Finanz- und Personalwesen, hat AWS als seinen bevorzugten Anbieter für Public-Cloud-Infrastruktur ausgewählt. Mit dieser Partnerschaft geht Workday den nächsten Schritt in seiner langfristigen Public-Cloud-Strategie, indem es Kunden die Option anbietet, alle Anwendungsfälle einschließlich »Workday Financial Management« und »Workday Human Capital Management« erstmals in der Public-Cloud auszuführen.
► »AWS OpsWorks for Chef« ist eine vollständig verwaltete Chef-Automate-Umgebung, die über »AWS OpsWorks« verfügbar ist, um eine bessere Automatisierung von kontinuierlichen Deployments zu bieten und unnötige manuelle Arbeiten zu reduzieren.
► »Amazon EC2 Systems Manager« ist eine Sammlung von Werkzeugen für Installationspakete, Patching, Ressourcenkonfiguration und Automatisierung von Aufgaben auf Amazon EC2.
► »AWS CodeBuild« ist ein neuer, vollständig verwalteter, erweiterbarer Service für das Übersetzen von Quellcode und das Ausführen von Unit-Tests, der mit anderen Application-Lifecycle-Management-Services wie »AWS CodeDeploy«, »AWS CodeCommit« und »AWS CodePipeline« integriert ist. Dies beschleunigt laut AWS den Software-Entwicklungs- und -Deployment-Zyklus erheblich.
► Bei »AWS X-Ray« handelt es sich um einen neuen Service, um verteilte Anwendungen zu analysieren, zu visualisieren und darin Fehler zu suchen. Entwickler und Architekten sollen so schnell und einfach Leistungsengpässe und Fehler in verteilten Cloud-Architekturen beheben und ihre Performance optimieren können.
»AWS Personal Health Dashboard« ist ein neuer personalisierter AWS-Health-Dashboard-Service für alle Kunden. Entwickler sollen so einen genauen Einblick in Probleme erhalten, die ihre Anwendung beeinträchtigen können.
► Mit der Bezeichnung »AWS Shield« wird ein Schutzschild gegen Distributed-Denial-of-Services-Attacken (DDoS) angekündigt, verfügbar als »Shield Standard« und »Shield Advanced«. Standard bietet einen DDoS-Schutz für alle Kunden, die API-Gateway, Elastic-Load-Balancing, Route-53, CloudFront und EC2 nutzen. Advanced schützt vor höher entwickelten DDoS-Angriffen mithilfe eines AWS-DDoS-Response-Teams, das rund um die Uhr verfügbar ist.
► »Amazon Pinpoint« ist ein datengetriebener Engagement-Service für mobile Apps. Der Service ermöglicht es, Nutzersegmente für deren Aktivierung zu definieren, dafür Kampagnen mit Push-Meldungen festzulegen und die Ergebnisse in Echtzeit nachzuverfolgen.
► »AWS Batch« ist eine vollständig verwaltete Stapelverarbeitung in beliebiger Größenordnung, ohne dass eine Software für die Stapelverarbeitung zu installieren ist oder Server zu verwalten sind.
► »AWS Glue« empfiehlt sich als ein vollständig verwalteter Datenkatalog und ETL-Service, der es einfach machen soll, Daten zwischen Datenbeständen zu bewegen. Zugleich werden zeitraubende Datenwiederherstellung, -Konversion, -Zuordnungen und Stapelverarbeitungsschritte vereinfacht und automatisiert.
► »AWS Step Functions« koordiniert die Komponenten von verteilten Anwendungen durch visuelle Workflows.
► »Lambda@Edge« ermöglicht es, Lambda-Funktionen in Amazon-CloudFront-Edge-Locations (POPs) als Antwort auf HTTP-Requests auszuführen.
► »AWS Lambda« unterstützt ab sofort auch die C#-Programmierumgebung.
► »Blox« ist eine Sammlung von Open-Source-Projekten für Container-Management und -Orchestrierung.

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