10.07.2015 (eh)
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DARZ ist sich sicher: Wir haben die erste echte Hybrid-Cloud

Hybrid-Cloud und »echte« Hybrid-Cloud (Bild: DARZ)Hybrid-Cloud und »echte« Hybrid-Cloud (Bild: DARZ)»Die europaweit erste echte Hybrid-Cloud – mit diesem Marketingslogan will jetzt das DARZ (Darmstädter Rechenzentrum) den Cloud-Markt aufrollen. Die Betreiber des Rechenzentrums, das erst im August letzten Jahres den Betrieb aufnahm, und in das bislang Investitionen von rund 35 Millionen Euro flossen, haben nämlich erkannt: Derzeitige Hybrid-Cloud-Architekturen sind häufig unflexibel, trennen allzu oft strikt zwischen Speicherebenen innerhalb und außerhalb eines Unternehmens und verhindern so, dass Daten zwischen den genutzten Private- und Public-Cloud-Services im Unternehmensalltag ausgetauscht werden.

Um diese Hürden zu umgehen, und eine echte Hybrid-Cloud-Lösung mit all ihren Vorteilen anzubieten, setzt das DARZ auf NetApp-Storage-Systeme bzw. Netapp-Private-Storage-as-a-Service. »Wir haben uns alle Hersteller von Storage-Systemen angeschaut – Netapp war der einzige, mit dem wir unser Vision umsetzen konnten«, erklärt Lars Göbel, Leiter Vertrieb und IT Services bei DARZ, im Rahmen eines Roundtable-Gesprächs gegenüber speicherguide.de-

Deshalb setzt DARZ auf Netapp

Das neue Hybrid-Cloud-Modell von DARZ ermöglicht es einem Unternehmen, flexibel Services zu kombinieren, gibt ihm die Freiheit, zwischen mehreren Cloud-Anbietern (Private und Public) zu wählen, und erlaubt die reibungslose Datennutzung zwischen den einzelnen Cloud-Diensten. Die Hybrid-Storage-Architektur von Netapp-Private-Storage-as-a-Service ermöglicht hierbei die simultane Nutzung von sicherem (Private) Enterprise-Storage und Public-Cloud-Ressourcen. Ein weiterer Knackpunkt, warum DARZ auf Netapp setzte, war die Multimandantenfähigkeit.

Um Kunden den bestmöglichen Service anbieten zu können, hat sich DARZ überdies dazu mit den großen Cloud-Anbietern SoftLayer, AWS (Amazon Web Services) und VMware vCloud Air verbunden. Diese betreiben neuerdings eigene Cloud-Rechenzentren in Frankfurt. Das durchgehend einheitliche Datenformat von Netapp bei ihren Storage-Arrays sowie bei ihren Cloud-Services macht es für Kunden dadurch möglich, via DARZ ihre Daten (fast) nach Belieben zwischen den verschiedenen Cloud-Anbietern hin- und herzuschieben. »Dass wir das mit diesen Hyperscalern können, darauf haben wir eine extrem positive Resonanz«, betont Göbel.

Startups wie beispielsweise Helpium.de lieben DARZ

So bezieht der Kunde Helpium Storage vom DARZ und von Cloud-Anbietern wie Softlayer (Bild: DARZ)So bezieht der Kunde Helpium Storage vom DARZ und CPU-Power von Cloud-Anbietern wie Softlayer (Bild: DARZ)Vor allem Startups, die sich keine eigene IT-Infrastruktur mehr hinstellen wollen, und deren IT-Anforderungen ohnehin sehr dynamisch sind, springen momentan auf das DARZ-Angebot. Als einer der ersten Kunden setzt beispielsweise das Unternehmen Helpium.de die neue Hybrid-Cloud bereits ein. Helpium ist eine Internet-Plattform für den IT-Support, die PC-Anwender mit Spezialisten vernetzt. Hilfesuchende finden dort Experten, die ihnen aus der Ferne bei Computerproblemen helfen. Sobald sich die Spezialisten über die Plattform auf die Computer ihrer Kunden einloggen, werden hochsensible Kundendaten übertragen und gespeichert. Für Helpium haben daher der Schutz und die Sicherheit der Daten höchste Priorität.

»Als dynamisch wachsendes Startup profitiert Helpium insbesondere von der Wahlfreiheit zwischen den Cloud-Anbietern bei der DARZ-Lösung«, erläutert Holger Kärcher, Geschäftsführer von Helpium. »Wir können nun auf ein einmaliges Shared-Hybrid-Cloud-Modell zurückgreifen, das alle Anforderungen an Sicherheit, Flexibilität und Skalierbarkeit erfüllt.«

Zwar bekommt Kärcher als Startup auch entsprechende Gutscheine und Credits von AWS, Softlayer oder Microsoft Azure. Damit soll er gelockt werden, seinen gesamten CPU-, RAM- und Storage-Bedarf bei einem Cloud-Anbieter abzudecken. »Aber dann muss man sich an das Datenformat dieses Anbieters anpassen – und schon ist man im Vendor-Lockin drin«, sagt Kärcher. »Wir nutzen deshalb durchaus die CPU- und RAM-Angebote dieser Anbieter, aber den Storage lassen wir bei DARZ. Machen wir alles bei einem einzigen Hyperscaler, dann werden wir gegeißelt.«

DARZ: ein Hochsicherheitsrechenzentrum in einem ehemaligen Bank-Tresorraum

Gesprächsteilnehmer beim Roundtable (v.l.): Holger Kärcher (Helpium), Peter Wüst (Netapp), Lars Göbel (DARZ) und Sebastian Zilch von Freunde der Cloud (Bild: speicherguide.de)Gesprächsteilnehmer beim Roundtable (v.l.): Holger Kärcher (Helpium), Peter Wüst (Netapp), Lars Göbel (DARZ) und Sebastian Zilch von Freunde der Cloud (Bild: speicherguide.de)Mit aus diesem Grund sieht auch Göbel die Angebote anderer Rechenzentrumsbetreiber als »keine echten Hybrid-Clouds«. Denn bisherige Lösungen bestünden nur aus verschiedenen Private- und Public-Cloud-Angeboten, »die einem die Nutzung der einen oder anderen Welt ermöglicht, aber nicht simultan«. Darüber hinaus berücksichtigen aktuelle Markt-Angebote nicht den möglichen Colocation-Anteil eines Unternehmens.

Alle Daten befinden beim DARZ sich deshalb in einem ausschließlich vom Kunden kontrollierten Bereich. Darüber hinaus unterliegt das DARZ dem deutschen Datenschutz. Im Unterschied zu Anbietern mit Hauptsitz in den USA greift für das DARZ daher auch kein Patriot-Act. Neben der IT-Sicherheit schützt das DARZ die Daten seiner Kunden auch physisch: Das Rechenzentrum in Darmstadt – es befindet sich im ehemaligen Tresorgebäude der Hessischen Landesbank, bis 2005 lagerte dort Gold – hat deshalb die höchste Sicherheitsstufe, die derzeit nur vergleichbar ist mit Hochsicherheitsrechenzentren wie in der Schweiz. »Aber ein Schweizer Rechenzentrum sitzt eben nicht am Frankfurter Internet-Knoten«, freut sich Göbel. »Wir können deshalb Latenzzeiten von unter 0,4 ms Roundtrip garantieren.«

»Durch die Partnerschaft mit DARZ beziehen nun unsere Kunden alle Leistungen zum Aufbau und Betrieb einer hybriden Cloud-Infrastruktur aus einer Hand. Gleichzeitig behalten unsere Kunden weiterhin die volle Kontrolle über ihre Daten, können diese also beliebig zwischen den Cloud-Plattformen und ihrer On-Premise-Umgebung hin- und herschieben« erläutert Peter Wüst, Director Cloud & Alliances CEMA bei Netapp. »Wer unternehmenskritische Daten außerhalb der Firmengrenzen nutzt, benötigt eine angepasste Strategie für das Datenmanagement. Mit Netapp-Private-Storage-as-a-Service unterstützen wir die zentralen Anforderungen an Sicherheit, Skalierbarkeit und Leistung. Darüber hinaus erhalten Kunden mit unserem Konzept der Data-Fabric die volle Datenkontrolle, können also ihre Daten zwischen den Cloud-Plattformen hin- und herschieben, bei gleichzeitiger Wahlfreiheit des IT-Liefermodells. Das macht unser Angebot so einzigartig.«

Kennen Sie die »Freunde der Cloud«?

Übrigens – nette Anekdote am Rande. Wie kommt ein Storage-Anbieter wie Netapp mit einem brandneuen Rechenzentrumsbetreiber – DARZ startete erst im August 2014 – zusammen? Wie erfährt DARZ, dass Netapp diese neuartigen Features offeriert, die man für das Umsetzen der Vision der »echten Hybrid Cloud« benötigt? Das geht nur über menschliches Netzwerken. In diesem Fall kam der Kontakt über die Freunde der Cloud zusammen, eine Frankfurter Community, die sich zum Ziel setzt: Laien mit Experten, Anwender mit Unternehmen und Entrepreneure mit Investoren zusammenzubringen. Deals mit israelischen Startups, die sich ans DARZ andocken wollen, stünden anscheinend bevor, verriet Sebastian Zilch, Initiator von den Freunden der Cloud.


Bis 2005 lagerte dort Gold: DARZ befindet es sich im ehemaligen Tresorgebäude der Hessischen Landesbank

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Kommentare (2)
10.07.2015 - holgerk

Hallo StoAdmin, die Anbindung der Hyperscaler mit dem DARZ über die dedizierten Leitungen ermöglicht eine Unabhängigkeit der verwendeten Protokolle. Da die NetApp Storages auch S3 unterstützen, steht dieser Verbindung auch nichts im Wege. Deshalb kann man je nach Anwendungsfall das Storage per S3, iSCSI, NFS, u.a. den eigenen Wünschen entsprechend ansprechen.
Viele Grüße, Holger

10.07.2015 - StoAdmin

Irgendwie scheine ich was verpasst zu haben, ich dachte immer dem Objekt Storage mit einer S3 Anbindung gehört die Zukunft? Dazu noch durch den offenen Standard OpenStack verwaltet...
NetApp kocht ja wieder ein eigenes Süppchen. Man kann dazu zwar Cloud sagen (macht jeder), aber wenn ich von einer 'echten' Cloud spreche, sollte ich mich schon etwas an den offenen Standard anlehnen.


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