Agent Identity: Rubrik kontrolliert KI-Agenten
KI-Agenten greifen zunehmend selbstständig auf Anwendungen, Datenbanken und Schnittstellen zu. Rubrik erweitert seine Agent Cloud deshalb um Agent Identity. Die Lösung soll Agenten und MCP-Server erfassen, Zugriffe für einzelne Tool-Aufrufe prüfen und unerwünschte Aktionen in Echtzeit blockieren oder rückgängig machen.
KI-Agenten benötigen für ihre Aufgaben oft weitreichende Zugriffsrechte. Ihre Aktionen lassen sich jedoch nicht immer vollständig vorhersagen. IT- und Security-Verantwortliche müssen deshalb auch die Identitäten und Berechtigungen dieser Systeme überwachen, begrenzen und nachvollziehen können.
Rubrik erweitert die Rubrik Agent Cloud um Agent Identity. Die Funktion soll KI-Agenten und Server auf Basis des Model Context Protocol (MCP) während des Betriebs überwachen. Zugriffsentscheidungen werden nicht nur beim Start einer Sitzung, sondern vor jedem einzelnen Tool-Aufruf getroffen.
Dazu verknüpft Rubrik die Identität des Nutzers oder einer Gruppe mit dem Agenten und dem aufgerufenen Tool. Für eine freigegebene Aktion erzeugt das System ein kurzlebiges Token, das nur für diesen Aufruf gilt. Dauerhaft hinterlegte Berechtigungen sollen dadurch vermieden werden.
Drei Prüfungen vor der Ausführung
Jeder Aufruf am MCP-Gateway durchläuft laut Rubrik drei Kontrollen. Zunächst analysiert die Semantic AI Governance Engine (SAGE) den Kontext, die Eingabeparameter und mögliche Folgen der Aktion. Anschließend prüft das System die Laufzeitrichtlinien. Erst danach authentifiziert es die Sitzung und erstellt das kurzlebige Zugriffstoken.
Schreib- oder Änderungsvorgänge außerhalb des festgelegten Richtlinienrahmens sollen unmittelbar vor der Ausführung blockiert werden. Kommt es dennoch zu einer unerwünschten Änderung, soll die bereits zur Agent Cloud gehörende Funktion Agent Rewind sie gezielt zurücksetzen.
»Agenten synthetisieren nicht mehr nur Informationen, sondern handeln im Auftrag von Mitarbeitern und nutzen die Zugriffsmodelle, die wir für Menschen entwickelt haben«, sagt Dev Rishi, General Manager AI bei Rubrik. »Statische Anmeldeinformationen waren nie für autonome Akteure konzipiert.«
Inventar für Agenten und MCP-Server
Agent Identity soll aktive Agenten, MCP-Server, Skills und Plugins erkennen und katalogisieren. Die Zugriffskontrolle lässt sich laut Anbieter mit vorhandenen Identitätsstrukturen verbinden. Als Integrationen nennt Rubrik Okta und Microsoft Entra ID. Ein zusätzliches Verzeichnis für Agentenidentitäten sei nicht erforderlich.
Die Funktion ergänzt die Agent Cloud um vier Bereiche: die Überwachung von Agenten und MCP-Servern, Identitätskontrollen je Tool-Aufruf, SAGE-basierte Laufzeitrichtlinien sowie Agent Rewind. Gedacht ist dies vor allem für Umgebungen, in denen autonome Systeme auf geschäftskritische Daten und Anwendungen zugreifen.
Der Hersteller verweist hier auch auf eine Befragung von mehr als 1.600 IT- und Sicherheitsverantwortlichen durch Rubrik Zero Labs. Demnach erwarten 86 Prozent, dass KI-Agenten die Sicherheitskontrollen ihrer Organisation innerhalb eines Jahres überfordern könnten. Nur 23 Prozent geben an, alle aktiven Agenten zu überblicken.