Fujitsu Monaka holt KI-Rechenarbeit zurück auf die CPU
Fujitsu will mit Monaka mehr KI-Rechenarbeit direkt auf die CPU holen. Der neue Arm-Prozessor kombiniert 2-nm-Rechenkerne, 3D-Stacking und hohe Speicherbandbreite. Passende Server sollen auch luftgekühlt arbeiten und zielen auf KI-Inferenz, HPC sowie souveräne Rechenzentrums-Infrastrukturen mit nachvollziehbarer Lieferkette.
Mit Monaka kündigt Fujitsu einen neuen Server-Prozessor für Rechenzentren, KI und HPC an. Der Ansatz: KI-Rechenarbeit soll stärker direkt auf der CPU laufen. Bei KI-Servern übernehmen GPUs oder andere Beschleuniger heute meist die rechenintensiven KI-Aufgaben. Die CPU koordiniert den Ablauf und übernimmt allgemeine Aufgaben. Monaka soll KI-Inferenz so effizient auf der CPU erledigen, dass für bestimmte Aufgaben nicht zwingend zusätzliche Beschleuniger nötig sind.
Fujitsu positioniert Monaka als Arm-Prozessor für KI, Cloud und HPC. Die CPU soll ab November 2026 weltweit an Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber sowie Server-Hersteller verkauft werden.
Die CPU kombiniert 3D-Stacking mit 2-nm-Rechenkernen sowie 5-nm-Bereichen für Cache und I/O. Sie soll mit bis zu 3,8 GHz arbeiten und Speichertransfers von 8.800 Megatransfers pro Sekunde erreichen. Spezielle Instruktionen für Matrixoperationen und SVE2 sollen die KI-Inferenz beschleunigen. Im Vergleich zu nicht näher genannten CPUs spricht Fujitsu vom doppelten Inferenzdurchsatz.
Zum Sicherheitskonzept gehört Confidential Computing auf Basis von Arm CCA. Hardware-gestützte Verschlüsselung soll Daten und laufende Anwendungen im Arbeitsspeicher vor Zugriffen durch Betriebssystem und Hypervisor schützen. Damit richtet sich Monaka auch an Multi-Tenant-Clouds und Umgebungen mit sensiblen Daten.
Server mit CXL und Luftkühlung
Parallel zur CPU kündigt Fujitsu den Fujitsu MONAKA Server an. Die Systeme werden in Japan entwickelt und gefertigt. Für Europa sind 2U-Rack-Server mit zwei CPUs sowie 1HE-Modelle mit einer oder zwei CPUs vorgesehen. Hinzu kommen 2U-Multi-Node-Systeme mit vier Nodes und jeweils zwei CPUs für HPC-Anwendungen.
Die 1U-Variante nutzt CDI/CXL, um Arbeitsspeicher und Beschleuniger serverübergreifend zuzuweisen. Das soll Speicherengpässe bei der KI-Inferenz verringern und die Ressourcen besser auslasten. Der Server soll mit Luftkühlung bei Umgebungstemperaturen bis 40 Grad Celsius arbeiten können. Für Wasserkühlung nennt Fujitsu Wassertemperaturen bis 45 Grad Celsius.
Fujitsu gibt an, den Energiebedarf für die Serverkühlung um bis zu 80 Prozent senken zu können. Für Betreiber ist vor allem relevant, dass die Systeme auch für bestehende, luftgekühlte Rechenzentren vorgesehen sind und nicht zwingend spezielle Kühltechnik voraussetzen.
Souveränität über die Lieferkette
Die Monaka-Server werden im Fujitsu-Werk Kasashima in Japan gefertigt. Der Souveränitätsansatz basiert vor allem auf Herkunft, Rückverfolgbarkeit und Transparenz der Lieferkette. Zusätzlich sollen die KI-Plattform Fujitsu Kozuchi, die generative Unternehmens-KI Takane und branchenspezifische Modelle zu einem integrierten KI-Angebot zusammengeführt werden.
Die Monaka-Server sollen in Japan und Europa ab November 2026 verkauft und ab April 2027 schrittweise ausgeliefert werden. Geplant sind außerdem dichtere Systeme für KI-Rechenzentren und Rack-Scale-Server mit automatisierter Wartung per Robotik.