31.07.2014 (eh)
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Interview mit Nexenta: nur Microsoft & Red Hat sind Wettbewerber

Immer mehr Unternehmen im Storage-Bereich beginnen damit, Software-defined-Storage-Lösungen (SDS) anzubieten. Doch wo sind die Unterschiede der Angebote? Im speicherguide.de-Interview positioniert Thomas Cornely, VP Product Management bei Nexenta, sein Unternehmen und analysiert die Wettbewerbsituation auf dem Software-defined-Storage-Markt.

  Etliche Unternehmen kündigten in diesem Jahr den Markteintritt in Software-defined Storage (SDS) an. Sie sind mit dem auf ZFS basierenden »NexentaStor« schon länger unterwegs. Wie sehen Sie die Wettbewerbersituation im Bereich SDS?

Thomas Cornely, VP Product Management, NexentaThomas Cornely, VP Product Management, NexentaCornely: Wenn wir den Markt für Enterprise-Storage betrachten, dann gibt es derzeit nur zwei ernsthafte Wettbewerber zu Nexenta, die ebenfalls aus der Software-Ecke kommen: Microsoft und Red Hat. Microsoft versucht gerade, im Umfeld von Software-defined Storage Fuß zu fassen. Sowohl Microsoft als auch Red Hat arbeiten nur auf ihrem eigenen Stack, und sie haben beide kein Storage-Management-System. Nexenta arbeitet mit beiden zusammen, um genau das für sie aufzubauen.

  Also ein Fall von »Coopetition«, wie man das neuerdings umschreibt?

Cornely: Das heißt es in der Tat: Sie sind sowohl Wettbewerber als auch potentielle Partner.

  Wie positionieren Sie sich selbst auf dem SDS-Markt?

Cornely: Unsere Position sehen wir so: Wir sind der weltweite Marktführer in Software-defined Storage mit einem ausgereiften Produkt, einem wachsenden Team und einer Vision des Software-defined Datacenters. Mit unserem Portfolio an Produkten sehen wir uns in einer guten Position auf dem Markt für Software-defined Solutions. Unser Nexentastor ist ein ausgereiftes Produkt, das bereits in der vierten Version vorliegt und bereits tausendfach im Einsatz ist. Die derzeitige Version 4.0 besticht durch fortschrittliche Funktionen, wie sie in der Enterprise-Klasse gängig sind, und steht damit im direkten Wettbewerb mit Herstellern von Legacy-Storage wie EMC, NetApp, IBM oder HDS. Wir sehen uns mit Nexentastor als führend bei Unified-File- und Block-Services, Datenintegrität, Verfügbarkeit von Daten, asynchrone Replikation, Snapshots, Inline-Data-Reduction und einem einheitlichen Management-UI.

  Können Sie das etwas mit Zahlen untermauern?

Cornely: Wir pflegen ein komplettes Ecosystem mit Partnern für Technologie und Referenzarchitekturen, was bisher in einer komplett mit Nexentastor verwalteten Basis von mehr als 5.000 zahlenden Kunden resultiert, die zum Teil mehr als 1,5 PByte pro Installation verwalten.

  Jüngst gesellte sich jetzt auch noch Open-E mit dem ebenfalls auf ZFS basierenden »Jupiter DSS« zum Markt. Wie sehen sie die Unterschiede zu Open-E?

Cornely: Das Produkt von Open-E wurde erst vor wenigen Wochen vorgestellt. Wir konnten uns noch nicht eingehend damit befassen. Hier also nur eine Momentaufnahme, wie wir die eigene Position im Verhältnis zu dem neuen Wettbewerber sehen.

Da es ein ganz neues Produkt ist, kann natürlich noch die Reife noch in Frage gestellt werden. Fehlender Support und ein Mangel an Technologiepartnerschaften können bemängelt werden. Da es in der ersten Version angeboten wird, fehlen aus unserer Sicht wichtige Funktionen, die in Großunternehmen gängig sind.

  Was sind das für Funktionen?

Cornely: Beispielsweise Unterstützung für NFS, SMB, und Fibre-Channel, was den adressierbaren Markt deutlich einschränkt. Wir erkennen auch keine Hochverfügbarkeit und keine Unterstützung für Snapshots. Dann sind Zertifizierungen noch nicht abgeschlossen.

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