05.03.2020 (kfr)
4.2 von 5, (6 Bewertungen)

Datacore: Hybride Speicherstrukturen mit einfacherer Verwaltung

  • Inhalt dieses Artikels
  • Data on the Move – mit der passenden Speicherstrategie
  • Datacore plant für 2020 spürbares Wachstum
  • KI soll SDS verbessern
  • Storage-Struktur: Mix aus Cloud und On-Premises

Wie genau künftige Speicherstrukturen aussehen sollen, darüber gibt es verschiedene Thesen. Laut Datacore wollen Unternehmen die Kontrolle über wichtige Daten behalten, anstelle alles in die Cloud zu verschieben. Der Trend gehe daher vor allem in Richtung hybrider Strukturen, inklusive einem intelligenteren, effizienteren und einfacheren Speichermanagement.

Daten befinden sich in Bewegung und sollen deswegen immer auf dem am besten geeignetsten Storage gespeichert werden (Bild: speicherguide.de)Daten befinden sich in Bewegung und sollen deswegen immer auf dem am besten geeignetsten Storage gespeichert werden (Bild: speicherguide.de)Eine allgemeingültige Meinung der IT-Branche lautet, die Zukunft ist Software-definiert. Datacore behauptet dies bereits seit Jahren. Trotz Digitalisierung und sich vervielfachender Daten scheint sich die neue Ordnung noch nicht durchgesetzt zu haben.

»Ein Hemmschuh für die Modernisierung von Speicher-Infrastrukturen ist häufig das hardware-zentrierte Denken«, meint Gerardo A. Dada, Chief Marketing Officer bei Datacore. »Daten liegen meistens auf diskreten Speichersystemen, die nur bedingt oder gar nicht kompatibel zueinander sind. So eine Heterogenität führt zu Problemen bei der Datenmigration sowie zu Verwaltungs- und Kostenineffizienz. Heutzutage befreit Software-defined Storage (SDS) die IT von dieser Abhängigkeit. SDS-basierte Lösungen können mehrere Arten von Speichern, Anbietern, Protokollen und Netzwerkschnittstellen abstrahieren. Speichern ist dann einfach Speichern und keine komplexe Kompatibilitätswissenschaft mehr.«

SDS steht laut Alexander Best, Regional Technologist Central Europe & EMEA Alliances bei Datacore, für die dynamische Einteilung in Primär- und Sekundärspeicher, auf denen jeweils viel und wenig benötigte Daten gespeichert sind: »Die Software steuert die transparente Datenmigration zwischen verschiedenen Speichersorten im laufenden Betrieb – und sorgt so für ein intelligentes Auto-Tiering. Genau die Flexibilität, die nötig ist bei immer dynamischeren Daten, deren Bedeutung sich von Tag zu Tag ändert.«

Data on the Move – mit der passenden Speicherstrategie

Dementsprechend lautet das Datacore-Motto für 2020, Data on the Move. »Die Daten sind in Bewegung und wir kümmern uns darum, dass die Daten immer dort sind, wo sie am besten, effizientesten und kosteneffektivsten hingehören«, erklärt Best gegenüber speicherguide.de. »Und dies bedeutet nicht nur auf Block-Level, wie wir es bisher mit SANsymphony gemacht haben, sondern auch klassische auf File-Level.« Datacore hatte hierzu im November sein neues Produkt vFilo vorgestellt.


Datacore plant für 2020 spürbares Wachstum

Dave Zabrowski, Datacore (Bild: speicherguide.de)Dave Zabrowski, DatacoreDas laufende Jahr steht für Datacore für Stabilität und Wachstum. So formulierte es auch CEO Dave Zabrowski kürzlich auf der Datacore Partnerkonferenz in Leipzig: »Nach Jahren der Transformation und Vision, wollen wir nun wachsen.« Hier sieht der Hersteller auch den Markt auf seiner Seite. Die Zeichen stehen Zabrowski zufolge weiterhin auf Wachstum. In Rechenzentren werde vor allem in Block-Storage investiert. Insgesamt wächst der Bereich SDS bis 2022 jährlich um durchschnittlich rund 33 Prozent. Wobei die Prognosen noch vor dem Coronavirus erstellt wurden…

Zu den wichtigsten Ankündigungen der Partnerkonferenz gehören die Partnerschaft mit Veeam sowie die Kooperation mit MayaData und Insight Venture, mit denen man massiv in Container-Technologien investieren will. Datacore Zabrowski sprach hier von 26 Millionen US-Dollar.

Spannend ist die Zusammenarbeit mit Veeam: »Wir sind der erste Partner im offenen Veeam Plugin-Programm«, erklärt Best. »Das heißt, das Sansymphony-Plugin wurde von uns entwickelt und vom Veeam Qualitätssicherungsprozess qualifiziert.« Damit integriert sich Datacores SDS-Plattform in Veeams Backup- und Replication-Software. Damit sollen IT-Manager beispielsweise Backups und Snapshots für unterschiedliche Speichersysteme nutzen, ohne den laufenden Betrieb zu bremsen.


KI soll SDS verbessern

Gerardo A. Dada, DatacoreGerardo A. Dada, DatacoreDie Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) könnte sich auch vorteilhaft auf SDS auswirken. Hier verspricht man sich eine Entlastung bei der Verwaltung der Infrastruktur sowie eine Performance-Verbesserung durch eine optimalere Kapazitätsnutzung. Außerdem soll mittels KI der Zustand der Systeme effizienter und globaler überwacht werden und auf Ausfallgefahren bzw. Reparaturnotwendigkeiten hinweisen.

»KI und Machine-Learning spielen auch bei der Nutzung von Daten über Daten, den so genannten Metadaten, eine wichtige Rolle«, sagt Datacore-CMO Data. »Auf der Basis der Metadaten kann eine SDS-basierte Lösung bestimmen, wie die Daten behandelt werden müssen. Zum Beispiel wird so der beste Speicher nach den Kriterien der Geschäftsanforderungen (u.a. Performance, Kosten, Verfügbarkeit) ausgewählt oder nach den Kriterien, ob Informationen innerhalb eines Landes bleiben oder in ein anderes Land verschoben werden können.« Dies verbessere den Einblick in das gesamte Speichernetzwerk. Aber auch die Einhaltung von Datenschutz- und Compliance-Richtlinien soll, wegen der globalen Transparenz der vorhandenen Daten, leichter fallen.

Storage-Struktur: Mix aus Cloud und On-Premises

Der Cloud kann sich zwar kaum ein Unternehmen verschließen, trotzdem sieht Datacore einen Trend dahingehend, dass Unternehmen ihre wichtigen Daten lieber wieder im eigenen Haus vorhalten möchten, um die volle Kontrolle zurückzuerhalten. »Der Trend geht daher zu einem Mix aus Cloud und Vor-Ort-Speicher«, erklärt Data. »Mit SDS-Lösungen können sowohl lokale Speicher als auch Daten in der Cloud verwaltet werden.« Mit Hybrid-Clouds sollen IT-Abteilungen die gleiche Dynamik und Flexibilität erhalten wie bei herkömmlichen Vor-Ort-Speichern, die Software-definiert verwaltet werden.

Laut Datacore CEO Zabrowski gehen die Anforderungen in Richtung intelligenterer, effizienterer und einfacherer Speichermanagement-Lösungen. Wegen der hohen Flexibilität sei vor allem SDS das Mittel der Wahl.