09.01.2020 (kfr)
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Cyberkriminalität 2019: Mehr als jeder zweite Onliner betroffen

Dass wir uns im Internet vor Cyberkriminalität schützen sollen, ist bekannt. Die neuen Zahlen des Digitalverbands Bitkom lassen jedoch aufhorchen: Mehr als jeder zweite Onliner (55 Prozent) war 2019 Opfer von kriminellen Vorfällen im Internet. Dies entspricht einem Anstieg von 5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr (2018: 50 Prozent).

Am häufigsten klagen Anwender dabei über Schadprogramme auf dem Smartphone oder Computer: Fast die Hälfte der Internutzer (46 Prozent) war davon betroffen. Von jedem Vierten (26 Prozent) wurden persönliche Daten ungefragt an Dritte weitergegeben. Und nahezu jeder Fünfte (19 Prozent) gibt an, beim privaten Einkaufen oder bei Verkaufsgeschäften im Internet betrogen worden zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Bitkom unter mehr als 1.000 Internetnutzern in Deutschland.

Susanne Dehmel, BitkomSusanne Dehmel, Bitkom »Jedes Jahr nutzen mehr Internetnutzer eine steigende Zahl von Online-Diensten«, meint Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. »Das vergrößert auch die Angriffsfläche für Cyberkriminelle und setzt Anreize für täglich neue Schadprogramme. Nutzer können sich aber mit vergleichsweise wenig Aufwand schützen – angefangen mit Virenscannern und regelmäßigen Software-Updates.« Von 15 Prozent der Internetnutzer wurden im vergangenen Jahr Zugangsdaten zu einem Online-Dienst ausspioniert, beispielsweise zu sozialen Netzwerken oder Online-Shops. Etwa jeder Achte (12 Prozent) sagt, beim Online-Banking betrogen worden zu sein bzw. dass Kontodaten missbraucht wurden. Grund dafür sind in vielen Fällen sogenannte Phishing-Attacken auf Verbraucher, bei denen Kontodaten durch betrügerische Emails erbeutet werden.

Bitkom: Mehr als jeder zweiter Online von Cyberkriminalität betroffenBitkom: Mehr als jeder zweiter Online von Cyberkriminalität betroffen

Cyberkriminalität: Von der Beleidigung über Erpressung bis hin zum Identitätsdiebstahl

Neben Diebstahl und Betrug, sehen sich Internetnutzer (9 Prozent) persönlichen Angriffen und Beleidigungen gegenüber. Online-Nutzer klagen zudem über sexuelle Belästigung im digitalen Raum (8 Prozent) und bei fünf Prozent der Nutzer haben sich andere Personen der eigenen digitalen Identität bemächtigt. Bei in etwa genauso vielen wurden unerwünscht Mails im eigenen Namen versendet, ein Problem, dass die speicherguide.de-Redaktion nur zu gut kennt. Stündlich treffen Spam-Mails von noreply@ speicherguide.de bei uns ein. Bei zwei Prozent der Onliner wurde der Computer oder das Smartphone mit Ransomware verschlüsselt und die Betroffenen aufgefordert, Lösegeld zu bezahlen, um die Daten zu entschlüsseln.

Die Aufklärungsquote von Straftaten in Deutschland liegt bei insgesamt fast 58 Prozent. Für 2018 gab das bayerische Staatsministerium eine Aufklärungsquote für Cyberkriminalität mit dem Tatmittel Internet von über 47 Prozent an. Der Beute- und Vermögensschaden wurde 2018 auf über 22 Millionen Euro beziffert. Allerdings dürfte es eine sehr hohe Dunkelziffer geben, weil sehr viele Cyberangriffe nicht zur Anzeige gebracht werden.

»Für eine konsequente Strafverfolgung im Internet müssen die Ermittlungsbehörden über das notwendige Know-how und die entsprechenden Ressourcen verfügen«, Dehmel. »Gleichzeitig gilt immer, dass staatliche Befugnisse verhältnismäßig sein sollten und die Privatsphäre von Verbrauchern gewahrt bleiben muss.«

Bitkom hat in sechs Tipps zusammengefasst, wie sich Internetnutzer mit einfachen Mitteln vor kriminellen Vorfällen schützen können:

  • Komplexe Passwörter nutzen
  • Passwort-Manager als Kennwort-Tresor einsetzen
  • Mehr-Faktor-Authentifizierung nutzen
  • Regelmäßig Updates fahren
  • Vorsicht bei dubiosen Mails und Anfragen
  • Informationen ernst nehmen und handeln