15.04.2016 (eh)
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Backup-Topthema ist die Cloud

  • Inhalt dieses Artikels
  • Veeam dockt an die Azure-Cloud an
  • Unitrends startete deutsches Cloud-Rechenzentrum
  • Topthema Nummer Eins bei Novastor: die Cloud
  • Neue Storagecraft-Cloud-Services für individuelles Recovery
  • Carbonite verstärkt sich am oberen Ende mit Evault
  • Anwender favorisieren weiterhin Backup-Appliances

Die Backup-Protagonisten docken ihre Lösungen zunehmend an die Cloud an. Wer noch kein Cloud-Feature hatte, startet es spätestens in diesem Jahr. Oder verfeinert bzw. erweitert seine existierenden Lösungen. Auch die diesjährige CeBIT war ein Gradmesser des Trends.

Die CeBIT avancierte 2016 zur heimlichen Cloud-Messe.Die CeBIT avancierte 2016 zur heimlichen Cloud-Messe.Die Cloud wird zunehmend ein wichtigerer Stützpfeiler in einer umfassenden Datensicherungsstrategie von Unternehmen. Die Marktforscher von IDC stellen fest, dass der Wechsel hin zur Hybrid-Cloud bereits in vollem Gange ist und in naher Zukunft noch an Fahrt aufnehmen wird. Laut einer aktuellen IDC-Studie setzen bereits 20 bis 40 Prozent der Befragten auf eine Hybrid-Cloud-Strategie, je nachdem, wie Hybrid-Cloud genau definiert wird. Fast alle Befragten haben Pläne für eine Hybrid-Cloud.

»Bis 2018 wird mehr als die Hälfte der Unternehmensinvestitionen in Bereich IT Infrastruktur und Software in die Cloud gehen. Bis 2020 wird dieser Anteil auf 60 bis 70 Prozent steigen« ist sich Frank Gens, Senior Vice President & Chief Analyst bei IDC. »Die digitale Transformation anzugehen, ohne eine Cloud-basierte IT, wird schlicht unmöglich sein.«

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Veeam dockt an die Azure-Cloud an

Der Backup- und Recovery-Spezialist Veeam Software geht beim Einbeziehen der Cloud in Datenverfügbarkeitsstrategien nun einen weiteren Schritt voran, und kündigt die vorkonfigurierte Azure-Appliance »Direct Restore to Microsoft Azure« an. Auf der CeBIT war eine Preview eines der Stand-Highlights bei Veeam. Die neue, mittlerweile offiziell angekündigte Lösung ermöglicht Wiederherstellung in der Cloud für »Veeam Backup & Replication« und »Veeam Endpoint Backup«. Nutzer der neuen kostenlosen Lösung können laut Veeam mit Hilfe eines automatisierten Konvertierungsprozesses physische oder virtuelle Workloads in der Cloud wiederherstellen oder in die Cloud migrieren.

»Wir haben das neue Cloud-Feature speziell für diejenigen Anwender konzipiert, die eine steigende Cloud-Nutzung in ihre Datenverfügbarkeitsstrategien einplanen«, betont Tim Willeford, Senior Manager, Corporate Communications EMEA bei Veeam. Nutzer sollen damit Windows-basierte, virtuelle Maschinen (VMs), physische Server oder Endpoints schnell in Azure wiederherstellen und so Betriebsstörungen minimieren können. Die neue Funktion unterstütze auch die geplante Migration von lokalen Workloads in die Cloud, um Kapazitätsengpässe im Rechenzentrum zu vermeiden.

Unitrends startete deutsches Cloud-Rechenzentrum

Cloud-Backup ist derzeit ein heißes Thema. Doch wo liegen die Daten, wenn sie an einen Cloud-Service-Provider übergehen würden? Unitrends hat dazu bereits für ihre Datensicherungslösungen letztes Jahr ein deutsches Rechenzentrum aufgestellt. Und dass die Backup-Daten deshalb Compliance-gerecht in Deutschland gehostet werden, war eines der Topthemen auf der CeBIT am Unitrends-Messestand. »Die Unternehmen wollen einfach wissen, wo ihre sensitiven Daten liegen, und welchen Datenschutzgesetzen sie unterliegen«, erklärt Michael Hon-Mong, Geschäftsführer der deutschen Unitrends-Niederlassung.

Mit der neuen Unitrends-Cloud erfüllt das Datensicherheitsunternehmen die steigende Nachfrage nach lokalen, Cloud-basierten Storage-, Langzeitaufbewahrungs-, Disaster-Recovery- und Business-Continuity-Lösungen. Mit der »No Limits Cloud« für Storage und Disaster-Recovery biete sich hier eine echte Alternative zu aufwändigen Tape- und Replikations-Strategien. Alle in der Unitrends-Appliance gespeicherten Daten werden auf Wunsch in die No Limits Cloud repliziert.

Topthema Nummer Eins bei Novastor: die Cloud

Was beschäftigt den deutschen Mittelstand in Punkto Backup und Restore? »Nummer Eins bleibt die Cloud«, lautete das Resümee beim Hamburger Backup-Softwarehaus NovaStor nach 400 Terminen am Ende der CeBIT. »Ob man sie will oder nicht – die Cloud liefert IT-Verantwortlichen den Anlass, bestehende Backup-Konzepte zu evaluieren, zu revidieren oder zu bestätigen«, erklärt Novastor-CEO Stefan Utzinger.

Noch dringlicher stehe die Cloud IT-Händlern und Systemhäusern ins Geschäft geschrieben. »Die Frage ist nicht ob, sondern wann sie einsteigen«, ist sich Utzinger sicher. Managed-Backup-Services beispielsweise, mit dem vor wenigen Monaten vorgestellten »NovaBackup Cloud Port«, habe wie erwartet zu den Topthemen auf dem Novastor-Messe-Stand gezählt. Die altbekannte 3-2-1-Regel lasse sich mit einem Cloud-Backup bestens umsetzen. Übrigens: Topthema Nummer Zwei war bei Novastor auf der Messe die Sicherung von Netzwerken.

Neue Storagecraft-Cloud-Services für individuelles Recovery

Der Backup- und Disaster-Recovery-Spezialist StorageCraft Technology lupfte auf der CeBIT erstmals den Vorhang für die neuen Storagecraft-Cloud-Services, die in Kürze auf den europäischen Markt kommen sollen. Mit den neuen Cloud-Services soll Unternehmen eine Plattform zur Verfügung stehen, die sich problemlos an individuelle Recovery-Anforderungen anpassen lässt.

Die Cloud-Services sollen über neue, flexible Wiederherstellungsoptionen verfügen, mit denen sich Systemausfälle und Datenverluste minimieren lassen. Ein weiterer Vorteil: Aufgrund der vollständigen Virtualisierung und Vernetzung in der Cloud sollen sich verloren gegangene Daten im Bedarfsfall sehr schnell wiederherstellen lassen. Die Cloud-Services werden als Portal zur Verfügung gestellt. »Das ist für Partner besonders interessant, da sie dadurch sehr einfach ihren Kunden Managed-Services anbieten können«, erläutert Ellen Marie Hickey, Marketing Director Europe von Storagecraft.

Carbonite verstärkt sich am oberen Ende mit Evault

Thomas Kasper, CarboniteThomas Kasper, CarboniteCarbonite ist hinlänglich als Cloud-Backup-Spezialist bekannt. »Carbonite Server Backup« (CSP) ist eine hybride Datensicherungslösung, die sich an kleinere Unternehmen bis ca. 100 Clients richtet. Auf der CeBIT gab das Unternehmen Einblick, was sich demnächst tut – es steht nämlich ein Restart des Cloud-Backup-Spezialisten Evault an, den Carbonite vergangenen Dezember von Seagate kaufte.

Evault soll dort aufsetzen, wo CSP aufhört. Also Kunden ab 100 bis ca. 500 und mehr Mitarbeiter ansprechen. Außerdem lassen sich damit auch VMware-Server sichern. Und für Channel-Partner gibt es eine White-Label-Version, mit der die Möglichkeit besteht, dass Partner gegenüber ihren Kunden als Managed-Service-Provider auftreten können. Und wenn es der Kunde richtig performant haben will, für den ist auch eine Appliance-Variante verfügbar. »Wir sind uns sicher: Die einfache Administrierbarkeit der Anwendungen wird uns beim Kunden weiterhelfen«, betonte Thomas Kasper, Executive Director DACH von Carbonite Germany.

Anwender favorisieren weiterhin Backup-Appliances

Aber auch wenn Cloud-Backup ein Topthema ist – man darf nicht vergessen, dass der Markt dafür umsatzmäßig noch klein ist. Richtig großer Umsatz wird dagegen mit Backup-Appliances gemacht. »14.4 Prozent der deutschen Unternehmen gaben in unserem ‚2015 Storage Survey’ an, dass die Elimierung von Tape-basierten Backup-Lösungen der Hauptgrund für den Einsatz von Backup-Appliances ist«, erläutert Carla Arend, Program Director, European Datacenter & Cloud Research bei IDC.

38,8 Prozent führten hierbei als Hauptgrund an, dass sie durch den Einsatz von Backup-Appliances die Backup-Performance erhöhen möchten, um die Backup-Zeiten zu verkürzen. »35,1 Prozent der befragten deutschen Unternehmen gaben an, dass sie die Wiederherstellungszeiten von Stunden auf Minuten verkürzen möchten, und dafür Backup-Appliances einsetzen«, erläutert Arend. – Und Wiederherstellungszeiten von Minuten sind mit Cloud-Backup natürlich nicht drin. Cloud-Backup ist damit klar eine Lösung für das absolute Disaster im Rechenzentrum; dann sind aktuelle korrekte Backup-Daten wichtiger als minutenschnelle Wiederherstellungszeiten.