16.10.2020 (Doc Storage)
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Welchen Stellenwert haben DMTF Redfish und SNIA Swordfish?

Leserfrage: Die neuen Versionen von DMTF Redfish und SNIA Swordfish enthalten nun NVMe- und NVMe-oF-Spezifikationsverbesserungen. Welchen Stellenwert haben die beiden Spezifikationen?

Antwort Doc Storage:

Die SNIA und DMTF haben bekanntgegeben, dass die Swordfish-Spezifikation für Speichermanagement in ihrer Version 1.2.1 und DMTF Redfish in der Version 2020.3 Funktionen bereitstellen, um NVMe (NVM Express) und NVMe over Fabrics (NVMe-oF) vollständig von Redfish und Swordfish aus zu verwalten.

SNIA Swordfish und Redfish bieten damit ein durchgehendes Management von Rechnern, Speichern und Speichernetzwerken, einschließlich NVMe- und NVMe-oF-Umgebungen. Die NVMe-oF-Spezifikation, vom Open Industry Consortium NVM Express entwickelt, unterstützt momentan Fabric-Datentransport wie RDMA (iWARP, RoCE, IB), TCP oder Fibre-Channel. In den Spezifikationen für NVMe- und NVMe-oF waren bisher keine weitreichenden Möglichkeiten für die entfernte Konfiguration oder die Provisionierung enthalten, womit beispielsweise eine Skalierung der NVMe-oF-Technologie auf große konvergente Infrastrukturen möglich gewesen wäre.

Die SNIA hält die Integration dieser Technologien in ihren Standard für einen großen Vorteil. Da DMTF dasselbe Ziel verfolgt, haben sich beide zur Veröffentlichung einer einheitlichen Definition zusammengetan.

Zu diesen Funktionen der neuen Versionen von Redfish und Swordfish gehören zum einen Konzepte und Verbesserungen der Modelle von Redfish und Swordfish, inklusive Vorgaben zur Verwaltung von NVMe- und NVMe-oF-Geräten und -systemen. Darüber hinaus eine detaillierte Zuordnung der NVMe-Spezifikationen zu den bisher gültigen Redfish- und Swordfish-Modelle, um den Anwendern die Implementierungen zu erleichtern. Und schließlich das Bereitstellen von Beispielen für beide Ökosysteme, um die lokalen Installationen entsprechend anpassen zu können.

Da sich NVMe aufgrund der geringen Antwortzeiten und des hohen Durchsatzes immer weiter verbreitet, nutzen immer mehr Installationen der künstlichen Intelligenz (KI), des maschinellen Lernens (ML) oder IoT diese Definition.

Mit der Zusammenarbeit von SNIA und DTMF hat man diese weite Verbreitung nun auf solide, weil verlässliche Füße gestellt. Alle Hersteller und Anwender können sich nun auf einen Standard berufen und ihre neuen Systeme daran ausrichten, was bisher kaum oder gar nicht möglich war. Darüber hinaus ermöglicht diese Vereinheitlichung die gemeinsame Verwaltung aller Geräte innerhalb eines NVMe-(oF)-Verbundes von einer Stelle aus.

Somit haben diese Spezifikationen einen für die Zukunft sehr hohen Stellenwert, da ab jetzt verlässliche und herstellerunabhängige Standards gelten, auf die sich sowohl die Entwickler neuer Systeme als auch deren Anwender berufen können.

Gruß
Doc Storage

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Kommentare (1)
31.10.2020 - mress

Ich bin da ehrlich gesagt sehr skeptisch. Jahrelang haben wir versucht mittels SMI-S unsere diversen Storagearrays zumindest für Reportingzwecke auszulesen. Aber obwohl jeder Hersteller SMI-S unterstützt, macht doch jeder auch seine eigene API - und so waren die hohen Ziele von SMI-S, nämlich auch schreibend mittels API beliebige Speichersysteme anzusteuern schnell ad acta.

Ich vermute es wird mit Redfish ähnlich werden. Zu sehr bemühen sich die Hersteller um Abgrenzung von der Konkurrenz - und zu wenig unterstützen sie dabei vorgegebene Standards. Bei grösseren Konfigurationen kann ich nur empfehlen sich seinen eigenen API Standard zu bauen - u.U. sogar Redfish-based - und dann die Lieferanten dagegen programmieren lassen.


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