31.07.2015 (Doc Storage)
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Was ist eine bi-modale IT?

  • Inhalt dieses Artikels
  • Antwort Doc. tec. Storage:
  • Bi-modale IT – eine Erfindung von »Experten«

Leserfrage: Wieso sollten sich Unternehmen mit bi-modaler IT befassen? Welche Vor- bzw. Nachteile birgt dieser Ansatz, und wirkt sich dies auf Storage-Architekturen aus?

Antwort Doc. tec. Storage:

Tja, da hat es ein Beratungshaus mal wieder geschafft, sein Geschwurbel einer Begriffsneuschöpfung zu einem Fragethema zu erheben. Diesmal war Gartner erfolgreich. Seine »Experten« teilen seit einiger Zeit die DV (ja, Herrschaften, auch dafür gibt es ein deutsches Wort!!!) in zwei unterschiedliche Habitats, das eine der angeblich »schnellen« Systeme rund um mobile und analytische Anwendungen, das andere der »langsamen« Umgebungen im klassischen Rechenzentrumsbereich.

Mit diesem Konstrukt versuchen die »Experten« das angebliche Problem zwischen immer mehr »dynamischen« Ansprüchen der Fachabteilungen und den behäbigen, sich kaum ändernden Umgebungen für Datenbanken, Massendruck oder Büroanwendungen zu lösen. Aber – tritt man einen Schritt zurück und betrachtet das gesamte Bild, so wird auch diese Teilung in zwei Kasten der DV auf Dauer kaum helfen können, die zugegeben immer schneller wechselnden und aberwitzigen Forderungen mancher Anwender zu befriedigen. Denn sieht man es einmal nüchtern, müssen alle ach so dynamischen, netzorientierten und – ach ja – mobilen Anwendungen im Ende mit Informationen aus einer großen allwissenden Datenbank gefüttert werden und die von ihnen erzeugten, mehr oder weniger sinnvollen neuen Daten in diese eingefügt werden.

Bi-modale IT – eine Erfindung von »Experten«

Es geht also nicht darum, immer neue Anwendungen an die Front zu bringen. Man sollte die Herrschaften da draußen mal wieder an die Hierarchie der DV gewöhnen, und diese heißt: Zentrale Systeme -> Schnittstellen -> Systeme der Datendarstellung. Um es klar auszudrücken: Telefone, Denkbretter, Tischsysteme oder irgendwelche anderen Kleinstrechner sind keine EDV – sie sind Systeme der Datenerfassung und Datendarstellung. Erst die Weitergabe über wohldefinierte Schnittstellen in die bereits erwähnten Systeme der zentralen DV machen deren Daten verwendbar und – wenn man Glück hat – wertvoll. Érst nach ihrer Verarbeitung werden sie, wiederum über die wohldefinierten Schnittstellen, an die Geräte der Datendarstellung herausgegeben.

Es KANN also gar keine »bi-modale« DV geben, da es eben nur die Seite der Datenerfassung und Datendarstellung und die Seite der Datenverarbeitung gibt. Und solange die Schnittstellen vernünftig definiert sind, kann sich draußen mit und um die Daten prügeln, wer immer will, so schnell und so – ähäm – dynamisch er will. Die DV im klassischen Sinne kratzt das herzlich wenig.

Und – um den zweiten Teil Ihrer Frage zu beantworten – da die meisten Speichersysteme an der Seite der zentralen DV stehen, hat diese Neuschöpfung (die keine ist, wie wir oben bewiesen haben) keinerlei Auswirkungen auf die Architekturen. Vielleicht auf die Geldbeutel der »Berater« und »Experten«, die sich die Erfindung eines neuen Reizwortes teuer bezahlen lassen…

So, und jetzt kann man mich wieder verprügeln. Dann mal los.

Gruß
Doc. tec. Storage


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Kommentare (1)
31.07.2015 - eh

Und noch so eine Wortschöpfen der Gartner-Experten: Unternehmen müssen in Zukunft "dynamikrobust" sein. Irgendwie klingt das alles nach einem "Placebo". Freilich wird suggeriert, damit die drängendsten Herausforderungen der Digitalisierung angehen zu können. Weil die gesamte IT tatsächlich kurzlebiger zu werden scheint. Aber ob man damit die zum Teil historisch erworbene Komplexität aufheben kann?


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