09.06.2017 (Doc Storage)
4.7 von 5, (3 Bewertungen)

Was ist ein Slow-Drain-Device?

Leserfrage: In einem der Vorträge auf der Flash Forward wird von Slow-Drain-Devices gesprochen? Was ist das? Welchen Einfluss haben diese Geräte auf die Netzwerkinfrastruktur und was sollte man dazu wissen?

Antwort Doc Storage:


In den meisten Fällen handelt es sich bei »Slow Drains« um Endgeräte von Netzwerken, die nicht in der Weise leistungsfähig sind, wie man dies bei vollständiger Nutzung der Bandbreite erwarten würde. Dies gilt sowohl in klassischen SAN-Umgebungen, aber auch in LANs mit RoCE, FCoE oder ähnlichem.

Nehmen wir beispielsweise an, ein Netzwerk bietet 8-Gbit-Bandbreite, aber ein Endgerät ist lediglich mit 4 Gbit angeschlossen (zum Beispiel, weil der entsprechende Adapter nur diese Leistung bietet). So lange die benutzte Bandbreite die 4 Gbit nicht überschreitet, wird die Leistung der Übertragung nicht beeinflusst. Allerdings wird es andere Endgeräte geben, die die von dort angeforderten Daten in den ihnen möglicherweise zur Verfügung stehenden 16 Gbit abgeben. In diesem Fall müsste dann das Netzwerk mit seinen Aktivkomponenten als Puffer agieren, weil die Daten zum 4-Gbit-Anschluß langsamer abfließen, als sie ins Netz gesendet werden. Sollte dies keine Ausnahmesituation, sondern die Regel sein, lässt sich schnell feststellen, dass die benötigten Puffergrößen im Netzwerk anschwellen.

Die möglichen Gründe hierfür sind vielfältig: eine fehlerhafte Einstellung der Fan-in/Fan-out-Nutzung, die Ausreizung eines ISL-Oversubscribings, oder aber die schon beschriebene Nicht-Übereinstimmung von Link-Geschwindigkeiten des Senders und des Empfängers. In jedem Fall wird die lokale Puffer-zu-Puffer-Flußkontrolle genutzt, um die schneller gesendeten Pakete zwischenzulagern, ohne diese zu verlieren. Ist der Zielpuffer gefüllt, führt dies zu deutlichen Leistungseinbußen, da keine weiteren Pakete mehr gesendet werden können und die im Puffer befindlichen erst einmal an das empfangende Gerät abgegeben werden müssen. Diese Leistungseinbußen können sich im schlimmsten Fall auch auf den Sender auswirken, und dies geschieht mit höherer Wahrscheinlichkeit, je mehr Geräte unterschiedlicher Anschlussleistung sich im Netzwerk befinden.

Sollte sich also ein oder mehrere Geräte im Netzwerk deutlich langsamer verhalten als von ihnen erwartet, sind die oben erwähnten Fälle zu prüfen. Das heißt. im Idealfall alle Adapter auf dieselbe Übertragungsleistung zu heben und die »virtuellen« Einstellungen auf realistische Fan-in/Fan-Out- und Oversubscribing-Werte zu setzen.

Gruß
Doc Storage

Stellen Sie Ihre Frage
Doc. tec. Storage beantwortet alle Ihre technischen Fragen zu Storage, Backup & Co.

Stellen Sie Ihre Frage an: DocStorage@speicherguide.de

Mehr von Doc. tec. Storage 12.04.2019 Dateisysteme für den PByte-Bereich

Datenberge jenseits des PByte-Bereichs, Cloud-Anbindungen und Analytics-Szenarien stellen Dateiysteme vor neue Herausforderungen. Der Markt bietet einige Optionen wie GPFS, Gluster FS, OneFS oder QF2. Worauf gilt es zu achten?


05.04.2019 Neuordnung des Storage-Tiering

Nachdem sich Flash und SSDs mittlerweile auch in mehrere Leistungsklassen unterteilen, steht die Technik nicht mehr nur für Tier 0. 15k-HDDs scheinen vor dem Aus zu stehen. Gilt dies auch für alle SAS-Platten? Wie sieht die Neuordnung des Storage-Tiering aktuell aus?


15.03.2019 30 Jahre World Wide Web: Was gibt es zu feiern?

Das World Wide Web feiert seinen 30. Geburtstag. Ohne dem Internet ist unser heutiges Leben nicht mehr vorstellbar. Für Doc Storage hat das Netz aber auch genug Schattenseiten. An Regulierungen bzw. an das vom Erfinder erhoffte bessere Internet, glaubt er nicht.


08.03.2019 Datenanordnung im RAID 10 mit 8 Platten

In einem Server wird ein RAID 10 mit acht Festplatten unter Windows 2008 R2 betrieben. Nun ist ein Laufwerk ausgefallen. Da sich nur wenige Daten auf den HDDs befinden, besteht die Möglichkeit, dass die defekte Platte eventuell gar keine Daten enthält?


22.02.2019 Welcher RAID-Level für welche Anwendung?

Gibt es eigentliche eine Faustregel, welches RAID-Level für welche Anwendung am besten geeignet ist? Ich denke da zum Beispiel an Datenbanken mit sehr vielen Zugriffen bei relativ kleinen Datenmengen oder an Webserver und als Extrem auf der anderen Seite Bild-Datenbanken, Audio-Server beim Rundfunk, Video-Archive mit sehr hohen Datenvolumen.


15.02.2019 Was sagt DWPD über SSDs aus?

Im Zusammenhang mit (Enterprise-)SSDs wird oft die Qualitätsgröße DWPD (Drive Writes Per Day) genutzt. Meist wird die Angabe auch für einen Zeitraum von fünf Jahren spezifiziert. Was sagt DWPD genau aus und mit welcher Standard-Lebensdauer darf man rechnen?

powered by
Boston Server & Storage Solutions Datacore Software
Fujitsu Technology Solutions GmbH Seagate Technology
N-TEC GmbH FAST LTA AG