20.07.2018 (Doc Storage)
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Storage mit KI: Wie ist hier der Stand?

Leserfrage: Man liest ja in letzter Zeit einiges über Storage-Systeme mit eingebauter Intelligenz. Betrifft dies nur das Placement der Daten (Tier-Klassen), Objekt-Storage oder steckt da eine neue brauchbare Idee bezüglich Künstlicher Intelligenz (KI) dahinter?

Antwort Doc Storage:

Nunja, im Moment sieht es eher so aus, als würde einmal mehr sehr alter Wein in neuen Schläuchen verkauft. »KI« klingt ja auch besser als »Algorithmus« oder so. Ich will jetzt gar nicht mal eingedenk des Kollegen Weizenbaum beginnen darüber zu diskutieren, was KI überhaupt ist und ob sie in unserem Bereich irgendetwas besser oder einfacher macht. Allerdings haben große Systeme wie die Symmetrix von EMC schon vor zwanzig Jahren damit angefangen, über Prefetching-Algorithmen Daten so im Cache zu platzieren, dass sie nicht erst von Platte geholt werden müssen, wenn sie benötigt werden.

Heutzutage verkaufen das die Hersteller damit, dass nicht nur die Daten geholt, sondern sogar die Anwendungen vorausgeahnt werden sollen, die als nächste gestartet bzw. genutzt werden. Ich versteige mich zu der Frage, was das denn bitte anderes sein soll als das, was wir vor zwei Jahrzehnten gemacht haben. Und wieder höre ich schon das Gebüsch rascheln, aus dem die KI-Jünger gleich über mich herfallen werden.

Genauso verhält es sich mit der Verschiebung von »heißen« Daten in die leistungsfähigeren Bereiche eines Speichersystems, bzw. der »kalten« Bereiche in die langsameren. Was anderes hat das System zu tun, als sich die I/Os auf bestimmte Bereiche anzuschauen und dann die entsprechend dort gespeicherten Inhalte zu verlagern? Was soll KI denn dort tun als zu »ahnen«, welche Datenarten bzw. Datenbereiche als nächstes zu verlagern sind? Ich stelle mich gern für einen Test zur Verfügung, um ein »konventionell« gut getuntes System gegen ein mit KI aufgeblasenes antreten zu lassen. Ich bin mir (fast) sicher, dass das mit herkömmlichen Mitteln arbeitende Array kaum langsamer arbeiten wird als das angeblich intelligente.

Und bevor hier wieder alle über mich herfallen: Es geht um tagtägliche Anwendungen, also den Mischmasch aus statischen Dateien, Datenbanken und transaktionsorientierten Anwendungen. Und ja – ich suche tatsächlich noch nach einer brauchbaren Idee für KI im Storage. Bitte beachten: Nicht bei den auf dem Speicher liegenden Anwendungen, sondern im Speicher selbst.

Und nun, bitte zuhauen! 😉

Gruß
Doc Storage

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Kommentare (2)
27.07.2018 - mress

Muss da Doc beipflichten! Der Hersteller, der das Thema Storage mit "eingebauter Intelligenz" als Funktion von Storagearrays anpreist hat das Thema nicht richtig verstanden. Insofern fällt mir da ebenfalls wenig direkt zu ein. Was aber sicherlich stimmt ist der Kommentar von LHL zum Auffinden von Anomalien. So gehen z.B. die Dedup und Compressionraten massiv runter wenn plötzlich Ransomware auch anfängt meine Backups zu verschlüsseln. Oder Analytics von Log und Tracefiles - wobei das eher ein Thema für SIEM wäre. Und Autoplacement findet - z.B. bei Analytics eher auf einem höheren Layer statt als auf dem Arraylevel - Beispiel sind hier die Lösungen von Hammerspace welche Metalayer von Controllayer trennen und Daten. Oder aber die Kombination der Analytics der Storagesysteme mit Hypervisoranalytics um so ein Throttling der VMs zu erreichen (was wiederum für Serviceprovider interessant ist).

20.07.2018 - LHL

Direkt auf einem Speichersystem fällt mir für KI auch nichts ein. Eher im Monitoring Bereich zum Auffinden von Anomalien.


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