05.06.2015 (Doc Storage)
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Hyper-Konvergenz kontra Besitzstandswahrung

Leserfrage: Eigentlich erscheinen hyperkonvergente Systeme bestens geeignet für unser Rechenzentrum. Aber so richtig will sich keiner aus unserem IT-Team dafür begeistern. Ich, als CIO, habe den Eindruck, meine Administratoren denken mehr an Besitzstandswahrung als mal so richtig neue Ideen umzusetzen. Haben Sie Argumentationshilfen für Kompetenzverlust befürchtende Administratoren?

Antwort Doc Storage:

Ganz im Gegensatz zu den letzten Jahren, die von wohlgemeinten, aber nicht zielführenden Ansätzen der Konvergenz im Rechenzentrum geprägt waren, gibt es seit einigen Monaten sehr vielversprechende Ansätze, mit denen sowohl Rechner- als auch Speicher- und Netzwerk-Ressourcen und -administration zusammengeführt werden. Die hierfür eingesetzten Systeme verfügen inzwischen über mehr als ausreichend Rechenleistung und Hauptspeicher, um all diese Aufgaben souverän meistern zu können. Tatsächlich ist es also so, dass alle bisher in drei Abteilungen (Netze, offene Systeme und Speicher) aufgeteilten Dienste im Rechenzentrum auf eine Plattform zusammengezogen werden können. Die Benutzeroberflächen sind von Amerikanern für Amerikaner, also leicht zu begreifen und fehlerfrei zu bedienen, und die Ressourcen wie gesagt mehr als reichlich vorhanden.

Im alltäglichen RZ-Betrieb spart dies Investitionen, da nur noch eine Plattform angeschafft werden muss. Und auch Personal, da nur noch diese eine Plattform zu betreiben ist, sowie Diskussionen, da nicht mehr drei, sondern nur noch eine Fachabteilung den entsprechenden Betrieb regelt. Und damit vor allem zweierlei Dinge: Geld und Nerven. Das Personal im operationellen Betrieb kann auf ein Drittel heruntergefahren werden (jetzt höre ich sie schon wieder, die Personalvertreter), der Einkauf wird wesentlich einfacher, und die für unnötige Besprechungen und Abstimmungen verschwendete Zeit wird drastisch reduziert. Und wenn man den Gedanken zu Ende denkt, lassen sich im Ende auch noch die Kollegen der Backup- und Archivfraktion integrieren und teilweise kürzen.

Ja, es geht nur noch und ausschließlich um Besitzstandswahrung, wenn heute im Rechenzentrum versucht wird, Hyperkonvergenz wegzudiskutieren. Es gibt kein Argument dagegen (jaja, ich weiß, los, schreibt mir Leserbriefe!!!), und es gibt auch keine Argumente, die seit Jahrzehnten unnötig anfallenden Kosten für drei, vier oder gar fünf vollständige Mannschaften im Rechenzentrum durchzuschleppen. Ab und an braucht es eine ordentliche Revolution …

Gruß
Doc Storage

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Kommentare (4)
12.06.2015 - ben-schwarz

Exakt genauso ist es bei uns. Die Frage ist ganz gut gestellt.
Allerdings ist die Antwort auf die Frage ("Haben Sie Argumentationshilfen für Kompetenzverlust befürchtende Administratoren?"), ehrlich gesagt, nicht vernünftig beantwortet: "Ja, es geht nur noch und ausschließlich um Besitzstandswahrung..."
Da muss ich dem Vorposter "Daum" uneingeschrkänkt zustimmen: schade. Das ist keine Argumentationshilfe, sondern lediglich eine Bestätigung des Zustands.

08.06.2015 - RSchuster

"heißt wohl, dass sogar CIOs das Zeugs bedienen können :-)"

Oh je, wenn die Strategen auch noch das Doing machen, wird's lustig ;-)

05.06.2015 - Daum

Schade, von DocStorage hätte ich eine diffenzierte Betrachtung erwartet. Aus meiner Sicht ein Kommentar auf "B***"-Zeitungs-Niveau. "sehr vielversprechende Ansätze" heißt eben nicht, dass alles so einfach wird wie beschrieben. Diese Ansätze müssen sich in der Praxis erst mal bewähren. Wer lange in der IT arbeitet, weiß genau, wie viele der tollen Ansätze später gescheitert sind. Aber vielleicht wollte uns DocStorage ja nur ermuntern, mal in die Tasten zu greifen. Zumindest das hätte in meinem Fall ja schon mal funktioniert ;-)
In Zukunft wünsche ich mir aber wieder etwas reflektierte Antworten/Meinungen. Wenn es nix zu schreiben gibt, kann man es auch mal sein lassen.

05.06.2015 - pe

Puhhhh. Klasse Beitrag!
Am Besten finde ich "von Amerikanern für Amerikaner" - heißt wohl, dass sogar CIOs das Zeugs bedienen können :-)


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