05.06.2015 (Doc Storage)
4.1 von 5, (25 Bewertungen)

Hyper-Konvergenz kontra Besitzstandswahrung

Leserfrage: Eigentlich erscheinen hyperkonvergente Systeme bestens geeignet für unser Rechenzentrum. Aber so richtig will sich keiner aus unserem IT-Team dafür begeistern. Ich, als CIO, habe den Eindruck, meine Administratoren denken mehr an Besitzstandswahrung als mal so richtig neue Ideen umzusetzen. Haben Sie Argumentationshilfen für Kompetenzverlust befürchtende Administratoren?

Antwort Doc Storage:

Ganz im Gegensatz zu den letzten Jahren, die von wohlgemeinten, aber nicht zielführenden Ansätzen der Konvergenz im Rechenzentrum geprägt waren, gibt es seit einigen Monaten sehr vielversprechende Ansätze, mit denen sowohl Rechner- als auch Speicher- und Netzwerk-Ressourcen und -administration zusammengeführt werden. Die hierfür eingesetzten Systeme verfügen inzwischen über mehr als ausreichend Rechenleistung und Hauptspeicher, um all diese Aufgaben souverän meistern zu können. Tatsächlich ist es also so, dass alle bisher in drei Abteilungen (Netze, offene Systeme und Speicher) aufgeteilten Dienste im Rechenzentrum auf eine Plattform zusammengezogen werden können. Die Benutzeroberflächen sind von Amerikanern für Amerikaner, also leicht zu begreifen und fehlerfrei zu bedienen, und die Ressourcen wie gesagt mehr als reichlich vorhanden.

Anzeige

Im alltäglichen RZ-Betrieb spart dies Investitionen, da nur noch eine Plattform angeschafft werden muss. Und auch Personal, da nur noch diese eine Plattform zu betreiben ist, sowie Diskussionen, da nicht mehr drei, sondern nur noch eine Fachabteilung den entsprechenden Betrieb regelt. Und damit vor allem zweierlei Dinge: Geld und Nerven. Das Personal im operationellen Betrieb kann auf ein Drittel heruntergefahren werden (jetzt höre ich sie schon wieder, die Personalvertreter), der Einkauf wird wesentlich einfacher, und die für unnötige Besprechungen und Abstimmungen verschwendete Zeit wird drastisch reduziert. Und wenn man den Gedanken zu Ende denkt, lassen sich im Ende auch noch die Kollegen der Backup- und Archivfraktion integrieren und teilweise kürzen.

Ja, es geht nur noch und ausschließlich um Besitzstandswahrung, wenn heute im Rechenzentrum versucht wird, Hyperkonvergenz wegzudiskutieren. Es gibt kein Argument dagegen (jaja, ich weiß, los, schreibt mir Leserbriefe!!!), und es gibt auch keine Argumente, die seit Jahrzehnten unnötig anfallenden Kosten für drei, vier oder gar fünf vollständige Mannschaften im Rechenzentrum durchzuschleppen. Ab und an braucht es eine ordentliche Revolution …

Gruß
Doc Storage

Stellen Sie Ihre Frage
Doc. tec. Storage beantwortet alle Ihre technischen Fragen zu Storage, Backup & Co.

Stellen Sie Ihre Frage an: DocStorage@speicherguide.de
Kommentare (4)
12.06.2015 - ben-schwarz

Exakt genauso ist es bei uns. Die Frage ist ganz gut gestellt.
Allerdings ist die Antwort auf die Frage ("Haben Sie Argumentationshilfen für Kompetenzverlust befürchtende Administratoren?"), ehrlich gesagt, nicht vernünftig beantwortet: "Ja, es geht nur noch und ausschließlich um Besitzstandswahrung..."
Da muss ich dem Vorposter "Daum" uneingeschrkänkt zustimmen: schade. Das ist keine Argumentationshilfe, sondern lediglich eine Bestätigung des Zustands.

08.06.2015 - RSchuster

"heißt wohl, dass sogar CIOs das Zeugs bedienen können :-)"

Oh je, wenn die Strategen auch noch das Doing machen, wird's lustig ;-)

05.06.2015 - Daum

Schade, von DocStorage hätte ich eine diffenzierte Betrachtung erwartet. Aus meiner Sicht ein Kommentar auf "B***"-Zeitungs-Niveau. "sehr vielversprechende Ansätze" heißt eben nicht, dass alles so einfach wird wie beschrieben. Diese Ansätze müssen sich in der Praxis erst mal bewähren. Wer lange in der IT arbeitet, weiß genau, wie viele der tollen Ansätze später gescheitert sind. Aber vielleicht wollte uns DocStorage ja nur ermuntern, mal in die Tasten zu greifen. Zumindest das hätte in meinem Fall ja schon mal funktioniert ;-)
In Zukunft wünsche ich mir aber wieder etwas reflektierte Antworten/Meinungen. Wenn es nix zu schreiben gibt, kann man es auch mal sein lassen.

05.06.2015 - pe

Puhhhh. Klasse Beitrag!
Am Besten finde ich "von Amerikanern für Amerikaner" - heißt wohl, dass sogar CIOs das Zeugs bedienen können :-)


Mehr von Doc. tec. Storage 04.12.2020 Standortbestimmung Tape, HDD und Flash

Tape erlebt eine Renaissance und Flash ist bei Primärspeichern längst die Nummer eins. Die Festplatte ist zwar noch nicht am Ende, die Luft scheint aber dünner zu werden. Wie sieht Doc Storage die Entwicklung in den kommenden Jahren?


20.11.2020 Was ist Zoned-Storage?

Die ersten Hersteller setzen auf die sogenannte Zoned-Storage-Architektur. Was genau ist Zoned-Storage? Brauchen wir die neue Technologie und sollen wir uns damit befassen? Ja, sagt Doc Storage.


13.11.2020 Videodateien: 3 TByte/Monat möglichst kostensparend speichern

Die Anforderung eines Handwerk-Betriebs lautet, bis zu 3 TByte an Videodaten monatlich möglichst kostensparend zu speichern. Redaktion und Leser haben sich dazu Gedanken gemacht. Bisheriger Favorit: einzelne HDDs und mittelfristig ein NAS-Server im Eigenbau.


30.10.2020 Was ist eine Shared Nothing-Architektur?

Seid kurzen sprechen Hersteller und Sprecher wie selbstverständlich von Shared-Nothing-Architekturen. Doc Storage erklärt, was darunter zu verstehen ist und warum Shared-Nothing sogar Sinn macht.


16.10.2020 Welchen Stellenwert haben DMTF Redfish und SNIA Swordfish?

Die neuen Versionen von DMTF Redfish und SNIA Swordfish enthalten nun NVMe- und NVMe-oF-Spezifikations-Verbesserungen. Da stellt sich die Frage nach dem Stellenwert der beiden Spezifikationen. Doc Storage sieht hier aber großes Potenzial.


09.10.2020 Was ist ein Ingress- und Egress-Datenverkehr?

Der Datenverkehr unterliegt in Netzwerken und der Cloud einem definierten Regelwerk. Dabei fallen mitunter auch die Begriffe Ingress und Egress. Doc Storage erklärt die Bedeutung.

powered by
N-TEC GmbH FAST LTA
Cloudian Tech Data IBM Storage Hub
Microchip
Folgen Sie speicherguide.de auch auf unseren Social-Media-Kanälen
Folgen Sie und auf Facebook Folgen Sie und auf YouTube Folgen Sie und auf Twitter