Bringt FCoE Vorteile gegenüber iSCSI?
Antwort Doc Storage:
Es gibt grundsätzliche Unterschiede zwischen den Protokollen: iSCSI nutzt das TCP/IP-Protokoll auf einer Ethernet-Physik, um seine Pakete zu transportieren. FCoE hingegen schickt Fibre-Channel-Pakete über diese Verbindung. Damit ergibt sich bei beiden ein Speichernetzwerk über das bewährte Ethernet, allerdings entweder über IP oder über FC. TCP/IP hat zwar den Vorteil einer weit verbreiteten Technologie, allerdings »verbraucht« diese im Vergleich zu Fibre Channel auf Ethernet einen wesentlich höheren Anteil an der zur Verfügung stehenden Bandbreite für das Protokoll selbst. Hinzu kommt, dass iSCSI andere Verwaltungswerkzeuge benötigt, während sich FCoE mit den altbekannten FC-SAN-Anwendungen verwalten lässt. Somit kann iSCSI nicht zur Erweiterung von existierenden Speichernetzen genutzt werden, FCoE hingegen schon.Auf der anderen Seite benötigen FCoE-Netze sogenannte konvergente Adapter, deren ASICs in der Lage sind, sowohl TCP/IP als auch FCoE zu interpretieren. Diese sind relativ teuer und müssen in den meisten Fällen nachgerüstet werden, während sich iSCSI über die größtenteils bereits vorhandenen Ethernet-Adapter betreiben lässt. Durch die Nutzung von bekannten FC-Strukturen fallen allerdings zusätzliche Kosten wie beispielsweise für Schulungen des Personals größtenteils weg.
Diese Faktoren werden dazu führen, dass FCoE im Gegensatz zu iSCSI seinen Weg ins Rechenzentrum finden wird, allerdings momentan eher als Ergänzung denn als Ersatz für existierende FC-Speichernetze. Erst wenn deren vorhandene ältere Infrastrukturen sowieso zur Aufrüstung anstehen und das Geld hierfür besser in konvergente Netze mit 10 und mehr Gbit/s Ethernet investiert werden können, wird sich FCoE flächendeckend durchsetzen. Dies dürfte allerdings noch zwei bis vier Jahre dauern.
Gruß
Doc Storage