Aufbewahrung externer Festplatten
Leserfrage: Ich habe im SWR einen Beitrag über ein Festplattengehäuse aus Pappe gesehen. Das »Bytepac« soll zudem zukunftssicher sein, da man die Schnittstellen je nach Bedarf austauschen kann ohne die Festplatte immer wieder auf eine neue um zu kopieren. Macht so was Sinn? Ist das nicht gefährlich, eine Festplatte in einem Pappgehäuse zu betreiben?
Wir haben zwei alte IDE-Laufwerke, darauf sind noch viele Fotos unserer Kinder abgespeichert. Wir besitzen zwar schon eine Kopie auf einer neuen Disk, würden die alten Platten aber gerne richtig aufbewahren und nicht nur so herumliegen lassen. Über Ihren professionellen Rat würde ich mich sehr freuen.
Antwort Doc Storage:
Generell können Sie moderne Festplatten, ob nun SATA, SAS oder FC, in jeder Lage und in jedem Gehäuse betreiben, solange die wichtigsten Voraussetzungen erfüllt sind. Zu diesen zählen niedrige Luftfeuchtigkeit (ideal unter 5 Prozent), angemessene Umgebungstemperaturen (ideal unter 40 Grad Celsius im Betrieb) und die vernünftige Abschirmung der Logikseite gegen Berührungen und Feuchtigkeit. Desweiteren sollte die Platte im Betrieb nicht übermäßig erschüttert und nicht gedreht werden. Wenn Sie all diese Voraussetzungen erfüllen, und das tun Sie vermutlich auch mit einer Papphülle, dann werden Sie mehrere Jahre Freude an Ihrem Laufwerk haben. Allerdings sollten Sie dies spätestens alle drei bis sechs Monate einmal einschalten und mehrere Stunden laufen lassen, so dass die im Gehäuse vorhandenen Schmiermittel keine Chance zur Verharzung bekommen. Ein kleiner Tipp noch nebenher: Lassen Sie Laufwerke niemals »so rumliegen«, schon gar nicht, wenn sich noch Daten auf ihnen befinden. Nutzen Sie vorher entsprechende Löschwerkzeuge, um die Inhalte verlässlich und nicht rekonstruierbar zu entfernen. Und wenn wir ehrlich sind, werden Sie auch heute schon Datenträger mit Kapazitäten von weniger als 500 GByte nicht mehr in einen Rechner einbauen oder an einen solchen anschließen. Diese Laufwerke sollten, wenn Sie sie nicht aus sentimentalen oder Sammlergründen behalten möchten (natürlich gründlich gelöscht), sowieso in den Metallschredder und dann zur Entsorgung wandern.
Anmerkung der Redaktion
Bei dem hier angesprochenen Bytepac
von Convar handelt es sich um einen Schuber aus stabilen Pappkarton.
Dieser bietet Platz für eine 3,5-Zoll-Festplatte. Der Aufbewahrungsbox
liegt ein Anschluss-Kit bei. Damit lässt sich die Festplatte via USB
oder eSATA am Rechner anschließen. Zum Anschluss muss lediglich eine
Lasche geöffnet werden, das Laufwerk verbleibt im Karton. Die Box
verfügt über mehrere Lüftungslöcher, daher sollte ein sporadischer Betrieb problemlos »aus der Schachtel heraus« möglich sein.
Das Bytepac ist in erster Linie zur Archivierung und Aufbewahrung
gedacht. Für einen kontinuierlichen Betrieb würde ich auf ein
Metall-Gehäuse zurückgreifen. [Karl Fröhlich]