19.11.2013 (ubr)
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N-Tec »rapidNAS MS208-G6« Hands-on-Test

Das Ismaninger Unternehmen N-TEC ist bekannt für seine NAS-Systeme für kleine und mittlere Unternehmen und offeriert mit seiner »MS G6«-Baureihe Arrays mit Microsoft »Storage Server 2012« oder »open-e« als Betriebssystem. Die Modelle verfügen über 4-Core-Prozessoren, bis zu 32 GByte Cache und lassen sich bis auf maximal 60 Plattenskalieren. Das »rapidNAS MS208-G6« wurde von der Redaktion von speicherguide.de näher unter die Lupe genommen

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Hands-on-Test – MS208-G6 mit 32 TByte Speicher

Das MS208-G6 ist ein 19-Zoll-Gerät und bietet Platz für acht Festplatten, mit den neuen 4-TByte-Platten von Western Digital also eine Brutto-Kapazität von 32 TByte. Der Intel »Xeon«-Prozessor ist mit 16 bis 48 GByte DDR3-RAM ausgestattet. Der Controller bietet acht SAS- bzw. SATA-Kanäle mit 6 Gbit/s Bandbreite und verfügt über 512 MByte Cache. Ein Mischbetrieb von SAS- und SATA-Platten ist laut Hersteller möglich.

N-Tec »RapidNAS MS208-G6«
N-Tec »RapidNAS MS208-G6«
Die Hardware selbst ist wie von N-Tec gewohnt hochwertig und gut verarbeitet. Das knapp neun Zentimeter hohe Gehäuse bietet an der Front Zugriff auf die acht Festplatten und eine kleine Bedieneinheit. An der Rückseite befinden sich vier einzeln austauschbare Lüfter, zwei Netzteile mit jeweils 500 W. Das System wiegt inklusive Laufwerken 34 kg. Standardausrüstung sind zwei 1-Gbit/s-Ethernet-Ports ebenfalls an der Gehäuserückseite, das Testsystem ist mit acht SATA-Festplatten mit jeweils 4 TByte Kapazität ausgestattet, die in diesem Fall von Western Digital gesponsert wurden,  und kommt somit auf die derzeit höchste verfügbare Kapazität in diesem Gehäuse. Nicht zuletzt verfügt das System über einen

IPMI Port. Dieser ist bei den Rapidnas-MS-Arrays ein separater RJ45-Port. Über diesen kann das System betriebssystemunabhängig von externen Standorten verwaltet werden, beispielsweise für Firmware-Ugrades.

Die erste positive Überraschung bietet das Array bereits bei der ersten Inbetriebnahme. Das System ist mit dem Microsoft Storage Server 2012 vollständig betriebsbereit vorinstalliert und kann auch durch nicht speicheraffine Nutzer nach der Beantwortung einiger einfacher Fragen in kurzer Zeit eingesetzt werden. Für unseren Test entscheiden wir uns für eine RAID-6-Gruppe mit 5+2 Laufwerken, also 20 TByte nutzbarer Kapazität. Die achte Festplatte setzen wir als Hot Spare ein, das einspringen soll, wenn eine der Standardplatten ausfällt. Das Anlegen der RAID-Gruppe geht angenehm schnell vonstatten, auf dem dann vorhandenen Speicherplatz legen wir fünf logische Laufwerke zu jeweils zwei TByte an und geben diese an eine »Windows«-, an eine »Linux«-Umgebung, über iSCSI und über FTP-Dienste frei. Das Anbinden der Laufwerke an die entsprechenden Betriebssysteme geht erwartungsgemäß leicht vonstatten, alle Protokolle erhalten problemlosen Zugriff auf den entsprechenden Speicher. Den über iSCSI angeschlossenen Windows-Server können wir wie vom Hersteller beschrieben auch über dieses Protokoll starten.

Rückseite des »RapidNAS MS208-G6«
Rückseite des »RapidNAS MS208-G6«
Zur Replikation der gespeicherten Daten nutzt der MS208-G6 die Windows-interne »Volume Shadow Copy«-Funktionalität bzw. zusätzliche Snapshots. Für freigegebene Ordner stehen damit bis zu 64 Shadow Copies zur Verfügung, aus denen der Nutzer selbst eventuell verlorengegangene, gelöschte oder unwillentlich veränderte Dateien wiederherstellen kann. Zur Point-in-Time-Sicherung blockbasierter Laufwerke stehen für jedes logische Laufwerk bis zu 512 Shadow Copies bereit. Durch die integrierte Single Instance Storage Funktionalität (SIS) werden Dateiduplikate durch Zeiger auf das bereits vorhandene Original ersetzt. N-TEC gibt an, dass sich hierdurch der Speicherbedarf bis zu 40 Prozent reduzieren lässt. Im Test konnten wir je nach Formatierung zwischen 28 und 38 Prozent erreichen, den nutzbaren Speicherplatz also theoretisch auf 25,6 bzw. 27,6 TByte erweitern. Deduplizierung und Thins Provisioning gewährleistet das Array ebenso.

Mit Windows Storage Server 2012 zusammen kommt bereits das Distributed File System (DFS), das es dem Nutzer erlaubt, zusammen mit dem File Replication Service (FRS) Daten von einem auf einen anderen Rechner mit demselben Betriebssystem zu replizieren. Diese Replikation kann ständig oder zur Schonung der Netzwerkressourcen auch in bestimmten Zeitfenstern erfolgen. Sollte diese Lösung die Anforderungen des Kunden nicht erfüllen, kann N-Tec zusätzlich eine synchrone Replikation zur Verfügung stellen.

Für den Leistungstest nutzen wir jeweils einen dedizierten Port für File- und einen für iSCSI-Transport. Die Ergebnisse sind für 1-Gbit/s-Ethernet-Verbindungen erwartungsgemäß. Während in der File-Umgebung mit Windows 96 MByte lesend und 92 MByte/s schreibend erreicht werden, bewegt das System über iSCSI maximal 93 MByte/s lesend und 76 MByte/s schreibend. Zwar sind diese Werte einige Prozente von den maximalen 128 MByte/s entfernt, allerdings liegen sie immer noch im schnellsten Viertel unserer Testumgebung. Wem diese Leistung nicht ausreicht, der kann den MS208-G6 zusätzlich mit 10-Gbit/s-Ethernet-Ports für Kupfer- oder optische Anbindung ausrüsten.

Die Störungstests überstand das System durchgängig ohne Mängel. Die Daten einer gezogenen Festplatte wurden ohne Zutun auf das definierte Spare-Laufwerk repliziert. Da es sich um eine fast vollständig gefüllte 4-TByte-Platte handelte, benötigte der Vorgang etwa acht Stunden. Dieser Zeitrahmen wird allerdings vom 6-Gbit-Port und der Physik der Platten vorgegeben und ist kein Anlass zur Kritik. Sowohl der Austausch eines defekten Lüfters als auch derjenige eines defekten Netzteiles können ohne Unterbrechung der Daten- und Systemverfügbarkeit durchgeführt werden und werden entsprechend in den Log-Dateien verzeichnet.

Rapidnas MS208-G6: Gelassenes Speichersystem

Das Rapidnas MS208-G6 vermittelt in allen Lagen die Gelassenheit der Erfahrung eines langjährigen Array-Herstellers. Sowohl die Qualität des Systems als auch die extrem einfache Handhabung der Installation, Konfiguration und Verwaltung über eine bekannte Windows-Oberfläche machen einen tadellosen Eindruck. Die neuen Western-Digital-Festplatten mit 4 TByte offerieren selbst im kleinsten Modell der Baureihe eine Kapazität, wie wir sie vor einigen Jahren nur von Enterprise-Arrays gewohnt waren.
Wer höhere Durchsatzraten wünscht, muss die dann benötigten zusätzlichen 1-Gbit/s- oder 10-Gbit/s-Ports als Option dazukaufen. Der Test in unserem Labor verläuft bisher sehr gut und ohne Probleme.

Kurzinfo

Hersteller: N-Tec GmbH

Oskar-Messter-Strasse 14

D-85737 Ismaning

Tel. 00 49 (0)89/958 40 70

Fax 00 49 (0)89/95 84 07 11

E-Mail: info@ntecgmbh.de

Direkter Link zum Produkt: Rapidnas MS208-G6

Web: www.ntecgmbh.de

Preis (netto): Euro 7.200 Euro (Rapidnas MS208-G6, 32 TByte),

Garantie: 3 Jahre (optionale Garantieverlängerung auf 5 Jahre)


Technische Details

Speicherkapazität (max.): 32 TByte

Festplatten-Anzahl (max.): 8

Festplatten-Schnittstelle: SATA, SAS

RAID-Level: 0, 1, 10, 3, 5, 6, 30, 50, 60, Single Disk oder JBOD

Redundante Komponenten: Lüfter, Netzteile

Hotswapfähige Komponenten: Festplatten, Netzteile, Lüfter

Netzwerk-Interface: 2x 1-Gbit/s-Ethernet, optional bis zu 4x zusätzliche 1 Gbit/s- oder 10-Gbit/s-Ethernet (Kupfer oder optisch)

Unterstützte Protokolle: SMB/CIFS, FTP, AppleTalk, NFS, iSCSI

Allgemeine Funktionen: (Remote)-Konsolenbedienung, GUI, geschützter Administrationszugriff, DHCP-Client, multipler NIC-Support (Network-Interface-Card), Adapter-Fault-Tolerance, Load-Balancing, 10-Gbit/s-Ethernet mit TCP/IP-Offload-Engine (TOE) (optional), IP-Sec, Single Instance Storage (SIS), Lokale oder remote File-Replikation

NAS-Funktionen: Windows-Active-Directory/Primary-Domain-Controller-Support, Network-Information-Service, File-System mit Journaling, LDAP

iSCSI-Funktionen: Multiple-Challenge-Handshake-Authentication-Protocols (CHAP) pro Target, MPIO-Support, Volume-Replikation, Target-Password-Support

Plus

+ Snapshot- und Replikations-Funktionalität

+ umfassender RAID-Schutz

+ SAS- und SATA-Platten-Support (auch im Mix)

+ hohe Kapazität mit 4-TByte-Laufwerken

+ Single Instance Storage (SIS)

Minus

- 10-Gbit/s-Ethernet-Ports nur gegen Aufpreis