19.08.2015 (eh)
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Wuala: Schweizer Cloud-Storage-Service stellt den Betrieb ein

  • Inhalt dieses Artikels
  • Wuala ging 2009 an Lacie, Lacie ging 2012 an Seagate
  • Wuala empfiehlt Tresorit als Cloud-Speicher-Alternative

Abschalt-Fahrplan für den Cloud-Storage-Dienst Wuala (Bild: Wuala)Abschalt-Fahrplan für den Cloud-Storage-Dienst Wuala (Bild: Wuala)Aus die Maus: Der Schweizer Cloud-Storage-Service Wuala wirft das Handtuch. »Wir beabsichtigen, den Dienst Wuala Sicherer Cloud Speicher einzustellen«, informiert Wuala seine Nutzer darüber, dass er seinen Dienst per 17. November einstellt. Der Abschalt-Fahrplan sieht so aus: Bis Ende September können noch Daten hochgeladen werden, danach ist nur noch ein Lesezugriff möglich. Am 17. November ist dann endgültig Schluss, dann sollen alle Daten auf den Servern gelöscht werden, schreibt Wuala in einem FAQ-Eintrag auf der Site.

Wuala startete 2007 mit einem kostenlosen Angebot von 5 GByte pro Nutzer plus ergänzendem kostenpflichtigem Angebot für Business-Anwender. Aber im Herbst 2014 gab es bereits die erste Einschränkung, in dem das Kostenlosangebot eingestellt wurde. Das reine Bezahlangebot war anscheinend ein Geschäftsmodell, das offenbar nicht erfolgreich genug beim Kunden ankam.

Wuala ging 2009 an Lacie, Lacie ging 2012 an Seagate

Wuala ging aus einem Projekt der ETH Zürich hervor. Es glänzte von Anfang mit ausgefeilter Verschlüsselung. Das Unternehmen wurde im Jahr 2009 von LaCie übernommen. Lacie wurde seinerseits 2012 von Seagate akquiriert. Zunächst sag es so aus, dass dies eine interessante Verbindung wäre. Sowohl Lacie als auch Seagate bundelten externe Storage-Geräte mit ergänzendem Cloud-Speicher von Wuala.

Aber auch dieses Bundeling brachte Wuala anscheinend nicht vorwärts. Seagate schwenkte sogar vor wenigen Monaten bei seiner externen Festplatten-Familie »Backup Plus« auf den »OneDrive«-Cloud-Speicher von Microsoft ein; 200 GByte gibt’s hier für zwei Jahre kostenlos dazu.

Wuala empfiehlt Tresorit als Cloud-Speicher-Alternative

Wuala empfiehlt seinen Anwendern, die weiterhin verschlüsselten Cloud-Speicherplatz favorisieren, als Alternative Tresorit; dies ist ebenfalls ein Anbieter von Ende-zu-Ende verschlüsseltem Cloud-Speicher für Unternehmen und Privatanwender. Zusammen mit Tresorit habe Wuala eine sichere, einfache Möglichkeit geschaffen, die Anwenderdaten zu Tresorit zu überführen.

Wuala verspricht, dass Kunden mit Prepaid-Jahresabonnement eine Rückzahlung für den nicht genutzten Zeitraum erhalten.

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Kommentare (4)
20.08.2015 - eh

Es erreicht uns eine Nachricht von Peter Riedel, CSO beim Hamburger Lösungsanbieter Protonet: „Nutzer des Wuala-Cloud-Dienstes können ab sofort eine einfache Migration ihrer persönlichen Daten auf eine Protonet-Lösung vornehmen, ohne dabei auf Vorteile der Wuala-Lösung verzichten zu müssen. Trotz des unabhängigen Zugriffs über jeden Internet-Browser ist sichergestellt, dass sensible Daten im direkten Einflussgebiet des jeweiligen Besitzers verbleiben – das ist unsere Definition von Datenhoheit. Die 'Next Groupware' als Bestandteil unserer Lösung begeistert unsere Kunden mit einem persönlichen, sozialen Netzwerk.“ Unter diesem Link support.protonet.info/?qa=3005 gibt es für interessierte Umsteiger einen detaillierten Leitfaden, um seine Daten vom Wuala-Server einfach und sicher in den Datenbereich einer Protonet-Lösung zu migrieren.

19.08.2015 - simon.koehl

Ein weiterer Grund wieso man Firmendaten nicht in die externe Cloud scheiben sollte. Im Besten Fall passiert ähnliches wie mit Wuala und es hängt einfach ein bestimmter Mehraufwand daran, z.B. wenn man alle zwei Jahre seinen Anbieter wechseln muss und im schlechtesten Fall sind die Daten einfach weg oder in den falschen Händen...

19.08.2015 - eh

Schade, weils einen der Pioniere trifft. Wuala war seinerzeit einer der ersten mit echter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Privatanwender interessierte das damals kaum. Und als der Snowden-Fall aufkam, hatte es auf einmal (fast) jeder.

19.08.2015 - kfr

Ist diese Entwicklung verwunderlich? Nein, eigentlich nicht, oder?
Firmen wollen die Daten nicht außer Landes geben.
Die anderen speichern in der Dropbox, ungeachtet allen Bedenken und Risiken.


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