Trendforce: DRAM-Markt wächst im Q1/2024 durch Preiserhöhungen

Trendforce: DRAM-Markt wächst im Q1/2024 durch Preiserhöhungen

Samsung, SK Hynix und Micron verkaufen weniger DRAM-Arbeitsspeicher in die weiterverarbeitende Industrie, dafür aber teurer. Das analysieren die Marktforscher von Trendforce. Drei Anbieter sind noch kein Syndikat, sie verfolgen aber alle dieselbe famose Strategie: Sinkende Absatzzahlen werden durch 20 Prozent höhere Preise kompensiert.

Die DRAM-Branche verzeichnete im ersten Quartal 2024 einen Umsatzanstieg auf 18,35 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2023. Grundlage dafür sind in erster Linie Preiserhöhungen. Zu diesem Ergebnis kommen die Marktforscher von TrendForce.

Die drei dominanten DRAM-Hersteller, Samsung, SK hynix und Micron, verzeichneten in Q1/2024 einen Rückgang bei verkauften Stückzahlen, was teilweise saisonbedingt begründet wird. Zudem hätten hohe Lagerbestände vor allem bei PC-DRAM zu verringertem Beschaffungsvolumen geführt.

Vor allem bei Mainstream-Produkten aber sei die Preiserhöhung trotz der Lagerbestände deutlicher ausgefallen als im Vorquartal, was zum Umsatzwachstum insgesamt geführt habe. Mobile DRAM-Module erzielten dank starker Verkäufe chinesischer Smartphones den höchsten Preisanstieg.

Im zweiten Quartal 2024 rechnen die Marktforscher einerseits mit einem Anstieg der Absatzahlen, und andererseits mit einem Anstieg der DRAM-Vertragspreise für industrielle Großabnehmer um 13 bis 18 Prozent.

Die drei Marktführer im DRAM-Markt steigern ihre Umsätze, jedoch unterschiedlich. (Quelle: Trendforce)Die drei Marktführer im DRAM-Markt steigern ihre Umsätze, jedoch unterschiedlich. (Quelle: Trendforce)

Quartalsieger Micron vor SK Hynix und Samsung

Samsungs Umsatz stieg moderat auf 8,05 Milliarden US-Dollar, was einem Quartalswachstum von 1,3 Prozent entspricht. Dadurch sank der Marktanteil um 1,6 Prozentpunkte auf 43,9 Prozent. Dennoch behielt das Unternehmen deutlich seine führende Position auf dem Markt. Trendforce sagt, Samsungs Strategie, den ASP (Average Selling Price) um 20 Prozent zu erhöhen, sei damit mehr oder weniger aufgegangen. Der Fokus läge auf dem Preis, nicht der Menge.

Verfolger SK Hynix verzeichnete einen leichten Umsatzanstieg auf 5,7 Milliarden US-Dollar bei einem Quartalswachstum von 2,6 Prozent. Der Marktanteil sank um 0,7 Prozentpunkte auf 31,1 Prozent. Der ASP stieg wie bei Samsung ebenfalls um etwa 20 Prozent, wodurch der Rückgang des Liefervolumens im mittleren einstelligen Bereich ausgeglichen wurde.

Klarer Quartalssieger im Wettbewerb der großen Drei ist Micron. Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2024 auf 3,95 Milliarden US-Dollar und erreichte damit ein signifikantes Quartalswachstum von 17,8 Prozent. Der Marktanteil stieg damit um 2,3 Prozentpunkte auf 21,5 Prozent. Hier stiegen die Preise gar um 23 Prozent. Allerdings auch bei Micron: ein Rückgang des Liefervolumens um vier bis fünf Prozent. Trendforce macht dafür »robuste« Server-DRAM-Verkäufe in die USA verantwortlich.

Für das zweite Quartal 2024 haben die drei größten Hersteller ihre Liefervolumina wie folgt prognostiziert: Samsung erwartet ein Wachstum im niedrigen bis hohen einstelligen Bereich, SK Hynix erwartet einen Anstieg im mittleren einstelligen Bereich, während Micron einen leichten Rückgang vorhersagt.

Die Ergebnisse der taiwanesischen Hersteller b>Nanya, Winbond und PSMC werden von Trendforce ebenfalls erfasst (siehe Tabelle), spielen aber für Markttrends bei DRAM (noch) keine Rolle.

Laut der Prognose steigen die DRAM-Preise weiter. Um bis zu 18 Prozent. (Quelle: Trendforce)Laut der Prognose steigen die DRAM-Preise weiter. Um bis zu 18 Prozent. (Quelle: Trendforce)

Ausblick: Die Strategie der Preiserhöhung bleibt

Die DRAM-Preise sollen laut Trendforce im dritten Quartal 2024 und Jahresverlauf weiter stiegen. Dies liegt insbesondere an der Nachfrage nach Server-DRAM. Die fachkundigen Analysten beziffern den Preisanstieg für fast alle Produkt-Kategorien in Einzelermittlung, also isoliert voneinander, zwischen drei und acht Prozent: PC-DRAM, Mobile-DRAM, Graphics-DRAM, DDR3 und DDR4.

Die einzige Ausnahme: Server-DRAM. Hier lägen die Preis-Erhöhungen zwischen acht und 13 Prozent. Dies sei verursacht durch die gestiegene Nachfrage nach DDR5.