16.02.2016 (eh)
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Jahresrückblick 2015 Kuert Datenrettung: SSD-Vorfälle nehmen zu

Techniker untersucht eine defekte Festplatte im Labor (Bild: Kuert Datenrettung)Techniker untersucht eine defekte Festplatte im Labor (Bild: Kuert Datenrettung)Auch die Bochumer Spezialisten von Kuert Datenrettung Deutschland blicken zurück auf das Jahr 2015. Signifikant erhöht haben sich die Datenrettungsfällt von NAND-Flash-Speichern bei Smartphones und SSDs. Bei Smartphones a la iPhone- und Android-Geräten waren es hauptsächlich schwerwiegende Beschädigungen hat sich zum Vorjahr ebenfalls signifikant erhöht.

»In diesem Bereich, der zugleich auch unser jüngster Geschäftsbereich ist, haben wir in einem erhöhtem Maße investiert um unsere Rettungsergebnisse, insbesondere auf Chip-Level-Ebene, weiter zu verbessern und den unterschiedlichen Topologien bei Android-basierenden Geräten Rechnung zu tragen«, sagt Martin Eschenberg, verantwortlich für Marketing & Vertrieb DACH bei Kuert in Bochum. »Verbesserungen haben wir zudem bei iPhones erzielt, durch die Weiterentwicklung und Verbesserung bestehender Reparaturverfahren.«

Bei SSDs gab es einen Zuwachs von knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist hierbei. Laut Kuert sei das nicht wirklich überraschend. SSDs sind in den letzten Jahren immer günstiger geworden und haben sich somit auch immer stärker verbreitet. Bei den Kundenanfragen zu SSD Datenrettung stellte Kuert jedoch fest, dass eine große Anzahl an Nutzern zunächst einmal verblüfft war, dass eine SSD überhaupt ausfallen kann.

»Hier ist es vor allen Dingen wichtig zu betonen, dass sich der Ausfall oder Defekt einer SSD in der Regel in keiner Weise im Vorfeld ankündigt«, sagt Eschenberg. »Hat man bei herkömmlichen Festplatten noch die Chance auf einen Blue-Screen, zum Beispiel bei einer hohen Anzahl von defekten Sektoren, die es dem Anwender, zumindest theoretisch, noch erlauben, die wichtigsten Daten per Boot-CD von solch einer angeschlagenen Festplatte zu retten, so ist dies bei einer SSD in den meisten Fällen nicht der Fall. SSDs fallen in der Regel sofort und unmittelbar aus und lassen hierbei dem Nutzer keine Chance, noch irgendwie nachträglich auf die Daten zugreifen zu können.«

Zunahme bei Headcrash-Szenarien von Festplatten

Die Nachfrage zur Rettung von heruntergefallenen Festplatten ist im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um ca. 13 Prozent gestiegen. Insbesondere im Privatkunden-Segment wurden in einem erhöhten Maße mobile Festplatten mit ein Formfaktor von 2,5 Zoll eingereicht.

Höhere Ausfallzahlen sind hierbei eine direkte Folge der Mobilität und der jeweiligen Handhabung als natürlich auch des Preisverfalls bei mobilen Festplatten im Jahr 2015.

Datenrettung von Speicherkarten – Monolith-Technik erschwert

Bis auf wenige Ausnahmen wurden 2015 bei Kuert fast ausschließlich nur noch Speicherkarten in monolithischer Bauform gerettet. Bei der monolithischen Bauform sind alle Komponenten der Speicherkarte in einem Chip implementiert. Zwar senkt dies die Produktionskosten der Hersteller, im Schadensfall erhöht diese Bauform jedoch den zu investierenden Arbeitsaufwand und somit auch die Kosten der Datenrettung.

»Monolith-Technologie haben wir zu großen Teilen im Griff«, verspricht Eschenberg, »insbesondere beim Weltmarktführer für Speicherkarten, der generell für sein spezifisches Chipdesign bekannt ist.«

Zu viel Vertrauen in bestehende Backup-Prozesse

Mit einem interessanten Effekt war Kuert 2015 bei kleineren und mittelständischen Unternehmen (KMU) konfrontiert – nämlich ein »blindes« Vertrauen in die bestehenden Backup-Prozesse. Dies bedeutet, dass die jeweiligen Backups seltenst im Nachgang auf Konsistenz geprüft, oder der komplette Backup-Prozess regelmäßig zu auditiert würden.

»An diesem Punkt haben wir ebenfalls eine Zunahme festgestellt, häufig nach Ausfall-Szenarien bei denen der Kunde feststellt, dass keines seiner zuvor erstellten Backups sich noch öffnen lässt und zwar unabhängig davon, ob es lokal auf einem Server liegt oder in der Cloud«, erläutert Eschenberg. »Insbesondere bei fehlerhaften Backups, die in der Cloud liegen, wird es dann schwierig.«

Und noch etwas stellte Eschenberg fest: Das »blindes« Vertrauen ist oftmals gepaart mit Fehlverhalten der Kunden bei selbstständigen Wiederherstellungsversuchen von RAID- und NAS Systemen. Dies beginnt laut Eschenberg bei abgebrochenen Rebuilds, geht über zeitversetzte Ausfälle von ein bis zwei Festplatten bei kleineren RAID-Konfigurationen in NAS-Systemen, bis hin zu fahrlässigem On-Site-Support und Tipps von Herstellern. 2015 sei so ziemlich jedes denkbare Szenario enthalten gewesen.

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