Huawei DCS: Virtualisierung mit Lizenz pro Prozessor
Als Alternative zu Vmware Vsphere vermarktet Huawei seine Virtualisierungs-Plattform DCS jetzt auch in Deutschland. Die Server-Virtualisierung arbeitet eng mit Storage, Netzwerk und Management aus dem eigenen Haus zusammen, lässt sich aber auf kompatibler Hardware anderer Anbieter betreiben. Lizenziert wird pro CPU-Sockel.
Marktbeobachter hatten bereits darauf gewartet, nun ist es so weit: Huawei bringt seine Virtualisierungs-Plattform Datacenter Virtualization Solution (DCS) auch in Europa auf den Markt. Im Zentrum von DCS steht der Hypervisor FusionCompute. Er stellt virtuelle Maschinen bereit und verwaltet ihre Ressourcen. Hinzu kommen je nach Edition Funktionen für Hochverfügbarkeit, Backup und Disaster Recovery.
DCS ist keine Neuentwicklung: In China ist FusionCompute seit über zehn Jahren erhältlich. Nach speicherguide.de-Recherche standen einer früheren Vermarktung in Deutschland Verträge im Weg. Dies scheint nun nicht mehr der Fall zu sein. Huawei vermarktet die Plattform inzwischen auch als Alternative zu VMware vSphere.
Der Vorteil liegt im Zusammenspiel
DCS ist Teil der Huawei-Infrastruktur und soll seine Stärken vor allem im Zusammenspiel mit der Huawei-Hardware entwickeln. Virtualisierung, Storage und Management stammen dann aus einer Hand und können Informationen direkt austauschen. So kann die Plattform Storage-Ressourcen und I/O-Pfade übergreifend verwalten. Huawei nennt unter anderem eVol für kürzere I/O-Wege und NoF+ für die Anbindung über NVMe-over-Fabrics.
Auch Backup, Replikation und Fehleranalyse lassen sich in den gemeinsamen Betrieb einbinden. Laut Hersteller bedeute dies vor allem weniger getrennte Werkzeuge und eine bessere Sicht auf die Infrastruktur.
Huawei-Hardware ist aber keine Voraussetzung. Nach Herstellerangaben unterstützt DCS hunderte von Server- und Storage-Systemen. Unternehmen können die Software somit auch auf kompatiblen Servern und mit vorhandenem Speicher einsetzen.
Huawei DCS: Lizenz pro CPU statt pro Kern
Ein wesentlicher Unterschied zu aktuellen Vmware-Angeboten ist das Lizenzmodell: Huawei lizenziert DCS pro physischem CPU-Sockel, nicht pro VM oder Core-Anzahl. Die Lösung ist als Kauflizenz (Perpetual License) erhältlich, Software-Pflege und Support werden gesondert vereinbart. »Das vereinfacht die Planung und reduziert Kosten«, erklärt Jörg Karpinski, Vertriebsvorstand bei Huawei, gegenüber speicherguide.de. Zum Vergleich: Vmware setzt bei seinen aktuellen Angeboten auf Abonnements pro Prozessorkern.
Aktuell sind zwei Editionen erhältlich:
Huawei DCS Standard
- Basisfunktionen für Compute-, Storage- und Netzwerk-Virtualisierung
- VM-Lifecycle-Management, Snapshots, Migration
- RESTful API und einfache O&M-Funktionen
Advanced Edition
- Enthält alle Funktionen der Standard Edition
- Zusätzlich: Disaster-Recovery (UltraVR), Backup (eBackup), MigrationDirector
- Multi-Tenant-Fähigkeit, Container-Integration, Betriebsführung mit eDME
Eine offizielle Preisliste haben wir noch nicht gesehen. Im Internet wird aber beispielsweise eine DCS-Suite in der Advanced Edition für 606 US-Dollar je physischem Prozessor. Bei vier Servern mit jeweils zwei CPUs ergäben sich damit rechnerisch 4.848 US-Dollar für acht Lizenzen.