21.09.2016 (eh)
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EFSS-Markt: Syncplicity wächst in Deutschland rasant

  • Inhalt dieses Artikels
  • Siemens spart Millionen-Betrag pro Monat mit Syncplicity
  • Viele Einstellmöglichkeiten für Administratoren
  • Hybrid-Ansatz hält Ransomware in Schach
  • Abspaltung von EMC war Wohltat

Syncplicity-CEO Jonathan Huberman (li.) im Gespräch mit <i>speicherguide.de</i>-Mitarbeiter Engelbert Hörmannsdorfer (Bild: speicherguide.de)Syncplicity-CEO Jonathan Huberman (li.) im Gespräch mit speicherguide.de-Mitarbeiter Engelbert Hörmannsdorfer (Bild: speicherguide.de)Interessante Entwicklung auf dem Markt für EFSS-Lösungen (Enterprise File Sync & Share): Das US-Unternehmen Syncplicity wächst in Deutschland überdurchschnittlich schnell – so schnell, dass der deutsche Markt nächstes Jahr größer als der Heimatmarkt USA sein könnte. Dies verriet Syncplicity-CEO Jonathan Huberman gegenüber speicherguide.de: »Unsere hybride Speicher- und Cloud-Struktur kommt den Anwendern in Deutschland und Europa sehr entgegen.«

Syncplicity ist eine Art Dropbox-Konkurrent. Während sich aber Dropbox zunächst dem Consumer-Segment widmete, und sich nun langsam aufwärts zu den Unternehmenskunden emporarbeitet, geht Syncplicity den anderen Weg: Die Lösung wurde zunächst auf große Enterprise-Organisationen zugeschnitten, und nun widmet man sich auch mittelgroßen und kleineren Unternehmen.

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Siemens spart Millionen-Betrag pro Monat mit Syncplicity

Vorzeigekunde in Deutschland ist Siemens. Der Elektro- und Technologiekonzern rollt derzeit ein weltweites Projekt mit der Bezeichnung »SmartStorage« in über 150 Ländern auf Basis von Syncplicity aus. Das Siemens-Projekt umfasste zunächst die Konsolidierung von ca. 3 PByte Daten in vier globalen Rechenzentren, und erstreckte sich auf 330.000 Mitarbeiter. Ende des Jahres, so erläutert Huberman, werden rund 400.000 Siemens-Mitarbeiter an die Lösung angebunden sein, und dann wird der Umfang bereits 5 PByte umfassen.

Siemens hatte laut Huberman vorher viele verschieden File-Server in vielen Silos in Betrieb. Die Cloud-Kosten betrugen rund ein Euro pro GByte pro Monat und Mitarbeiter. Mit der Syncplicity-Installation spare Siemens rund 6 Cent/GByte/Monat, was in einer Gesamtkostenersparnis von zwei Millionen US-Dollar/Monat resultiere.

Viele Einstellmöglichkeiten für Administratoren

Syncplicity ist bestens positioniert im Gartner-Quadrant für EFSS-Lösungen (Bild/Quelle: Gartner, Juli 2015)Syncplicity ist bestens positioniert im Gartner-Quadrant für EFSS-Lösungen (Bild/Quelle: Gartner, Juli 2015)Kern der Syncplicity-Lösung ist »Multi-Folder Sync« zum Synchronisierung und Hin- und Herschieben der Daten und elektronischen Dokumente. Unter dieser Oberfläche sind beliebige Private- und Public-Cloud-Speicherdienste nebst On-Premise-Strorage-Lösungen andockbar. Der normale Anwender weiß – wie bei Dropbox – nicht, wo seine Daten liegen. Allerdings weiß dies der Administrator. »Er hat dafür die umfangreichsten Einstellmöglichkeiten, die es gibt«, ist sich Huberman sicher. Dieser hybride Ansatz ist denn auch das wesentlichste Alleinstellungsmerkmal von Syncplicity.

Und deshalb komme die Syncplicity-Lösung so gut in Deutschland und Europa an. Huberman führt hier das Beispiel des gekippten Safe-Harbor-Abkommens und der Privacy-Shield-Nachfolgeregelung an: »Wenn ein Land seine Datenschutzgesetze ändert, dann sind das nur ein paar Klicks vom Administrator, und die sensiblen Daten lagern nun dort, wo sie den neuen Gesetzen entsprechen. Alleine das Thema Brexit wird demnächst viele Daten von der Insel in andere EU-Länder auf Wanderschaft gehen lassen.« Und das beste daran laut Huberman: »Der normale Anwender bekommt davon überhaupt nichts mit.«

Hybrid-Ansatz hält Ransomware in Schach

Der hybride Ansatz hat seit kurzem noch einen weiteren überaus positiven Effekt: Daten sind mit der Syncplicity-Lösung ganz klar gegen Verschlüsselungs-Trojaner bzw. Ransomware gefeit. Gegen diese Malware hilft beispielsweise zum einen das »ausgefeilte Rechtemanagement«. Und zum anderen sind diese Trojaner typischerweise auf Windows-File-Systeme programmiert – und solche File-Systeme kämen in richtig hybriden Cloud-Umgebungen kaum vor. Und sollte Ransomware a la Locky, Teslacrypt & Co doch einmal ein paar Files verschlüsseln, die zufälligerweise auf einem von Syncplicity benutzten Windows-File-Server liegen, dann wären immer noch die Vorgängerversionen der Dateien verfügbar, die aus Datensicherheitsgründen mit Absicht immer in einem anderen Cloud-Segment abgelegt würden. »Damit lassen sich auch ganz neue Backup-Strategien entwickeln«, erläutert der Unternehmens-Chef.

Zum Wettbewerb von Syncplicity zählen neben Dropbox noch Citrix, Box und Egnyte. Microsoft ist mit seiner Azure-Cloud einerseits Konkurrent, aber auch wie Amazon AWS ein sehr wichtiger Partner.

Abspaltung von EMC war Wohltat

Syncplicity gehörte bis vor etwas mehr als einem Jahr noch zu EMC. Aber der Storage-Krösus hatte Probleme, die Syncplicity-Lösung gegen die umfassenden Enterprise-Content-Management-Lösungen (ECM) einer weiteren EMC-Tochter, nämlich von Documentum, zu positionieren. Denn Syncplicity bringt systemimmanent auch etliche rudimentäre ECM-Features mit, die für viele Unternehmen, die nach einer einfachen ECM-Lösung Ausschau halten, durchaus ausreichend sind.

Und so wurde Syncplicity von EMC an eine Investment-Gesellschaft verkauft. Doch seither geht es mit dem Geschäft mit der ehemaligen Muttergesellschaft kurioserweise rasant bergauf. »EMC ist jetzt sozusagen ein Reseller von uns, und das Geschäft läuft wesentlich besser, als wir seinerzeit noch zu EMC gehörten«, erläutert Huberman. »Wir haben mit EMC in diesem Jahr bislang viermal mehr Bookings als im vergangenen Jahr.« Auch die EMC-Tochter Virtustream, die einen ganz speziell für Enterprises optimierten Cloud-Speicherplatz entwickelt hat, »verkauft unsere Lösung als Service«, freut sich Huberman.

Ironie der Unternehmensgeschichte: Documentum gehört seit kurzem auch nicht mehr zu EMC. Durch den Zusammenschluss von EMC mit Dell zu Dell Technologies musste sich Dell refinanzieren und veräußerte die auf ECM-Technologien spezialisierte Tochter an den kanadischen Wettbewerber OpenText für 1,62 Milliarden US-Dollar. Ob das gut geht, darüber gibt es gerade hitzige Diskussionen von ECM-Branchenexperten auf unserer Schwester-Site ECMguide.de.

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