14.01.2015 (eh)
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Deutschland hinkt bei privaten Cloud-Diensten hinterher

  • Inhalt dieses Artikels
  • Edward-Snowden-Dokumente sorgen für Skepsis in Deutschland
  • Großes Wachstum steht noch bevor: Dropbox und Box hegen Börsenpläne

Deutschland liegt bei Cloud-Storage-Nutzung leicht unter EU-Durchschnitt (Quelle: Bitkom/Eurostat)Deutschland liegt bei Cloud-Storage-Nutzung leicht unter EU-Durchschnitt (Quelle: Bitkom/Eurostat)In der öffentlichen Wahrnehmung sind private Cloud-Storage-Services wie Dropbox, HiDrive, iCloud, Google Drive oder Microsoft OneDrive hierzulande schon deutlich weit gediehen. Doch die Realität sieht anders, wie eine aktuelle Auswertung von Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat ergab: Bei der Nutzung von Cloud-Diensten sind die Deutschen im europäischen Vergleich eher zurückhaltend. Nur rund jeder fünfte Bundesbürger (21 Prozent) speichert oder teilt Dateien wie Dokumente, Fotos oder Videos im Netz. Und damit liegt Deutschland knapp unter (!) dem EU-Durchschnitt mit 22 Prozent.

In Dänemark nutzen 44 Prozent der Bürger solche privaten Cloud-Dienste. Nur knapp dahinter liegen Norwegen (43 Prozent), Island (39 Prozent) und Großbritannien (38 Prozent), berichtet der Hightech-Digitalverband Bitkom unter Berufung auf die Erhebung von Eurostat. »Cloud-Angebote haben in Deutschland noch großes Potenzial. Der Wunsch, von überall auf die eigenen Daten zugreifen zu können, lässt sich damit verwirklichen«, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Nach einer Umfrage im Auftrag des Bitkom können sich nämlich 36 Prozent der deutschen Internet-Nutzer ab 14 Jahren vorstellen, Daten künftig ausschließlich in der Cloud zu speichern.

Edward-Snowden-Dokumente sorgen für Skepsis in Deutschland

Jüngere nutzen deutlich häufiger die Möglichkeit, ihre Daten im Netz abzulegen. Bei den 16- bis 24-Jährigen verwendet jeder dritte Bundesbürger (33 Prozent) Cloud-Speicher. Im Europa-Vergleich reicht das dennoch nur für Platz 20. Auch in diesem Ranking liegt Dänemark an der Spitze, dort legen fast zwei Drittel (64 Prozent) aus dieser Altersgruppe Daten in der Cloud ab. Auf dem zweiten Platz liegt Norwegen (63 Prozent) gefolgt von der Schweiz (56 Prozent). Der EU-Durchschnitt beträgt 36 Prozent.

Hierzulande haben die Veröffentlichung der Edward Snowden-Dokumente die Bundesbürger offensichtlich davon abgehalten, stärker in die Cloud zu gehen. Besonders ausgeprägt sind nämlich in Deutschland die Sorgen um Datensicherheit und Datenschutz. Jeder fünfte Bundesbürger (21 Prozent) gibt an, wegen entsprechender Bedenken keine Cloud-Speicher zu verwenden. Besorgter sind nur die Schweizer (22 Prozent), Niederländer (24 Prozent) und Luxemburger (25 Prozent).

Großes Wachstum steht noch bevor: Dropbox und Box hegen Börsenpläne

Zum Vergleich: In Dänemark teilt nicht einmal jeder Zehnte (9 Prozent) diese Sorgen. »Wer seine Daten im Netz speichert, sollte auf die Seriosität der Anbieter achten«, sagt Rohleder. Anders als auf der privaten Festplatte zu Hause sind die Dateien bei Cloud-Anbietern in der Regel vor dem unbeabsichtigten Löschen geschützt. Die Daten können typischerweise auch bei Hardware-Defekten problemlos wieder hergestellt werden.

Letztendlich sind die Erhebungsdaten aber auch gute Nachrichten für Dropbox, Box & Co. Denn Dropbox und Box liebäugeln mit einem Börsengang, da noch viel Wachstum vor ihnen liegt. Box konkretierte erst vor wenigen Tagen seine Börsenpläne.

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