17.07.2014 (eh)
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Amazon tütelt Mega-Cloud-Deal mit CIA, NSA, FBI & Co ein

  • Inhalt dieses Artikels
  • Geheimdienste sparen Geld mit der Amazon-Cloud
  • Datensicherheit in der Amazon-Cloud höher als in den Data-Center der Intelligence Community

Cloud von Amazon Web Services AWS (Bild: Amazon)Cloud von Amazon Web Services AWS (Bild: Amazon)Vermutlich jeder, der im Internet unterwegs ist, hat schon mal bei Amazon eingekauft. Nun hat der Online-Versandhändler einen neuen Kunden: Die United States Intelligence Community (IC). Dies ist ein Zusammenschluss aus 17 US-Nachrichtendiensten, unter anderem NSA, DEA, CIA, FBI & Co. Und die IC kauft bei Amazon nun Technologie für 600 Millionen US-Dollar ein, um künftig auf riesige Datenmengen gemeinsam in der Cloud zugreifen zu können.

Allerdings ist es nicht nur ein Einkauf. Vielmehr soll die Cloud-Technologietochter Amazon Web Services (AWS) zu diesem Zweck eine Mega-Cloud für die Geheimdienste entwickeln. Wie das US-amerikanische Onlineportal »Defense One« schreibt, sehen die Geheimdienste darin eine Chance, die bislang separat geführten Informationen und Archive in einer Super-Cloud einfacher zusammenzuführen. »Eine neue Ära der Zusammenarbeit« nennt dies Defense One.

Geheimdienste sparen Geld mit der Amazon-Cloud

Der Amazon-Deal soll den Geheimdienst-Behörden sogar dabei helfen, Geld zu sparen. Da alle notwendigen Programme in der Cloud gespeichert sind, würden die Investitionen für Software, Installation, Updates und Wartung entfallen. Gezahlt werde auch für die Super-Cloud nur für tatsächlich in Anspruch genommene Dienste und Informationen.

Kenner der Geheimdienstszene werten den Amazon-Deal als radikalen Neuanfang für die US-Geheimdienste. Denn noch nie sei ein solcher Auftrag an ein Unternehmen aus der Privatwirtschaft gegangen. Außerdem hätten die IT-Spezialisten der Geheimdienste eine solche Cloud auch selber entwickeln können. Aber wie es scheint, hätte dies vermutlich länger gedauert, und wäre wahrscheinlich auch teurer geworden. IC soll im letzten Jahr laut Defense One rund acht Milliarden US-Dollar für neueste IT-Ausrüstung ausgegeben haben.

Datensicherheit in der Amazon-Cloud höher als in den Data-Center der Intelligence Community

»Jeder kann ein Data-Center bauen, aber wir wollten mehr«, erläuterte ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter zu Defense One. Man wollte vielmehr eine echte Innovation, also das Beste vom Besten. Und angeblich sei die Datensicherheit sogar besser als in den derzeitigen Data-Center der Intelligence Community. – Wohl ein kleiner Seitenhieb auf den Whistleblower Edward Snowden und dessen Dokumentendiebstahl bei der NSA.

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Kommentare (2)
18.07.2014 - pe

a) Wenn die Daten nicht stark verschlüsselt sind, ist es ziemlich egal, wo man sie im Netz hinterlegt. Wie man heute bei Heise wieder lesen kann, werden die Daten bei Bedarf am DE-CIX-Knoten abgegriffen. Also alles was außer Haus geht, kann mitgelesen werden. Daher völlig egal ob US-Cloud oder Europa-Cloud oder Schland-Cloud.
An alle Leser hier: Mal alle die Hände hoch, die zumindest eine E-Mail-Verschlüsselung eingerichtet haben! Wo bleiben die Meldungen!?
b) zum Vorkommentator - Zum Amazon-Bashing der letzten Wochen: Börsenverein und Buchhandel wollen doch nur davon ablenken, dass sie jahrelang Entwicklungen verschlafen und ignoriert haben. Wieso unterhält man sich nicht über die 50-60% Rabatte die an Barsortimenter und Buchhandel abgehen, wenn man sich über Amazon aufregt? Wieso nicht über die Vernutzung von Praktikanten in den Verlagen und Agenturen, wenn man sich über prekäre Beschäftigungsverhältnisse bei Amazon mokiert?

18.07.2014 - thomas.hertli

Sollte Amazon diesen ausserhalb der Legalität operierenden Schnüfflern so sollte Amazon grossflächig boykotiert werden; soweit dass es an die Existenzgrundlage geht.

Wer diese Schnüffeleien unterstützt hat keine Existenzberechtigung


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