31.10.2014 (kfr)
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 PtC:  Kritische Nachlese zur Powering the Cloud 2014

  • Inhalt dieses Artikels
  • PtC-Aussteller sind sauer
  • Viele deutsche Vorträge – kein Networking
  • Änderungen dringend nötig

Impressionen von der Powering the Cloud 2015Am 28. und 29. Oktober traf sich die IT-Branche in Frankfurt zur »Powering the Cloud 2104« (PtC) – früher SNW/Storage Networking World Europe. Der Fokus lag weiterhin naturgemäß auf dem Thema Storage, aber eben vor allem aus dem Blickwinkel Cloud. Neu war auch der Veranstalter. Nach zehn Jahren hatte Angel Business Communications die Konferenz an CloserStill Media verkauft.

Gemeldet waren laut Veranstalter 63 Aussteller. Das sind etwas weniger als in den Jahren zuvor. Seit 2010 waren es immer so um die 70. Wobei die bloße Zahl für den Besucher eher zweitrangig ist. Wichtig ist vielmehr, ob die richtigen Firmen vor Ort sind, und dass die Mischung stimmt. Und da durfte man schon zufrieden sein: Das Spektrum reichte von Amazon Web Services, HDS, Fujitsu, IBM, NetApp, Quantum, Samsung, SanDisk bis hin zu Systemintegratoren wie Dunkel und Rausch Netzwerktechnik.

In den letzten Jahren fanden zwischen rund 1.500 und 1.800 Besucher den Weg ins Frankfurter Kongress-Center. Für dieses Jahr wurden noch keine offiziellen Zahlen gemeldet. Gefühlsmäßig würden wir sagen, ein neuer Rekord wurde eher nicht aufgestellt. In Verbindung mit der parallel stattfindenden »Data Centre World« wurden den Ausstellern wohl rund 3.000 Teilnehmer avisiert. Die haben wir nicht gesehen.

PtC-Aussteller sind sauer

Ungeachtet der Besucherzahlen fällt es den Ausstellern der PtC schwer, der Veranstaltung etwas Gutes abzugewinnen. Die meisten sind sauer. Richtig sauer. Closerstill Media hat es als neuer Ausrichter geschafft, vom Fleck weg fast alle gegen sich aufzubringen. Kritisiert wird vor allem die Organisation, keiner wusste Bescheid, Hilfe war nur schwer zu bekommen, die Unterstützung und Kommunikation ließ schwer zu wünschen übrig. So war es nicht nur für die Besucher eine Überraschung, dass es kein Catering gab. Hunger und Durst konnten die Anwesenden kostenpflichtig an einem Bistro stillen. Dies wurde geschlossen als »No go« bewertet und war an allen Ständen Gesprächsthema.

Etwas besser hatte es IBM. Deren Stand war als VIP-Area mit Getränkestation ausgelegt. Da hatte natürlich nicht jeder Zugang. Zumindest zunächst. Später sah man dann auch Vertreter anderer Hersteller in der Area. Hinter den Kulissen wurde wohl heftig interveniert.

Dass man nach elf Jahren und vor allem als neuer Veranstalter mal etwas anders macht ist grundsätzlich okay. Dies geht aber nur im Schulterschluss mit den Ausstellern, denn die Teilnahme an der PtC ist nicht preiswert. Lesen Sie hierzu auch unseren Kommentar.

Es gab natürlich auch positive Stimmen. Dies betraf unter anderem einige »Neulinge«, die eben auch keinen Vergleich hatten. Bei den erfahrenen Ausstellern steht die PtC aber definitiv auf dem Prüfstand. Da werden die Verantwortlichen um einen Kniefall nicht umhin kommen und auch die Hochpreispolitik wird nicht länger durchsetzbar sein.

Viele deutsche Vorträge – kein Networking

Hinzukommt, dass noch unklar ist, in wie weit man sich die Besucher »verprellt« hat. Das Vortragsprogramm darf als umfangreich betrachtet werden. Das ist gut, es wurde aber bemängelt, dass zu viele Vorträge zeitgleich stattfanden. Fünf Minuten Pause zwischen den Vorträgen war gut, wenn man sitzen geblieben ist. Wer aber den Raum wechselte, musste sich sputen. Zumal vielen nicht klar war, wo sie den hin müssen. Da half auch der große A3-Plan nicht. Die Präsentationen wurden im übrigen vor allem auf Monitoren gezeigt. Wohl dem, der Adleraugen hat...

Dafür gab es für das lokale Publikum dieses Jahr deutlich mehr deutschsprachige Vorträge als bisher. Die internationale Presse bezeichnet die PtC dagegen nur noch als deutschen Event.

Im elften Jahr ist die PtC eine eingeführte Veranstaltung, auch wenn diese früher einen anderen Namen (SNW) hatte. Da gewöhnt man sich auch als Besucher daran, dass man verköstigt wird. Nun ist zwar keiner wegen der Küche angereist, aber der Kongress hatte eben bisher auch einen nicht zu unterschätzenden Networking-Charakter. Neben den Getränken wurden auch die Verweilplätze gestrichen. Konnte man sich früher an Bistro-Tischen und Sitzgelegenheiten zu Gesprächen treffen, war dies nicht mehr vorgesehen.

Änderungen dringend nötig

Die PtC 2015 ist für den 10. und 11. November vorgesehen.Die PtC 2015 ist für den 10. und 11. November vorgesehen.Das zentrale Thema war die Cloud in allen ihren Facetten, Ausführungen und Definitionen. Irgendwie ist das Thema aber vor Ort ins Hintertreffen geraten. Eine Veranstaltung darf und soll polarisieren, dieses Jahr ging der »Schuss« aber nach hinten los. Die speicherguide.de-Redaktion hat hierzu einige hochinteressante Gespräche geführt, wir zitieren hier aber erstmal niemand. Einiges ist ehrlich gesagt auch nicht zitatfähig bzw. würde vermutlich eh nicht freigegeben werden. Wir sind uns aber sicher, dass es die PtC in der Form nicht mehr geben wird. Bis zum 10./11. November 2015 dürfte es einige heiße Diskussionen geben.


Kommentare (1)

31.10.2014 - har

Als Besucher der PtC/ex SNW kann ich die Zusammenfassung in allen Punkten unterschreiben.
Als vor allem an Storage- und Storagenetzwerklösungen interessierter Besucher - egal ob mit oder ohne Cloud - kann ich die Einschätzung, daß der Storage weiterhin und naturgemäß im Fokus stand, SO allerdings leider nicht ganz teilen... :-(
Daß es mehr deutsche Vorträge gegeben haben soll, ist auch an mir vorbei gegangen: (Fast) alles, was mich interessiert hat, ist auf englisch vor sich hin genuschelt worden - und zwar MEHR als in der Vergangenheit! Gut, das ganze Cloud-Beweihräucherungszeug hat mich halt auch nicht ansatzweise interessiert, da mag es anders ausgesehen haben.
Aber der Vorträge wegen war ich eh schon lange nicht mehr auf der SNW - zuviel abgehobenes Gewäsch und zu wenig realer Inhalt. Dafür bleibt zwischen Einführung und Zusammenfassung in Halbstunden-Slots einfach zu wenig Zeit. ;-)
So war ich insgesamt schwer enttäuscht über die vielen Gesichter, die ich dieses Jahr NICHT wiedergesehen habe - was in der relativ kleinen Storage-Welt eigentlich fast unmöglich ist...

Ob ich als Besucher verprellt wurde? Definitiv JA!

Mit freundlichen Grüßen,
Dirk Haratz