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Storage-Management: Fokus auf Verfügbarkeit

Daten dürfen nicht verloren gehen! Das scheint momentan die wichtigste Maxime im Storage-Management zu sein. Aber auch die Konsolidierung und Integration der gesamten Infrastruktur spielt weiter eine wichtige Rolle.

von Ariane Rüdiger

Mit der Digitalisierung von allem und jedem hat ein immenses Datenwachstum eingesetzt. Kapazitätsprobleme, hoher Verwaltungsaufwand und schrumpfende Backup-Fenster sind die Folgen. Gleichzeitig verschärfen sich Compliance-Forderungen (gesetzliche und firmeninterne Richtlinien) und digitale Daten werden immer unverzichtbarer, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ausfälle kosten Unmengen Geld. Der westeuropäische Storage-Management-Markt soll, wenig verwunderlich, in den nächsten fünf Jahren jährlich um je zehn Prozent wachsen. Für 2007 prognostiziert IDC ein Volumen von 78,2 Millionen US-Dollar.

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Für die Anwender gibt es einen wichtigen Fortschritt: Die Standardisierung schlägt durch. Seit 7. Februar 2007 ist das »SMI-S« (Storage-Management-Interface SNIA), entwickelt von der SNIA (Storage Networking Industry Association) wegen seiner großen Akzeptanz offizieller IEEE-Standard. Nun gibt es an der Norm keinerlei Zweifel mehr. 450 Geräte sind derzeit bereits zertifiziert. Langfristig dürfte dadurch die Interoperabilität erheblich zunehmen.

Das verbessert auch die Chancen für plattformübergreifende SRM-Tools (Storage-Resource-Management). Die Produktentwicklung war hier wegen der proprietären Systeme sehr aufwändig und sollte sich durch SMI-S vereinfachen. Allerdings zeigt sich, dass Endanwender SRM-Tools seltener kaufen als von den Herstellern erhofft. Vielmehr nutzen Reseller sie, um die Infrastruktur ihres Kunden zu analysieren. Es gibt aber weniger Fachhändler als Endkunden, so dass die Umsätze hinter den Erwartungen zurückblieben. Neuere Produkte in diesem Segment sind etwa »SAN Advisor« von EMC, »NetVault Reporting Manager 3.0« von Bakbone oder »EFCM 9.0« von Brocade/McData.

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Virtualisierung und Integration

Langfristig wird sich wohl die Virtualisierung als wichtigste Disziplin der Speicherverwaltung herausstellen. Denn sie spart Hardware-Kosten und Management-Aufwand und macht die Systeme insgesamt so flexibel, wie es sich Unternehmen schon lange wünschen. Claus Egge, Program Director European Storage bei IDC: »Virtualisierung ist deshalb so wichtig, weil sie die Ressourcen nützlicher macht.«

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Gleichzeitig wächst das Management aller Infrastruktur-Komponenten zusammen: Anwender wollen Storage, Server und Applikationen nicht mehr getrennt, sondern unter einem Dach verwalten, mit einer Schnittstelle und der Möglichkeit, Fehler oder Engpässe der betroffenen Ressource zuordnen zu können. In diese Richtung weisen Lösungen wie EMC »Smarts Discovery Manager 5.0«. Das Produkt analysiert anwendungsbezogen Abhängigkeiten zwischen den Infrastrukturkomponenten. Die nötige Funktionalität steuerte der Aufkauf nLayers bei. In eine ähnliche Richtung zielen »Veritas Storage Foundation 5.0 HA« von Symantec oder »System Insight Manager« von HP für die gemeinsame Verwaltung von Storage und Servern.

Backup und Varianten

Kurzfristig auf den Nägeln brennen vielen Anwendern Datensicherung und Wiederherstellung. Hier sind dringend bessere Lösungen gefordert, sonst drohen Datenverluste. Mit neuen Versionen oder Produkten streben Hersteller meist an, die unternehmenswichtigen Funktionen erheblich zu beschleunigen. Der Schwerpunkt der Aufmerksamkeit hat sich vom Backup zum Recovery verschoben, wohl, weil man eingesehen hat, dass die schönste Sicherung nichts nutzt, wenn die Daten anschließend nicht mehr rekonstruierbar sind.

Gleichzeitig steigt auch die Bedeutung von Disaster-Recovery. Dazu passend kommen neue und verbesserte Tools auf den Markt, die Replikationsvorgänge beschleunigen. Neben mehr Geschwindigkeit steht eine möglichst breite Plattform- und bei standortübergreifender Replikation auch Verbindungsunterstützung in LAN und WAN im Vordergrund.

Verbesserte Tools für Backup, Recovery und Replikation kündigten in letzter Zeit an: HP (»StorageWorks Application Recovery Manager 6.0«), Bakbone (»NetVault Replicator 5.0«), EMC (»Backup Manager for Sharepoint«), Fujitsu Siemens Computers (»NetWorker Backup Suite 7.3«) mit einem Oracle-Modul für Snapshots mit NDMP (Network Data Management Protocol), Syncsort (»Backup Express«), Symantec (»Backup Exec System Recovery«) und CommVault (»QuiNetix Recovery Director«) für mehrstufige Speicherumgebungen.

Neuere Trends: VTL, CDP und Deduplizierung

Wichtig für schnellere und sicherere Backups sind drei Tendenzen: der Einsatz virtueller Tape-Librarys, die heute schon von vielen Backup-Tools wie selbstverständlich unterstützt werden, CDP (Continuous-Data-Processing) und Deduplizierung.

VTLs beschleunigen die Sicherung einfach durch Kopien auf Festplatte statt auf Band, wobei der Software aber vorgegaukelt wird, es handle sich um Band. Eine Produktvariante für Mittelständler brachte kürzlich SEP mit »SEP sesam ONE« auf den Markt. Einige Ankündigungen der letzten Monate: Overland verbesserte seine »REO«-Serie und FSC entwickelt gemeinsam mit Brocade/McData und Cisco/Decru eine gemeinsame Lösung für virtuelle Bandsicherung.

Deduplizierung sorgt dafür, dass Daten wirklich nur einmal gesichert werden und verringert so den Speicherbedarf. Die großen Hersteller erkennen anscheinend die Relevanz des Themas: So übernahm EMC im November die Deduplizierungs-Software-Schmiede Avamar. Bull bietet mit »Domino Optimizer« bereits ein Paket zur redundanzfreien Speicheroptimierung im Notes-Umfeld.

Archivierung und ILM: Langfristig unverzichtbar

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Am Ende der Speicherpyramide, die Unternehmen zukünftig mit Hilfe von ILM-Tools errichten werden, stehen die Archivierungsmedien und -Tools. Durch die gestiegenen Compliance-Forderungen sehen sich Unternehmen hier mehr als je zum Handeln gezwungen. Das Problem sind weniger Datenbanken, die schon immer mehr oder weniger sorgfältig archiviert wurden, sondern unstrukturierte Daten, also E-Mails und Files aller Art.

Eine verbesserte Lösung brachte in den letzten Monaten zum Beispiel HP heraus – »File System Extender« erschien in Version 3.4; Ceyoniq präsentierte Archivierungslösungen für Novell »GroupWise« und Microsoft »SharePoint«. IBM kündigte im Herbst die Erarbeitung gemeinsamer Mail-Archivierungslösungen mit Microsoft an. WORM-Archivierungstools verkauft zum Beispiel Pyramid unter dem Markennamen »iTernity« (siehe Produkt-Review auf speicherguide.de. Sicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen stehen bei der seit Herbst 2006 bestehenden Kooperation zwischen Controlpath, einem Spezialisten für Compliance-Management, und dem Firewall-Hersteller Borderware im Mittelpunkt.

Neue Anbieter, neue Spielregeln

Ganz neue Impulse für das Storage-Management könnten von Unternehmen ausgehen, die auch bei der Hardware neue Wege beschreiten und hochgradig vereinheitliche, skalierbare Speicherarchitekturen anbieten. Firmen wie EqualLogic, Pillar, Isilon oder 3Par liefern mehr Management-Funktionen als üblich kostenlos mit. Gerade für den Mittelstand und Spezialbereiche ist das interessant.

Schade ist, dass nur noch selten neue Unternehmen der Storage-Management-Branche die Chance haben, zu einer kritischen Größe heranzuwachsen. Die meisten, die etwas Innovatives zu bieten haben, sind kurzlebig. Sie werden von den Etablierten aufgekauft, sobald sich die ersten Erfolge einstellen. Der Konsolidierungsgrad des Markts ist immens hoch. Ob das den Anwendern nutzt, ist zumindest zweifelhaft.