29.09.2016 (eh)
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Interview mit Actifio: Datenvirtualisierung ist mehr als Backup

Die stetig wachsenden Datenmengen mit denen sich die meisten Unternehmen in ihren Rechenzentren herumschlagen, bestehen hauptsächlich aus redundanten Kopien ihrer Produktionsdaten, die unnötig Speicher, Kosten und Arbeitszeit belasten. Hinzu kommt, dass sie einen schnellen Zugriff auf die richtigen Daten und eine effiziente Verwaltung des Lebenszyklus der Daten erschweren. speicherguide.de sprach mit Ash Ashutosh, CEO und Gründer des Copy-Data-Management-Unternehmens Actifio, wie dessen Technologie zur Datenvirtualisierung beim Aufräumen hilft. Und warum es für Partner derzeit besonders interessant ist, mit Actifio zusammenzuarbeiten.

  Die Datenberge der Unternehmen wachsen, und es ist keine Abschwächung des Trends abzusehen. Mit der von Ihnen entwickelten Technologie der »Goldenen Kopie« tritt Actifio an, mittels Virtualisierung von Datenkopien einen Ausweg zu bieten. Was bewirkt ein Einsatz Ihrer Lösung bei Unternehmen?

Ash Ashutosh, CEO und Gründer, Actifio (Bild: speicherguide.de)Ash Ashutosh, CEO und Gründer, Actifio (Bild: speicherguide.de)Ashutosh: Wenn man sich die Daten in Unternehmen genauer anschaut, stellt man fest, dass die eigentlichen Produktionsdaten nur einen Bruchteil der gesamten Datenmenge ausmachen. Weitaus mehr sind mehrfach redundante physische Datenkopien, die laufend von traditionellen Einzelsystemen für Backup, Snapshots, Analyse, Wiederherstellung im Notfall, Test und Entwicklung etc erstellt werden. Mit unserem Ansatz der »Golden Copy« wird nur eine einzige physische Kopie der Produktionsdaten angelegt, die inkrementell auf dem aktuellen Stand gehalten wird. Von dieser »Goldenen Kopie« können bei Bedarf beliebige Mengen an virtuellen Kopien für alle Anwendungsfälle unmittelbar bereit gestellt werden. Für Unternehmen, die auf unsere Entwicklung setzen, bedeutet das, mehrfach redundante physikalische Kopien der Daten werden nicht mehr benötigt. Es wird also sofort Speicherplatz frei. Die virtuellen Kopien lassen sich von physikalischen Kopien nicht unterscheiden, benötigen aber nur einen Bruchteil der Speicherkapazität und lassen sich unabhängig hin und her verschieben. Auch in die Cloud. Da die Daten auf Block-Ebene in ihrem nativen Format erfasst werden, ist auch die Wiederherstellung in Minuten möglich.

  Können Sie belegen, wie viel Speicherplatz in diesem Fall frei wird?

Ashutosh: Wir – und auch Marktanalysten – stellen sehr oft fest, dass bis zu zehn und sogar weitaus mehr Kopien von Produktionsdaten auf verschiedenen Speicherplätzen in Unternehmen herumschwirren. Mit uns wird mindestens sofort die Hälfte des Speicherplatzes frei. Es gibt aber auch Kunden, die uns von 80 bis 90 Prozent Speichereinsparung berichten.

  Wenn Sie von Copy-Data-Management sprechen – das hört sich alles irgendwie nach Backup an, bzw. wie eine moderne Backup-Strategie, oder nicht?

Ashutosh: In der Tat werden wir zum Beispiel von Gartner im Backup-Quadranten berücksichtigt. Im dritten Jahr in Folge werden wir auch in Gartners ganz aktuellem »2016 Magic Quadrant for Datacenter Backup and Recovery Software« als Visionär anerkannt. Viele Kunden nutzen uns, ihre Datensicherung zu modernisieren. Sehr viel mehr Kunden nutzen Actifio mittlerweile aber weit über Backup hinaus, zur zentralen Verwaltung des Lebenszuklus’ ihrer Daten, wobei unsere Virtualisierung von Datenkopien viele wesentliche Anwendungsfälle unterstützt, wie zum Beispiel Test und Entwicklung oder Datenanalyse. Dass wir virtuelle Daten in exakt dem gleichen Format der Anwendungen vorhalten, begeistert viele Administratoren, mit uns sind sie von proprietären Formaten eines Anbieters nicht mehr abhängig.

  Formatunabhängigkeit – ist das nicht auch besonders wichtig für Daten in der Cloud?

Ashutosh: Absolut. Da immer mehr Infrastruktur und Daten in die Cloud verlagert werden, um die Rechenzentren vor Ort zu entlasten, erkennen viele Unternehmen den eigentlichen Wert der Daten. Die Industrie ist unterwegs zu einem Daten-zentriertem Geschäftsmodell. Doch es gibt noch viel zu viele Infrastruktur- und Storage-Inseln bei den Unternehmen. Mit dem Software-defined-Everything-Trend ändern sich derzeit jedoch so viele Industrien wie noch nie in den letzten Jahrzehnten. Ich selber habe auf meinem Smartphone mehr Apps, als Anwendungen auf meinem Rechner. Das heißt: Wer sein Business jetzt nicht digital transferiert, kann in ein paar Jahren tot sein. Es gibt die Public-, Private- und Hybrid-Cloud – die Schwerpunkte verändern sich rasant zu mehr Flexibilität und Effizienz, und das ist eine riesige Chance für Unternehmen.

  Das mit den Schwerpunkten müssen Sie noch mal genauer erklären….

Ashutosh: Nehmen wir das Beispiel der darbenden Disk-Arrays. In den letzten Jahrzehnten wurde extrem viel Software dafür geschrieben, Daten auf Disks zu speichern. Doch dann drängte auf einmal Flash mit enormer Geschwindigkeit in die Rechenzentren. Das heißt, die für Disks geschriebene Software wurde irrelevant. Parallel erobern Cloud-Datacenter die Welt und entlasten Unternehmen im Bereich der IT Verwaltung, damit diese sich auf ihre Daten konzentrieren können. Daten sind die eigentliche Lebensader der Unternehmen und der Trend heißt: Weg von der Infrastrukturverwaltung, hin zur effizienten Analyse und Verwendung von Informationen.

  Und wo kommt Actifio nun konkret ins Spiel?

Ashutosh: Wir unterstützten Unternehmen genau auf diesem Weg, der Transformation ihrer Rechenzentren oder Hybrid-Cloud-Umgebungen auf dem Weg in die Digitalisierung und Gewinnung von Resultaten und Information um ihr Unternehmen voran zu treiben. Der von VMware eingeleitete Trend der Virtualisierung veränderte die IT. Später wurde DevOps zum eigentlichen Treiber für die Cloud. Denn eines bleibt: Anwendungen entwickeln im eigenen Rechenzentrum oder in einer hybriden Cloud-Konstellation. Und diese Herausforderung können wir mit virtuellen Datenkopien am besten meistern. Actifio ermöglicht Unternehmen ganz einfach ihre Daten effizienter und flexibler zu nutzen, bei mehr Sicherheit, insbesondere im Compliance Bereich. Viele Unternehmen entscheiden sich zum Beispiel aktuell, statt auf traditionelle Anbieter zu setzen, für »Network Function Virtualisation« (NFV). Das gleiche passiert derzeit beim Storage. Wir begleiten den Trend mit unseren virtuellen Kopien.

  Und wenn die Kunden in die Cloud gehen?

Ashutosh: Perfekt! Unsere Lösung ist unabhängig von der zugrunde liegenden Infrastruktur. Wir sind daher von Grund auf Cloud-affin und haben ein Hybrid-Cloud-SaaS-Modell. Damit wird Copy-Data-Management zur Killer-Applikation für Cloud-Service-Provider. Denn deren Geschäftsmodell lautet: von Opex hin zu Capex.

  Das heißt, Cloud-Service-Provider müssten Sie eigentlich lieben?

Ashutosh: Das ist richtig. Weltweit setzen einige der größten Service-Provider bereits auf Actifio. Doch sehen Sie sich große Unternehmen an, die ihren Speicher nach wie vor selbst kaufen. 65 bis 70 Prozent davon werden über Partner gekauft. Doch langfristig läuft das Spiel, alle drei bis fünf Jahre ein Storage-Upgrade zu kaufen, nicht mehr. Die Unternehmen stehen unter einem enormen Modernisierungsdruck um nach wie vor im Wettbewerb bestehen zu können. Cloud-Migration steht dabei ganz oben auf der Agenda. Hier kommen Partner und Cloud-Service-Provider (CSP) ins Spiel. Jeder Euro, der durch uns nun beim Service-Provider generiert wird, ersetzt im Durchschnitt 5,80 Euro an herkömmlichen Storage-Kosten. Wenn das ein Service-Provider beim Kunden vermittelt, dann heißt das: Ein solcher Partner wird für den Kunden zu einem wertvollen Consultant, während er vorher nur ein Zulieferer von vielen war. Deshalb fangen immer mehr Partner und Service-Provider an, uns zu lieben. Und deshalb suchen auch wir gezielt Partner und Service-Provider, die verstehen, dass vernünftige Beratung, zukunftsorientierte Modernisierung und enorme Kostenersparnis ihren Kunden ungeahnte Mehrwerte und entscheidende Vorteile für ihr Unternehmen bringt.

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