Momentum-XT-Hybrid-Platte im Alltagsgebrauch Teil IV
Die Hybrid erweist sich als guter Kauf, wenn man zunächst den Rechner pimpen möchte, ohne sich finanziell zu überheben. Bei 50 Prozent schnelleren Prozessen und Leistungsgewinn bei Parallelaktionen kann man zunächst auf Freund SSD verzichten.
Die technischen Daten der »Momentus XT« von Seagate klingen zunächst einmal beeindruckend. 500 GByte Speicher bei 7.200 Umdrehungen, garniert mit 4 GByte Flash für um die 110 Euro, da muss man ja zugreifen. Schon zumal Seagate die Leistung von Flash-Platten bei der Kapazität von Standardmedien verspricht, mit um 80 Prozent höheren Ergebnissen als mit bisherigen Laufwerken. Da nimmt man auch den Aufpreis im Gegensatz zum SATA-Modell in Kauf, das in etwa 56 Euro kostet.
Darüber hinaus soll die Platte leiser und verbrauchsärmer sein als vergleichbare Standardspeicher. Das leiser konnte ich so nicht bemerken, gerade beim Kopieren von Hörbüchern in die iTunes-Bibliothek knirschte es ganz hörbar im Getriebe. Ansonsten ist die Platte nicht leiser oder lauter als sein SATA-Vorgänger. Zunächst einmal hat mich der Test bei aller Begeisterung auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt. Obwohl die Migration wie beschrieben relativ schnell und schmerzlos über die Bühne ging, hat sich mein Rechner bei Einschalten des Ruhezustandes mehrfach aufgehängt. Ich konnte ihn nur durch »hartes« Aus- und Einschalten ins Leben zurückrufen. Nach Einbau der neuen Platte musste ich das BIOS des Laptops mehr als einmal davon überzeugen, das ebenfalls vorhandene DVD-Laufwerk zu erkennen, die Konfiguration zu speichern und mir damit dessen Nutzung unter Windows 7 zu erlauben. Das Betriebssystem und die Anwendungen starten schneller. Deutlich schneller. Bis zu 50 Prozent Leistungsgewinn sind hier zu verzeichnen, und durch den eingebauten Algorithmus steigert sich dieser Wert von Durchlauf zu Durchlauf – natürlich nur solange, bis die doch etwas dürftigen vier GByte Flash-Speicher von neuen oder anderen Anwendungen besetzt werden. Dann geht das ganze Spiel von vorn los. Und wie bereits erwähnt, ob es für den Anwender vom Lande tatsächlich ausschlaggebend ist, ob sein Betriebssystem 14 Sekunden weniger zum Start benötigt, sei dahingestellt. Er wird auch kaum die kurzen Momente bemerken, die seine Anwendungen schneller zur Verfügung stehen – es sei denn, er stellt sich mit einer Stoppuhr daneben. Sinn macht die Platte durchaus, wenn man mit mehreren Programmen gleichzeitig arbeitet. Wer also nicht auf einen Preisverfall der Voll-SSDs warten kann und trotzdem seinem Rechner fürs erste Beine machen will, ist mit der Hybrid ganz gut bedient. Vergleicht man allerdings die Testwerte meiner Kollegen (siehe SSDs im Feldversuch) so erreichen die mit einer SSD natürlich höhere Leistungssteigerungen. Dafür muss der Anwender aber auch rund 500 Euro für 256 GByte oder gar 1.000 Euro für 500 GByte auf den Tisch legen. In diesem Vergleich gewinnt dann klar die Hybrid.
Hybrid-Festplatte im Alltagsgebrauch – Teil III: Benchmarks