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03.12.2012 (eh)
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Der LTFS-Faktor – der sexy Band-Faktor?

Kollateralschaden nenne ich mal allgemein die Berichterstattung in IT-Medien zum Thema Backup und Archivierung. Zunächst mal gibt es bekanntermaßen den Spruch »Tape ist tot.« Der wird gepflegt wie ein lästiges Hühnerauge. Obwohl – ebenfalls bekanntermaßen – das Band eben immer noch nicht tot ist. Zugegeben: Der Tape-Markt ist nicht mehr der größte. Und noch mal zugegeben: Wachstumsraten waren in der Tat gestern bzw. vorgestern.

Aber Tape tot zu reden ist Jammern auf hohem Niveau. Manche Firmen in diesem Markt haben sicherlich Probleme bekommen. Aber derzeit wird die neue LTO-Generation LTO-6 eingeführt, was die Tape-Fraktion eigentlich wieder beflügeln sollte. Die Investitionen, die in die neue LTO-Technologie geflossen sind, sind wieder erheblich. Und das hätte mit Sicherheit keines der beteiligten Unternehmen getan, wenn es nicht die Aussichten gäbe, das über zukünftige erhebliche Umsätze wieder hereinzuholen.

Tape rockt – dank Compliance-Vorschriften

Vor allem habe ich das Gefühl, dass nach rund zwei Jahren auf dem Markt nun das mit LTO-5 eingeführte Feature LTFS (Linear Tape File System) richtig für Furore sorgt. Ich denke sogar, die Einführung von LTFS könnte vielleicht die größte Entwicklung in der Tape-Technologie innerhalb der letzten zehn Jahre sein.

In den letzten Jahren zeichnete sich nämlich der Trend ab, dass die Bandtechnologie – dank Backup-to-Disk-Trend – kaum noch für Backup eingesetzt wird, dagegen zunehmend für die Archivierung. Unternehmen konnten damit preisgünstig Compliance-Vorschriften einhalten, und trotzdem ihre Speicherkosten im Griff behalten, wenn nicht sogar leicht senken.

LTFS sieht für Anwender wie eine USB-Festplatte aus

In heutigen Datencentern erlaubt es LTFS dagegen nun, LTO-5-Laufwerke durch Partitionierung praktisch wie Hard-Disks zu verwenden. Für den Anwender sieht es wie ein riesengroßer USB-Stick oder eine externe USB-Festplatte aus. Eine wahre Revolution, die völlig neue Möglichkeiten und Ansätze für die Nutzung von Tapes als Archivspeicher mit sich bringt und die bisherigen Grenzen neu definiert. Flexibilität und Mobilität sind dabei wichtige Schlagworte.

Im Falle von LTFS bedarf es auch keiner neuen oder teuren Software. Das Band wird vom System angesprochen wie eine Festplatte. Sie verhält sich zwar wie eine langsame Festplatte, aber eben wie eine Festplatte. Und deshalb lieben Anwender und Administratoren neuerdings wieder Bandsysteme, weil der Umgang damit dank LTFS extrem einfach ist.

LTFS punktet mit Einfachheit

Und das ist letztendlich der Schlüssel zu jeder Backup- oder Archivierungslösung, egal auf welchen physikalischen Speichermedien sie basiert: ihre Einfachheit. Mit LTFS war es noch nie so leicht, Daten zu einem späteren Zeitpunkt wieder herzustellen: Band einlegen – typischerweise von einer Tape-Library oder einem Tape-Autoloader –, die Inhalte durchsuchen, und die entsprechende Datei oder den entsprechenden Ordner zum gewünschten Ziel führen. Fertig, das war’s.

Und diesem Umstand kommt der Big-Data-Trend extrem entgegen. Denn immer wieder erreichen mich Umfrageergebnisse, nach denen 80 bis 90 Prozent der Daten ungefähr rund sechs Monate nach ihrer Generierung nicht mehr genutzt werden. Neueste Erhebungen sprechen sogar von 95 Prozent! Aber diese Daten müssen alle – dank Compliance-Vorschriften – vorgehalten werden.

Und deswegen ist die LTO-5-Bandlaufwerkstechnologie mit dem integrierten LTFS-Feature so interessant – und Tape auf einmal wieder sexy: Trotz Big Data und trotz Compliance, die Speicherkosten bleiben im Griff. Und mit der brandneuen LTO-6-Generation und den nochmals erhöhten Kapazitäten und Datenübertragungsraten wird eine Tape-Library sogar eine kleine Konkurrenz zu langsameren Disk-Backup-Appliances.

Mit LTO-6-gespannten Grüßen
Ihr Engelbert Hörmannsdorfer
(Sie sind anderer Meinung? Dann diskutieren Sie unten unter »Kommentar schreiben« mit. Ist ja schließlich ein Blog....)

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