Marktübersicht Autoloader
Ein Autoloader ist als Bandwechsler die einfachste Stufe einer automatisierten Datensicherungsstrategie. Er besteht aus einem Streamer, einer variablen Anzahl an Bandstellplätzen und einem Robotikmechanismus. Die Kassetten werden dem Laufwerk zugeführt, nach Gebrauch wieder entnommen und in ein Magazin abgelegt.
Neben dem Kassettenwechsel automatisiert ein Autoloader auch die Reinigung und erleichtert Systemverwaltern damit die Arbeit. Wenn eine Reinigung notwendig ist, macht das Gerät dies auch zwischen den Sicherungsläufen automatisch, so dass kein Lauf abbricht. Gleichzeitig sinkt die Ausfallquote von Sicherungsläufen. Irrtümer durch das Einlegen eines falschen Bandes werden ausgeschlossen. Bei einer defekten oder vollen Kassette kann das Backup trotzdem auf eine andere weiterlaufen.
Autoloader: schwindendes Angebot
Das Angebot ist in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen. Der Markt unterliegt einer starken Konsolidierung. Einerseits ziehen sich Hersteller zurück, andererseits hat als Bandformat nur LTO überlebt. Exabyte wurde bereits 2006 von Tandberg Data (speicherguide.de berichtete) übernommen. Damit starb aber auch das VXA-Format, das eine Zeit lang im Einstiegsbereich recht erfolgreich war. Sony mühte sich redlich, stand aber mit AIT auf verlorenem Posten. Mittlerweile hat der japanische Hersteller seine Autoloader-Linie eingestellt. Ähnlich sieht es beim US-Produzenten Qualstar aus, der sich fortan auf größere Librarys konzentriert.
Iomega hat sich nach der Übernahme durch EMC (speicherguide.de berichtete) ebenfalls aus dem Segment verabschiedet. Zur Erinnerung: Der Hersteller hatte versucht mit dem Wechselfestplatten-Laufwerk »REV« Fuß zu fassen. Iomega punktete im Vergleich zu Tape mit schnelleren Zugriffsraten. Noch finden sich Geräte wie der »REV Loader 560« im Handel. Mit acht Slots erreicht das USB-Desktop-Produkt 560 GByte und kostet zirka 1.650 Euro. Nachdem REV nicht weiterentwickelt wird, macht es keinen Sinn heute noch in eine Technologie mit absehbarem Ende zu investieren.
Bandformate: LTO das Standardmedium
In punkto Formate bleibt nur noch LTO als ernst zu nehmende Technologie. LTO-2 verlässt nach acht Jahren langsam die Szene. Eine Cartridge fasst unkomprimiert 200 GByte, was angesichts der wachsenden Anforderungen für Neuanschaffungen zu wenig ist. Auch eine Backup-Rate von maximal 126 GByte/h (native) lässt sich nicht mehr als zeitgemäß betrachten. Ebenfalls nicht mehr ganz ausreichend: Quantum ist noch mit einem DLT-IV- und SDLT-600-Modell vertreten. Da DLT als Format nicht weiterentwickelt wird, empfiehlt sich ein Neukauf nur noch zur Ersatzbeschaffung.Das untere Ende stellt LTO-3 mit unkomprimierten 400 GByte sowie einer Backup-Rate von bis zu 288 GByte/h. LTO-4 gilt mit nativen 800 GByte pro Kassette als der aktuelle Standard. In einer Stunde lässt sich eine maximale Sicherungsrate von 432 GByte erreichen.
Die kleinste aktuelle Größe sind Bandwechsler mit acht Slots. Mit LTO-3 ergibt das eine Gesamtspeicherkapazität von nativen 3,2 TByte und mit LTO-4 bis zu 6,4 TByte. Bei 1U-Rackmount-Geräten wie zum Beispiel der »actiLib«-Serie von actidata oder dem »StorageLoader 1U« von Tandberg Data sind die Kassetten in zwei Vierer-Magazinen untergebracht.
Overland Storage arbeitet bei »NEO 200s-12« mit einem Zwölfer-Magazin und erreicht mit LTO-4 eine Kapazität von 9,6 TByte (native). Mehr Kapazitäten bieten nur NECs »T16A« und Quantums »SuperLoader 3« mit 16 Slots. Beide Serien nutzen Magazine mit jeweils acht Kassetten.
Ausstattung und Schnittstellen
Die Ausstattung eines Autoloaders darf als eher minimalistisch bezeichnet werden. Neben einem auswechselbaren Magazin gehört ein Barcode-Leser zum Standard. Redundante und hotswapfähige Bauteile bei Laufwerken oder Stromversorgung sind in dieser Geräteklasse nicht vorgesehen. Als Schnittstellen kommen SCSI, SAS und Fibre-Channel (4 Gbit) in Frage.
IBMs »TS2900« (ab 3.920 Euro) bietet als einziger Bandwechsler eine Verschlüsselung mit an. Nicht verzichten sollten Systemverwalter auf ein integriertes Web-Management sowie eine Fernwartung.
Anschaffungskosten und Herstellergarantie
Die Preise variieren je nach Ausstattung für LTO-3- und LTO-4-Produkte zwischen zirka 1.800 und 5.000 Euro. Eines der günstigsten Geräte kommt vom Marktneuling Actidata. Dessen 8-Slot-Loader kostet als LTO-3-Variante mit SCSI-Schnittstelle ab 1.752 Euro. Soll der Bandwechsler in ein FC-SAN eingebunden werden, fallen höhere Anschaffungskosten an. Für Quantums Superloader 3 (LTO-3, 8 Slots) müssen IT-Einkäufer beispielsweise ab rund 4.700 Euro veranschlagen.Ausfallsicherheitsmechanismen gehören in dieser Geräteklasse nicht zum Lieferumfang. Daher sollten die Herstellergarantie und der angebotene Service ein starkes Gewicht im Anforderungskatalog einnehmen. Actidata, NEC und Tandberg liefern ihre Produkte standardmäßig mit einer dreijährigen Garantie. Bei Tandberg gehört zudem ein einjähriger Vor-Ort-Service zum Lieferumfang. NEC bietet dagegen einen dreijährigen Vorabaustausch. Overland und Quantum tauschen nur im ersten Jahr. Ebenso gewähren sie nur eine zwölfmonatige Herstellergarantie.
