19.03.2021 (Michael Baumann)
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Veeam-Studie: 54 Prozent aller Daten-Backups schlagen fehl

  • Inhalt dieses Artikels
  • Cloud-basiertes Backup auf dem Plan
  • Corona und die Auswirkungen

Von 100 Versuchen deutscher Unternehmen, gesicherte Daten wiederherzustellen, misslingen 54. Das behauptet der aktuelle »Veeam Data Protection Report 2021«. Der Wille zur Modernisierung, insbesondere zum Umstieg auf Cloud-basiertes Backup sei vorhanden, jedoch sehen 29 Prozent, weltweit sogar 40 Prozent, der Unternehmen die wirtschaftliche Unsicherheit als größtes Hindernis für diesen Teil der digitalen Transformation (DX). Ein Drittel der Unternehmen hat Initiativen im letzten Jahr verlangsamt oder gestoppt.

Veeam Data Protection Report 2021: 21 Prozent aller Server sind mindesten von einem ungeplanten Ausfall betroffen (Quelle: Veeam).Veeam Data Protection Report 2021: 21 Prozent aller Server sind mindesten von einem ungeplanten Ausfall betroffen (Quelle: Veeam).Laut dem Veeam Data Protection Report 2021 beeinträchtigen Probleme mit der Datensicherung Unternehmen dabei, Maßnahmen zur digitalen Transformation (DX) umzusetzen. Über die Hälfte (58 Prozent) der Backups schlagen demnach fehl. Daten blieben ungeschützt. Auch die wirtschaftliche Unsicherheit im Zuge der Covid-19-Pandemie würden Modernisierungsprojekte, darunter der Backup-Architekturen, behindern, geben 40 Prozent der Befragten an.

Die Studie beruht auf der weltweiten Befragung von über 3.000 IT-Entscheidern in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern aus 28 Ländern, 302 davon in Deutschland.

Problemfall Datensicherung

Trotz der integralen Rolle, die Backups in der modernen Datensicherung spielen, werden 14 Prozent aller Daten überhaupt nicht gesichert und 58 Prozent der Backup-Wiederherstellungen schlagen fehl. Deutsche Unternehmen liegen mit 54 Prozent knapp unter dem Schnitt.

Nach Angaben der 302 deutschen Umfrageteilnehmer sind die wichtigsten Aspekte einer modernen Backup-Lösung integrierte Features für Datensicherung und Sicherheit (34 Prozent), Portabilität für Cloud-Workloads (40 Prozent) und die Möglichkeit einer Cloud-basierten Disaster-Recovery (36 Prozent).

Darüber hinaus sind unerwartete Ausfälle keine Seltenheit: 95 Prozent der Unternehmen hatten in den letzten zwölf Monaten damit zu kämpfen und bei jedem vierten Server gab es im vergangenen Jahr mindestens einen unerwarteten Ausfall. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte gibt an, dass dies zu einem Vertrauensverlust bei den Kunden, Mitarbeitern und Stakeholdern gegenüber ihrem Unternehmen führen könne.

Die Befragten gaben an, dass ihre Datensicherungsfähigkeiten nicht mit den DX-Anforderungen ihres Unternehmens Schritt halten können. Das stellt eine Bedrohung für die Geschäftskontinuität dar und kann zu schwerwiegenden Folgen für den Ruf und die Leistung des Unternehmens führen.

Cloud-basiertes Backup auf dem Plan

In den nächsten zwei Jahren erwarten die meisten Unternehmen, dass sie ihre physischen Server allmählich und kontinuierlich reduzieren, ihre virtualisierte Infrastruktur beibehalten oder verstärken und Cloud-First-Strategien umsetzen. Dies wird laut Untersuchung dazu führen, dass die Hälfte der Produktions-Workloads bis 2023 in der Cloud gehostet wird, was die meisten Unternehmen dazu zwingt, ihre Datensicherungsstrategie für neue Produktionslandschaften neu zu konzipieren.

Entsprechend verlagert sich die Datensicherung von On-Premises- zu Cloud-basierten Lösungen. Dies geschehe bei mit einem erwarteten Wachstum von 29 Prozent im Jahr 2020 auf voraussichtlich 46 Prozent im Jahr 2023. Dabei ist die Verbesserung der Backup-Zuverlässigkeit für 31 Prozent der Unternehmen ein Hauptgrund zu wechseln. Für 22 Prozent sind Verbesserung des Investitionsrendite (ROI) und Reduzierung der Gesamtkosten (TCO) ausschlaggebend.

»Bis 2023 werden 77 Prozent der Unternehmen weltweit Cloud-First-Backups nutzen, was die Zuverlässigkeit von Backups erhöht, das Kostenmanagement verlagert und IT-Ressourcen freisetzt, um sich auf DX-Projekte zu konzentrieren, die es dem Unternehmen ermöglichen, sich in der digitalen Wirtschaft zu behaupten«, prognostiziert Danny Allan, Chief Technology Officer und Senior Vice President of Product Strategy bei Veeam Software.

Datensicherungs- und Realitätslücken

80 Prozent der Unternehmen bestätigen eine »Verfügbarkeitslücke« zwischen der tatsächlichen und der eigentlich angestrebten Dauer für die Wiederherstellung von Anwendungen. 76 Prozent bemängeln eine »Datensicherungslücke« zwischen der Häufigkeit der Datensicherung und dem tolerierbaren Datenverlust bei Ausfällen.

Laut Veeam gibt es auch in den meisten deutschen Unternehmen gibt es eine »Realitätslücke« zwischen Business und IT. Herkömmliche Datensicherungssysteme können heutige Anforderungen nicht mehr erfüllen und machen deshalb einen Umstieg auf eine moderne Lösung erforderlich. Als wichtigste Gründe für einen Umstieg nannten 34 Prozent der Umfrageteilnehmer die bessere Einhaltung von SLA-Vorgaben für RPOs und RTOs, 37 Prozent zuverlässigere Backups und 30 Prozent Kostensenkungen.

Als Lösung planen 46 Prozent der Unternehmen bis 2023 mit einem Backup-as-a-Service-Anbieter (BaaS) zusammenarbeiten und 51 Prozent planen, im gleichen Zeitraum Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) einzuführen.

Corona und die Auswirkungen

Die IT-Führungskräfte sehen mehrheitlich, dass digitale Beschleunigung und Covid-19 die Art und Weise der IT-Bereitstellung verändern: 91 Prozent haben ihre Nutzung von Cloud-Services in den ersten Monaten der Pandemie erhöht, 60 Prozent planen, weitere Cloud-Services in ihre IT-Bereitstellungsstrategie aufzunehmen. Während die Unternehmen die Notwendigkeit erkennen, ihre DX-Initiativen in den nächsten zwölf Monaten zu beschleunigen, räumen 40 Prozent jedoch ein, dass die wirtschaftliche Unsicherheit eine Gefahr für ihre Projekte darstellt.

Weltweit sagten 30 Prozent, dass ihre DX-Initiativen in den letzten 12 Monaten verlangsamt oder gestoppt wurden. IT-Teams konzentrierten sich während der Pandemie auf die Aufrechterhaltung des Betriebs (53 Prozent), mehr als die Hälfte leiden unter der Abhängigkeit von Legacy-IT-Systemen (51 Prozent) und die mangelnden Fachkenntnisse der IT-Mitarbeiter zur Implementierung neuer Technologie (49 Prozent).

In Deutschland legten 28 Prozent der befragten Unternehmen Pläne zur digitalen Transformation auf Eis. Mehr als 54 Prozent der Unternehmen haben hingegen ihre Initiativen zur digitalen Transformation noch deutlich beschleunigt. In den ersten Monaten der Pandemie nutzten 92 Prozent der Unternehmen Cloud-Services in deutlich größerem Umfang als zuvor. Dies lag vor allem daran, dass Mitarbeiter im Home-Office SaaS-Lösungen für die Zusammenarbeit nutzten und die Aufrechterhaltung des Betriebs physischer Systeme in der lokalen Umgebung für die IT schwieriger wurde.

»Die Ergebnisse unseres Data Protection Report 2021 zeigen, wie sehr Unternehmen nach wie vor von Legacy-Systemen abhängig sind, und wie diese die sogenannte Verfügbarkeitslücke im Datenmanagement beeinflussen«, bemerkt Matthias Frühauf, Regional Vice President Germany bei Veeam. »Knapp ein Drittel aller Backup-Versuche und Wiederherstellungsversuche scheitern – in Summe bedeutet dies, dass über die Hälfte aller Wiederherstellungen fehlschlagen. Diese Zahlen belegen, wie wichtig es ist, umfassende und moderne Lösungen zur Datensicherung im Rahmen einer durchdachten Backup- und Replication-Strategie zu implementieren.«

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Kommentare (1)
19.03.2021 - sutzinger

Als Geschäftsführer von NovaStor kann ich den Kollegen von Veeam nur Recht geben - eine Backup-Software alleine reicht nicht.

Der Grund für eine unzureichende Datensicherung liegt oft in der Infrastruktur und wie das Backup aufgesetzt ist.

Genau deswegen sollte man auf einen lokalen Hersteller und Lösungsanbieter setzen, der auch für die Datensicherung Verantwortung übernimmt und Unternehmen/Systemhäuser im Notfall pragmatisch unterstützt.

Viele Grüße aus Hamburg!
Stefan Utzinger