19.05.2015 (eh)
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Interview mit Falconstor: wegkommen von den Backup-Inseln

Virtualisierung, Cloud, Software-defined Storage und Datenexplosion verändern die Rechenzentren. Hinzu kommt, dass der Großteil der Daten neuerdings unstrukturiert vorliegen wird – und somit nicht verwertbar ist. Zeitrahmen und Budget für Datensicherung und Backup laufen völlig aus dem Ruder. Wie die Zeitfenster für Backup-Prozesse weiter zu verkürzen und festgelegte Recovery-Ziele bestmöglich einzuhalten sind, darüber sprach speicherguide.de mit Markus Smieja, Technical Director, EMEA, bei Falconstor.

  Sind angesichts des rasanten Datenwachstums die bekannten Backup-Strategien vergangener Tage passe? Oder genügt es, bekannte Backup-Strategien lediglich anzupassen?

Markus Smieja, Technical Director, EMEA, Falconstor SoftwareMarkus Smieja, Technical Director, EMEA, Falconstor SoftwareSmieja: Backup-Strategien, die Snapshot-basiert arbeiten, gibt es bereits seit einiger Zeit. Jedoch wurden sie bisher noch wenig umgesetzt, da sie lange statt »Zusatz« lediglich als »Ersatz« existierender Backup-Mechanismen gesehen wurden. Heute reichen aber klassische Ansätze wie tägliche inkrementelle und/oder wöchentliche Voll-Backups (»Daily incremental / Weekly full«) nicht mehr aus. Themen wie Big Data sind damit nicht mehr handhabbar. Eine zukunftssichere Backup-Architektur basiert auf Kombinationen moderner Architekturen, die Journaling-/Snapshot- und Deduplikations-Funktionen einer intelligenten Abstraktionsschicht nutzen.

  Müssen evtl. vollkommen neue Backup-Strategien, -Philosophien, -Strukturen oder gar -Architekturen entwickelt werden?

Smieja: Tape-Backup mit Veritas, VMs mit Veeam, und Oracle mit RMAN – die Liste lässt sich unendlich weiterführen, und verdeutlicht die Komplexität und Inselbildung, die in vielen Unternehmen existiert. Darüber hinaus ist es natürlich auch sehr mühsam und schwierig, bestehende Backup-Strategien zu ersetzen. Daher ist es viel besser, wenn zukunftsgerichtete Backup-Philosophien diese existierenden Strategien vielmehr integrieren, und eben keine weiteren Inseln propagieren. Mit unserer »FreeStor«-Lösung lösen wir genau diese Herausforderung: Freestor nutzt einfach das, was bereits vorhanden ist, und modernisiert es lediglich.

  Woran sollten Administratoren in den Unternehmen arbeitet, um ihr Backup für den weiterhin tobenden Daten-Tsunami fit zu halten?

Smieja: Man sollte sich realistisch folgender Frage stellen: Angenommen, meine heutige Datenmenge wäre dreimal höher – kann ich das dann mit meiner existierenden Infrastruktur noch »gut« handeln? Wer diese Frage mit »leider nein« beantworten muss, sollte sich eher früher als später über skalierbare Lösungen informieren, die flexibel zu lizenzieren sowie Hardware-unabhängig sind, und die multiple Möglichkeiten der Datenreduktion sowohl im Backup als auch im Online-Storage beinhalten. Denn das Backup-Budget wird sicherlich eher nicht um das Dreifache mitsteigen…

  Disk-Backup-Systeme haben die Sicherung deutlich beschleunigt, trotzdem wird immer noch mehr Leistung benötigt. Wie sieht es Ihrer Sicht ein möglichst performanter Backup-Ansatz aus (Stichwort Caching)?

Smieja: Eine Falconstor-OBD-Lösung ist herstellerunabhängig, und das gilt auch für das darunter liegende Storage. Auch SSD-Technologie ist bereits im preislich freien Fall und wird daher früher oder später auch im Backup ankommen. Falconstor ist dafür bereits heute gerüstet und hat seine Technologie dahingehend fit gemacht.

  Wie sieht aus Recovery-Aspekten ein möglichst perfekter Mix aus, um größere Datenmengen wieder herzustellen?

Smieja: Das klassische Band ist die sogenannte »ast line of defense«-Bedingung. Wenn 70 Prozent der Restores spätestens am Folgetag angefragt werden, sollte dies zunächst aus einem Journal-basierten Snapshot geschehen, dann von einem B2D-Target, und zuletzt vom Band. Cloud-Restore ist ein weiterer geeigneter Ansatz für den, der zum Beispiel komplett auf ein physisches Band verzichten will. Falconstor bietet alle genannten Möglichkeiten an.“

  Weil Sie gerade auf die Cloud hinweisen – sie wird, vor allem von Cloud-Anbietern, als neue Auslagerungsalternative für Backup-Daten, Archivierung und Replikation propagiert. Wie sehen Sie diesen Ansatz? Ist das die Zukunft? Auch für große Enterprise-Organisationen mit richtig großen Datenbeständen?

Smieja: Bis 2013 war Cloud-Backup/-Restore noch längst keine »must have«-Bedingung. Seitdem hat sich dies allerdings positiv weiterentwickelt: Unternehmen sehen die Cloud heute als interessante Option, wenn auch mit Augenmaß und nur für ausgewählte Bereiche geeignet. Um ein wirkliches Cloud-basiertes Desaster-Recovery anzubieten, ist der Transport der Daten selbst ebenso wichtig wie Applikationen und Betriebssysteme – also der komplette Service.

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