12.05.2015 (eh)
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Interview mit Commvault: Daten zu klassifizieren wird wichtiger

Virtualisierung, Cloud, Software-defined Storage und Datenexplosion verändern die Rechenzentren. Hinzu kommt, dass der Großteil der Daten neuerdings unstrukturiert vorliegen wird – und somit nicht verwertbar ist. Zeitrahmen und Budget für Datensicherung und Backup laufen völlig aus dem Ruder. Wie die Zeitfenster für Backup-Prozesse weiter zu verkürzen und festgelegte Recovery-Ziele bestmöglich einzuhalten sind, darüber sprach speicherguide.de mit Michelle Stonebank, Director Channel Sales, Central Region bei Commvault Systems.

  Sind angesichts des rasanten Datenwachstums die bekannten Backup-Strategien vergangener Tage passe? Oder genügt es, bekannte Backup-Strategien lediglich anzupassen?

Michelle Stonebank, Director Channel Sales, Central Region, Commvault SystemsMichelle Stonebank, Director Channel Sales, Central Region, Commvault SystemsStonebank: Unsere Kunden sichern PByte an Daten auf die herkömmliche Art: Backup auf Disk und Tape. Die Integration von Snapshot-Technologien gewinnt rasant an Bedeutung. Das Interesse an Archivierung bleibt unverändert, vor allem beim E-Mail. Die Commvault-Strategie »Solving Forward« vergisst die klassischen Methoden nicht, integriert aber auch aktuelle Trends wie Backup-as-a-Service oder Backup und Restore in der Cloud.

  Müssen evtl. vollkommen neue Backup-Strategien, -Philosophien, -Strukturen oder gar -Architekturen entwickelt werden?

Stonebank: Aus der Sicht von Commvault ist es wichtiger, die vorhandenen Strategien und Architekturen zu vereinheitlichen, und damit größere Synergieeffekte zu gewinnen, als das bis jetzt bei den meisten Unternehmen der Fall ist. Eine zentrale Sicht auf alle Kopien der Daten, welcher Art auch immer, erlaubt mit deutlich weniger dieser Redundanzen auszukommen, um ein Beispiel zu nennen. Auch wird es immer wichtiger, die Daten zu klassifizieren: Was muss repliziert werden? Was wird über Snapshots gesichert? Was geht für zehn Jahre aufs Band?

  Woran sollten Administratoren in den Unternehmen arbeiten, um ihr Backup für den weiterhin tobenden Daten-Tsunami fit zu halten?

Stonebank: Wir verfolgen die Idee einer einheitlichen Datenmanagement-Lösung. Unser Produkt »Simpana« vereinheitlicht viele Aufgaben, die ein Administrator bis jetzt mit verschiedenen Produkten lösen musste. Ein Ansatz von Commvault ist, mit Simpana einen sogenannten Content-Store anzulegen, der Repliken von Produktivdaten (Backups, Archive) in globaler, deduplizierter Form vorhält, auf Wunsch auch verschlüsselt, auf den nicht nur die Administratoren, sondern auch Endbenutzer Zugriff haben. Mobiler Zugriff und Collaboration spielen hier eine immer wichtigere Rolle.

  Disk-Backup-Systeme haben die Sicherung deutlich beschleunigt, trotzdem wird immer noch mehr Leistung benötigt. Wie sieht aus Ihrer Sicht ein möglichst performanter Backup-Ansatz aus (Stichwort Caching)?

Stonebank: Wenn die Preise entsprechend fallen, spricht aus unserer Sicht nichts dagegen, anstatt Backup-to-Disk eine Art Backup-to-RAM zu machen. Beim Thema Deduplizierung empfehlen wir bereits SSD-Speichermedien für die Hash-Datenbank. Könnte diese auch im RAM liegen? Warum nicht. Die Simpana-Deduplizierungs-Architektur erlaubt einen Restore, auch ohne Hash-Datenbank.

  Woran erkennen Sie, dass sich in den Unternehmen die Datensicherung in einem Wandel befindet?

Stonebank: Der Trend zur weiteren Automatisierung und Modernisierung ist da. Backup in die Cloud kommt bei Unternehmen zum Einsatz. Auf Grund der zunehmenden Komplexitäten, heterogenen Landschaften und Trends wie Mobile und Cloud benötigen unsere Kunden eine Antwort auf Anforderungen wie die Verringerung der Komplexität, die Vereinheitlichung des Datenmanagements und die Verbesserung des Reportings – genau hier setzen wir mit unserer einheitlichen Simpana Platform an.

  Wie sieht aus Recovery-Aspekten ein möglichst perfekter Mix aus, um größere Datenmengen wieder herzustellen?

Stonebank: Snapshot und Replikation sind hier die Schlüssel-Technologien. Und der Teufel sitzt im Detail.

  Die Cloud wird – vor allem von Cloud-Anbietern – als neue Auslagerungsalternative für Backup-Daten, Archivierung und Replikation propagiert. Wie sehen Sie diesen Ansatz? Ist das die Zukunft? Auch für große Enterprise-Organisationen mit richtig großen Datenbeständen?

Stonebank: Bei Commvault ist der Anteil der Kunden, die beispielsweise in die Public-Cloud sichern, noch verhältnismäßig gering, aber die Tendenz ist steigend. Deswegen investieren wir hier sehr stark, vor allem was die Zusammenarbeit unserer Simpana-Suite mit Microsoft- oder Amazon-Cloud-Diensten anbetrifft. Den lokalen Anbietern (Backup as a Service) kommen wir mit einem entsprechenden Lizenzierungsprogramm entgegen.

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