15.06.2018 (Doc Storage)
3.9 von 5, (8 Bewertungen)

Was ist ein Host-Memory-Buffer (HMB)?

Leserfrage: HMB steht für Host-Memory-Buffer. Was ist das genau? Neue M.2-SSDs erreichen damit angeblich schnelle Transferraten und hohe IOPS. Kann man HMB losgelöst von NVMe betrachten oder gehören die beiden Techniken zusammen?

Antwort Doc Storage:

HMB ist ein neues Feature von NVMe, welches ab Version 1.2 unterstützt wird. HMB ermöglicht es SSDs ohne DRAM, den Hauptspeicher des Rechners zu nutzen und damit dieselbe Leistung zu erzielen wie SSDs mit integriertem Cache. Ein Vorteil dieser Technologie soll laut Herstellern ein wesentlich geringerer Preis und niedrigerer Stromverbrauch sein.

HMB unterstützt vor allem Anwendungen mit hohem Leistungsanspruch wie beispielsweise LRAB (Large-Random-Access-Buffers). Es bietet hierfür den Zufallszugriff auf Blöcke des Rechnerspeichers, wobei gleichzeitig auf alle Elemente des Puffers zugegriffen werden kann. Hierdurch wird vor allem die Latenzzeit verringert, weniger aber der Durchsatz erhöht. HMB erlaubt dem Rechner Zugriff auf den Speicher mit geringem Overhead, wodurch dieser wesentlich beschleunigt wird.

Aus Sicht des Controllers nutzt HMB dieselbe Schnittstelle wie der Hauptspeicher des Rechners mit den Methoden Schreiben, Daten Anfordern und Daten Empfangen. Die Größe eines HMB kann bis zu vier MByte betragen, wobei jeder Block auf das nächstliegende MByte angepasst wird.

Da HMB das DRAM lediglich als Cache, aber nicht als tatsächlichen Speicher nutzt, ist der Ausfall des Betriebssystems oder der CPU keine Gefahr für die im Puffer vorhandenen Daten. In diesem Fall läuft die SSD wie ein »gewöhnlicher« DRAM-loser Speicher weiter. Gleiches geschieht auch in dem Fall, wenn die CPU den durch HMB genutzten Speicherbereich zurückfordert. Die Spezifikationen sagen dazu: »The controller shall ensure that there is no data loss or data corruption in the event of a surprise removal while the Host Memory Buffer feature is being utilized.« Somit lässt sich der HMB nicht als Write-Back-, sondern »nur« als Write-Through-Cache nutzen.

Gruß
Doc Storage

Stellen Sie Ihre Frage
Doc. tec. Storage beantwortet alle Ihre technischen Fragen zu Storage, Backup & Co.

Stellen Sie Ihre Frage an: DocStorage@speicherguide.de

Mehr von Doc. tec. Storage 28.08.2020 Kommt mit QLC-Flash das Ende hybrider Speichersysteme?

Die ersten Arrays mit QLC-Flash-Technologie kommen auf den Markt. Einige Hersteller prophezeien durchaus vollmundig das Ende von hybriden Speichersystemen, also solchen mit Flash und Festplatten. Ist dieses Ende tatsächlich absehbar oder wie sieht die Zukunft in diesem Bereich aus?


21.08.2020 Mehr in die Zukunft agieren, weniger jammern

Jammern ist gerade irgendwie in Mode. Der Virus, der Markt, die Geschäfte – natürlich ist es aktuell schwierig. Für die Kunden gestaltet sich vieles aber positiv, braucht es doch weniger Manpower, um Produkte und Lösungen in Betrieb zu nehmen. Das macht sich im Geldbeutel bemerkbar. IT-Anbieter müssen künftig nicht nur in Studien in die Zukunft schauen, sondern sich generell schneller anpassen und auf neue Gegebenheiten reagieren.


07.08.2020 Marktstudien: Ergebnisse meist zu offensichtlich

Marktstudien belegen in der Regel bekannte Trends, mehr nicht. Wirkliche Erkenntnisse oder Neues fördern sie, laut Doc Storage, nicht zu Tage. Dies belegt er anhand zweier aktueller Beispiele: Die Analysekriterien sind schwammig, die Argumente eher fadenscheinig und die Resultate offensichtlich. Zudem sei fragwürdig, in wie weit Sponsoren die Ergebnisse beeinflussen.


31.07.2020 Business-Continuity: Zu viele Firmen unvorbereitet auf K-Fall

Jüngste Studien sprechen von einem steigenden Bewusstsein in Sachen Business-Continuity. Doc Storage kann den Zahlen allerdings wenig positives abgewinnen, denn noch nicht mal zwei Drittel aller Unternehmen besitzen einen Business-Continuity-Plan und fast die Hälfte verfügt über keine fest definierte Rückkehrmaßnahmen. Aus seiner Sicht ist es erschreckend, wie viele Firmen und IT-Abteilungen nicht auf einen Katastrophenfall vorbereitet sind.


24.07.2020 Ist Archiving-to-the-Cloud heute bereits sinnvoll?

Unsere Archivierungs-Hardware bedarf der Erneuerung. Bislang setzten wir auf LTO-6-basierende Tape-Librarys. LTO-7 haben wir bisher übersprungen. Nun stünde LTO-8 an. Aber es gäbe auch Archiving-to-the-Cloud. Macht es Sinn, sich damit ernsthaft zu befassen oder raten Sie weiterhin On-Premises?


17.07.2020 EU/US-Privacy-Shield: Datenaustausch nicht mehr rechtens

Das EuGH erklärt das EU/US-Privacy-Shield für unwirksam. Damit ist die Hauptgrundlage für Datentransfers zwischen der EU und den USA nicht mehr gültig. Für unseren Doc Storage ist dies keine Überraschung, weil jeder klardenkende EU-Bürger wusste, dass die US-Behörden am Schutz unserer Daten nicht wirklich interessiert waren. Lesen Sie hier seine generelle Einschätzung zur Thematik.

powered by
N-TEC GmbH FAST LTA
Cloudian Fujitsu Technology Solutions GmbH
Infortrend Zadara
Folgen Sie speicherguide.de auch auf unseren Social-Media-Kanälen
Folgen Sie und auf Facebook Folgen Sie und auf YouTube Folgen Sie und auf Twitter