Vorsicht vor RAIDs ohne USV-Absicherung
Leserfrage: Wir sind dabei unsere Speichersysteme ausfallsicherer zu gestalten. Dazu gehört auch, dass den Storage-Systemen nun endlich eine USV spendiert werden soll. Wie ermittelt man, welche USV benötigt wird? Wird zwingend eine USV pro Array verwendet oder kann eine USV auch mehrere Systeme abdecken? Muss man beim Anschluss einer USV an Storage speziell etwas beachten?
Antwort Doc Storage:
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung ist bei allen Arrays anzuraten. Da jedes Speichersystem über einen Schreib-Cache verfügt und dieser in den seltensten Fällen batteriegeschützt ist, gehen bei plötzlichem Verlust der Versorgungsspannung die letzten, noch nicht auf Platte geschriebenen Änderungen (»pending writes«) verloren. Bei geöffneten Dateien kann dies sogar zu deren Beschädigung führen. Aber eine moderne USV kann nicht nur vor vollständigem Spannungsverlust schützen. Viele Geräte erhöhen oder senken bei Bedarf die abgegebene Spannung auf den normalen Wert, schützen also sowohl vor zu niedrigen als auch vor zu hohen Spannungen. Zudem können sie bei Verlust der externen Stromversorgung angeschlossene Rechner und Speichersysteme über serielle Schnittstellen kontrolliert herunterfahren und die Dateisysteme so vor Beschädigung bewahren.
Ob nun ein oder mehrere Speichersysteme an eine USV angeschlossen werden, hängt von der abgegebenen Anschlussleistung in VA ab. Haben Sie einen Rechner mit einem 350-Watt-Netzteil und zwei Speichersysteme mit jeweils 500 Watt, ist es ratsam, eine USV mit mindestens 1,5 kVA (= Abdeckung von bis zu 1.500 Watt) anzuschaffen. Den seriellen Anschluss der USV sollte man dann zum automatischen Herunterfahren des Rechners nutzen, um damit auch die Dateisysteme zu schließen.
Gruß
Doc Storage