19.10.2018 (Doc Storage)
4.1 von 5, (8 Bewertungen)

NAS: Wie viele Volumes sind sinnvoll?

Leserfrage: Ich habe gerade ein NAS QNAP TVS-951x-2G mit drei 4-TByte-SATA-Platten (WD RED) erworben. Die drei HDD habe ich zu einem RAID-5-Speicher-Pool, also einer logischen Platte, zusammengefasst. Automatisch wurde ein einziges Volume angelegt.

Nun stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, mehrere Volumes anzulegen, vielleicht auch aus Datenschutzerwägungen heraus, wenn vom Internet auf das NAS zugegriffen werden soll. Ich habe dabei überlegt ob es sinnvoll ist, je ein Volume für

  • virtuelle Betriebssysteme auf dem NAS, also Windows, MacOS,
  • beruflich genutzte Daten, wie zum Beispiel Präsentationen, Fortbildungen,
  • privat genutzte Daten, wie zum Beispiel Krankenkassendaten, Kontoauszüge,
  • eventuell mit anderen zu teilende private Daten, wie Fotos, Videos, Filme, Bücher, Musik einzurichten.

Welchen Vorteil böte das? Wenn man einem Freund Zugriff auf Fotos gibt (z.B. Webserver mit Website) auf einem Volume, oder ein Teamlaufwerk einrichtet, sind dann die anderen Volumes besser abgeschottet, als wenn man nur ein Volume hat? Kann ich als Administrator dann trotzdem Daten zwischen Volumen einfach übertragen?

Welche Größe sollte ich für die Volumes - falls sinnvoll-, z.B. Betriebssysteme, oder vielleicht auch Applikationen, ansetzen? Könnte man alle Apps dann auch auf ein bestimmtes Volume installieren? Macht eine Verschlüsselung Sinn, wenn ja für welche Daten?

Antwort Doc Storage:

Hallo! Hier dann die Antworten auf Ihre Fragen:

1. Nun stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, mehrere Volumes anzulegen, vielleicht auch aus Datenschutzerwägungen heraus, wenn vom Internet auf das NAS zugegriffen werden soll. (…) Welchen Vorteil böte das?

Heutige Speichersysteme bieten die Möglichkeit, auch innerhalb der dort angelegten Dateisysteme (also innerhalb eines Volumes) Zugriffsrechte auf einzelne Ordner und sogar auf einzelne Dateien sehr sicher bestimmten Nutzern zuzuordnen. Um allerdings Zugriffsversuche durch nicht berechtigte Nutzer zu verhindern, empfiehlt sich das Anlegen und Freigeben einzelner Volumes für verschiedene Zwecke, wie auch schon von Ihnen beschrieben. Hiermit wird nicht berechtigten Nutzern die Sicht auf private Daten vollkommen verwehrt, und auch der Zugriff auf diese Laufwerke wird wesentlich erschwert.

Anzeige

2. Kann ich als Administrator dann trotzdem Daten zwischen Volumen einfach übertragen?
Der Dateitransfer zwischen einzelnen Volumes kann auf zwei Arten passieren – einmal innerhalb des Speichersystems, falls Ihnen die entsprechende Firmware, also das Betriebssystem des Arrays, nicht nur die Volumes und Ordner, sondern auch die Dateiinhalte darstellen kann. Diese sollten dann mithilfe einer entsprechenden Anwendung der Firmware kopiert oder bewegt werden können. Falls eine solche Möglichkeit nicht zur Verfügung steht, können Sie als Administrator natürlich Quell- und Zielvolume an einem Rechner als Laufwerk mounten und dann die gewünschten Dateien kopieren bzw. bewegen.

3. Welche Größe sollte ich für die Volumes (falls sinnvoll), z.B. Betriebssysteme, oder vielleicht auch Applikationen, ansetzen?
Die Größe der Volumes ist mit heutigen Dateisystemen zweitrangig. Allerdings gibt es auch heute noch – vor allem kleinere – Arrays, deren Firmware nicht in der Lage ist, mehr als zwei TByte für ein Laufwerk zu verwalten. Auch manche Windows-Versionen haben diese Einschränkung. Wenn Sie also den Einsatz solcher Systeme an Ihrem Array planen, sollten Sie von maximalen Größen von zwei TByte ausgehen. Im Ende ist es ja gleichgültig, ob Sie ein größeres Laufwerk mit mehreren Ordnern oder mehrere 2-TByte-Volumes auf Ihrem System einrichten.

4. Könnte man alle Apps dann auch auf ein bestimmtes Volume installieren?
Hier beziehe ich mich auf die Antworten zu 1 bis 3. Natürlich können Sie Ihre Applikationen auf einem Volume unterbringen, wenn Sie hiermit – falls zutreffend – die 2-TByte-Grenze nicht überschreiten.

5. Macht eine Verschlüsselung Sinn, wenn ja für welche Daten?
Natürlich macht eine Verschlüsselung Sinn – allerdings nur für die Volumes, auf denen sich individuelle Daten befinden, also selbst von Ihnen erzeugte Bilder, Filme, Texte oder Datenbankinhalte. Eine Verschlüsselung der Volumes, die Standarddaten enthalten, wie Betriebssysteme und Anwendungen macht weniger Sinn, da sich diese Daten von Dritten auch ohne Verschlüsselung wiederherstellen lassen könnten. Allerdings werden auch vor allem in den Betriebssystemordnern individuelle Dateien und Ordner zu Benutzern und Zugangsdaten angelegt, so dass Sie auch für diese eine Verschlüsselung in Erwägung ziehen können.

Gruß
Doc Storage

Stellen Sie Ihre Frage
Doc. tec. Storage beantwortet alle Ihre technischen Fragen zu Storage, Backup & Co.

Stellen Sie Ihre Frage an: DocStorage@speicherguide.de

Mehr von Doc. tec. Storage 29.05.2020 Ein RAID ersetzt kein Backup

Im NAS-System einer unserer Leser ist eine HDD ausgefallen. Während des Rebuilds auf eine neue Festplatte kommt es zum Supergau und es fällt auch die zweite der beiden ursprünglichen RAID-1-Platten aus. Der Nutzer hatte diese Konfiguration extra aus Gründen der Datensicherheit gewählt. Da bleibt Doc Storage leider nur eine Antwort: Ein RAID ersetzt kein Backup.


15.05.2020 Doc Storage: »Ich vermisse den Gegenwind«

Doc Storage ist fassungslos, fast sogar ein kleinwenig sprachlos. Na ja, nicht ganz, Sie kennen ihn ja. Nachdem er den Einfluss der Coronakrise auf die IT ausführlich und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet hat, inklusiver einiger steiler Thesen, ist es ihm hier eindeutig zu ruhig. Da hatte er sich mehr Gegenwind erwartet. Liebe Leser, unser Doc hat Ihnen etwas zu sagen…


08.05.2020 HPC-Speicher: schnell & sicher schließen sich meist aus

Doc Storage nimmt sich in seiner Kolumne unter anderem die HPC-Studie von Hyperion Research vor. High-Performance-Computing hat aus seiner Sicht klar den Auftrag schnell zu sein. Die von den Marktforschern geforderte Ausfallsicherheit, wäre kein Problem, wenn die Firmen genug Geld ausgeben würden. Ansonsten gehe ein Mehr an Sicherheitsmaßnahmen immer zu Lasten der Leistung.


30.04.2020 Cloud vs. On-Premises: Wichtige Daten nur inhouse speichern

Wer daran denkt, wichtige Daten in die Cloud auszulagern, sollte sich nicht fragen, wie hoch die Einsparungen gegenüber On-Premises ausfallen, sondern was es kosten wird, sollten die Daten kompromittiert werden. Der Cloud-Act ist zwar eine reale Gefahr, letztendlich ist aber jeder halbwegs begabte Hacker eine Bedrohung. Laut Doc Storage kann der Rat daher nur lauten: »Behalten Sie Ihre Daten inhouse mit maximalen Sicherheitsvorkehrungen«.


24.04.2020 Corona/IT Teil 3: Die Zeit nach Corona: Ein Blick in die Zukunft

Wann auch immer die Einschränkungen aufgehoben werden, es wird eine Zeit danach geben. Und darin ist sich Doc Storage sicher, naja, er hofft es, es wird vieles nicht mehr so sein wie vorher. Möglicherweise stellen Firmen fest, dass es mit weniger Hard- und Software genauso gut geht, ohne externe Berater und einem wesentlich geringeren Budget. Und die Ersparnis darin liegt, die IT vor allem intern zu regeln.


03.04.2020 Corona & IT Teil 2: Bedeutet das Virus das Ende der Edel-EDV?

Sed tempora mutantur, et nos mutamur in illis – Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen fördern auch in der IT neue Arbeitsweisen, Sichtweisen und Möglichkeiten hervor. Zu den Erkenntnissen gehört für unseren Doc Storage, es geht auch einfacher. Daher prophezeit er ein Umdenken in den IT-Abteilungen und damit das Ende der Edel-EDV.

powered by
Zadara Itiso GmbH
Fujitsu Technology Solutions GmbH Infortrend
N-TEC GmbH FAST LTA
Folgen Sie speicherguide.de auch auf unseren Social-Media-Kanälen
Folgen Sie und auf Facebook Folgen Sie und auf YouTube Folgen Sie und auf Twitter