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Lohnt sich ein SSD-Einsatz in SoHo-NAS-Systemen?

Leserfrage: Flash-Medien stehen derzeit hoch im Kurs, nicht nur im Enterprise-Bereich, sondern auch bei Desktops. Wie sieht es nun aus, wenn man SSDs in NAS-Systeme mit zwei, drei oder bis zu sechs Plateneinschüben verbaut? Lohnt sich die Investition? Verbessert es die Leistung merklich oder wird das heimische Netzwerk zum Flaschenhals?

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Antwort Doc Storage:

Nach unseren Erfahrungen wird die Leistungsfähigkeit eines kleineren SMB-Systems mit weniger als acht Einschüben nicht hauptsächlich von der Performance der verbauten Platten, sondern größtenteils von der Kapazität des verbauten Hauptspeichers bestimmt. Dieser wird in solchen Systemen als Cache verwendet, und je mehr Daten in diesem Zwischenspeicher Platz finden, desto schneller können entsprechende Leseanfragen bedient werden. Da es sich um DRAM handelt, welches direkt im Zugriff der CPU liegt, ist dieses Medium nochmals deutlich schneller als jedes heute verfügbare SLC- oder MLC-Laufwerk.

Darüber hinaus wird die Leistung durch die verwendeten Schnittstellen nochmals eingeschränkt. Während die Platten selbst, egal ob SAS oder SATA, auf 6 Gbit/s (also 768 MByte/s) pro Bus beschränkt sind, verfügen fast alle Systeme dieser Klasse lediglich über eine, maximal zwei Ethernet-Schnittstellen mit jeweils 1-Gbit/s-Bandbreite, können also nur zwischen 128 und 256 MByte/s transportieren.

Wenn Sie also beispielsweise für Datenbanken oder andere transaktionslastige bzw. bandbreitenhungrige Anwendungen die entsprechende Leistung benötigen, sollten Sie entweder über eine lokale Installation der entsprechenden Laufwerke im Server selbst mit entsprechendem RAID-Schutz oder aber über die Anschaffung eines Speichersystems mit breiterer Anbindung (z.B. Infiniband mit 40 Gbit/s oder Arrays mit mehr als zwei Schnittstellen) nachdenken. In diesen Systemen lohnt sich dann auch die Investition in Flash-Medien – in SoHo-Arrays eher nicht.

Gruß
Doc Storage