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Herausforderungen für VDI-Konzeptionen

Schwergewichtige Anwendungen, mangelhafte Netzwerkanbindung, Voice over Virtual Desktop Infrastructure (VDI), Offline-Betrieb und ein dynamischer Applikations-Mix – diese fünf Faktoren gelten als die großen Herausforderungen für den Einsatz einer VDI. Wer all seine Desktops über eine VDI betreiben will, der muss in diesen Bereichen vorsichtig planen.

Typische Architektur für eine VDI-Implementierung; Quelle: VMware
Typische Architektur für eine VDI-Implementierung; Quelle: VMware
Eine Virtual Desktop Infrastructure (VDI) eignet sich als optimaler Ansatz, um für einen begrenzten Satz von Anwendungsbereichen für die Benutzer die IT-Arbeitsplätze bereitzustellen. Sitzen die Mitarbeiter im Unternehmen und haben sie permanent Zugriff auf das schnelle LAN, dann gilt das als ein passender Anwendungsfall. Andere Charakteristika sind ein relativ statischer Applikationsmix, den die Benutzer benötigen und Applikationen, die als weniger Ressourcen-intensiv gelten. Probleme treten beim VDI-Einsatz vor allem in fünf Bereichen auf, die man in seiner Konzeption zuerst klar bestimmen sollte.

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Problemfeld Netzwerkanbindung

Wenn es um die Netzwerkanbindung im Rahmen einer VDI geht, sind zuerst die Netzwerkprotokolle zu beachten. Das »Remote Desktop Protocol« (RDP) von Microsoft oder das ICA (»Independent Computing Architecture«) von Citrix etwa zeichnen sich durch relative geringe Anforderungen an die Übertragungs-Bandbreite aus. Doch es kommt bei der Netzwerkanbindung immer noch ein zweiter Faktor ins Spiel, die »Latency« (also die Zeitverzögerung, die zwischen einer Aktion wie einem Mausklick und der zugehörigen Reaktion) des Netzwerks.

In Bezug auf diesen Faktor sind diese Protokolle allerdings nicht so »nachsichtig«. Das liegt in der Natur der Aktionen, die ausgeführt werden: Bei der Texteingabe in ein Dokument, beim Verschieben von Fenstern oder beim Klicken mit der Maus sollte die entsprechende Reaktion quasi unmittelbar erfolgen. Liegen dagegen zwischen Aktion und der entsprechenden Reaktion Zeitspannen von 200 bis 300 Millisekunden, dann wird das von der Anwenderseite nicht mehr akzeptiert. Hier helfen üblicherweise Zwischenspeichertechniken (Caches) etwas, doch das lindert das grundlegende Problem nur ein wenig.

Applikationen als Ressourcen-Killer

Die Kostenvorteile einer VDI ergeben sich – wie das auch bei der Server- und Storage-Virtualisierung der Fall ist – aus der Konsolidierung: Mehr virtuelle Einheiten – sprich VMs (Virtual Machines) laufen auf einer geringeren Anzahl von physischen Systemen. Das fordert zum einen die Administratoren – sie müssen viel genauer die Performance der Systeme überwachen, damit es nicht zu Engpässen kommt. Doch wenn nun Ressourcen-fressende Applikationen zu unterstützen sind, dann reklamieren diese Anwendungen die vorhandene Hardware recht schnell für sich und die vorherige Verteilung von VMs auf ein System verliert recht schnell ihr Gleichgewicht. Zu diesen Ressourcen-Killern gehören Adobe Flash, Multimedia-Applikationen, Tools aus dem Bereich CAD/CAM oder aber Programme zur Bildbearbeitung.

Daher muss man bei derartigen Konstellationen seine Konsolidierungsraten genau im Auge behalten und unter Umständen nachbessern. Im schlimmsten Fall empfiehlt es sich sogar, derartige Anwendungen gar nicht über eine VDI zur Verfügung zu stellen und lieber einen Mischbetrieb in Kauf zu nehmen.

Kommunikationstechnologie über VDI

Hier sind zuerst die Anforderungen einer »sauberen« Kommunikation zu nennen: Wenn sich mehrere Personen über ein Videoconferencing-System unterhalten, darf es nicht zu Situationen kommen, wie sie etwa bei einer Satelliten-Telefonverbindung auftreten: Die Verzögerung durch die Leitung machen eine sinnvolle Kommunikation meist unmöglich. Dieses Problem wurde bereits im ersten Punkt angesprochen.

Eine zweite Problemstellung ergibt sich hier wegen der Dynamik bei derartigen Anwendungen. Eine Kommunikation mit zum Beispiel 15 Teilnehmern kann noch recht gut funktionieren. Doch wenn dann eine weitere Person dazu kommt, wird die Kommunikation so gut wie unbrauchbar. Das liegt an den verschiedenen Hardware-Ressourcen: Wenn sie in den Bereich einer hohen Auslastung kommen, werden die Anforderungen »schonungslos« gekappt –sprich alle Teilnehmer werden dann in Mitleidenschaft gezogen.

Dynamik im Applikations-Mix

Bei einer VDI kann man auf die unter Umständen sich schnell ändernden Anforderungen nach Applikationen zügig reagieren. Hier haben »Streaming-Techniken« bewiesen, dass die Applikationen sich auf diese Art auf den betreffenden Desktop bringen lassen. Doch dazu ist ein Vorbehandeln der Anwendungen nötig. In einer sogenannten Packaging-Phase muss der Administrator die Software für diese Einsatzweise anpassen. Das kostet Zeit und somit auch Geld.

Noch schwieriger wird die Angelegenheit, wenn man die Aktualisierungen derApplikation noch berücksichtigt: Für das Patchen oder das Aufspielen eines Servicepacks für die Anwendung muss man in der Regel das komplette Packaging neu ausführen.

Offline-Betrieb braucht besondere Aufmerksamkeit

Vorbei sind die Zeiten, zu denen die Benutzer im Unternehmen einen festen Arbeitsplatz hatten. Mobilität gilt heute in vielen Bereichen als ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Daher haben sich mobile Endgeräte, wie Notebooks oder Tablet-PC beziehungswiese auch die modernen Devices wie iPADs oder Smartphones, mittlerweile durchgesetzt. Will man für diese Klientel eine VDI aufsetzen, kommen erneut aufwändige Zusatzmechanismen in die Gleichung: Es sind zumeist Ein- und Auscheckvorgänge nötig, um eine saubere Synchronisation der teilweise Offline-Desktops zu unterstützen.

Bei diesem Ein-/Auschecken handelt es sich in der Regel um das Hin- und Herkopieren des kompletten Desktop-Images: Das sind dann gerne Werte um die 40 GByte pro Desktop – das lässt sich üblicherweise nicht so schnell erledigen. Hierbei kann zwar ein sogenanntes Delta-Verfahren den Aufwand reduzieren, da in diesem Fall nur die Änderungen übertragen werden müssen. Doch je nach Änderungsvolumen kann das Synchronisieren immer noch zu einem unerwünschten Zeitaufwand führen. Dazu kommt noch die Frage der Sicherheit. Denn über die Offline-Desktops lässt sich auch Malware in das Unternehmensnetzwerk einschleusen, wenn man keine geeigneten Vorkehrungen trifft.