Wasabi übernimmt Lyve-Cloud-Geschäft von Seagate
Wasabi Technologies übernimmt das Cloud-Storage-Angebot Lyve Cloud von Seagate. Im Zuge der Transaktion beteiligt sich Seagate an Wasabi. Ziel ist es, die Position im Enterprise-Cloud-Storage-Markt auszubauen und Kunden weiterhin zu unterstützen. Finanzielle Details wurden nicht veröffentlicht.
Das Cloud-Storage-Unternehmen Wasabi Technologies übernimmt das Cloud-Geschäft Lyve Cloud von Seagate Technology. Bestandteil der Vereinbarung ist eine Kapitalbeteiligung von Seagate an Wasabi. Angaben zum Kaufpreis oder weiteren finanziellen Rahmenbedingungen machten die beteiligten Unternehmen nicht.
»Mit der Übernahme bauen wir unsere Position im Markt für Cloud Storage weiter aus«, erklärt David Friend, Mitgründer und CEO von Wasabi Technologies. »Seagate hat für Lyve Cloud eine etablierte Enterprise-Kundenbasis aufgebaut, die wir in unserem Kundenkreis willkommen heißen. Unser Ziel ist es, diese Kunden mit unserem globalen Netzwerk an Rechenzentren, Sicherheitsfunktionen wie Covert Copy, KI-gestützten Funktionen sowie Integrationen und technischem Support zu unterstützen.«
Seagate fokussiert sich auf Massenspeicher
Für Seagate steht die strategische Neuausrichtung im Vordergrund. Das Unternehmen konzentriert sich künftig stärker auf sein Kerngeschäft im Bereich Speicherhardware.
»Die Transaktion spiegelt unsere strategische Fokussierung auf das Kerngeschäft im Bereich Massenspeicher wider«, sagt Gianluca Romano, Chief Financial Officer von Seagate. »Gleichzeitig stellen wir sicher, dass Lyve Cloud-Kunden weiterhin unterstützt werden. Künftig übernimmt dies Wasabi als unabhängiger Cloud-Storage-Anbieter.«
Begrenzte Marktwirkung in Deutschland und offene Souveränitätsfragen
Global betrachtet ist die Transaktion strategisch nachvollziehbar. Für den deutschen Markt bleibt sie jedoch vorerst von nachrangiger Bedeutung. Nach Einschätzung der speicherguide.de-Redaktion war das Geschäft von Lyve Cloud hierzulande zwar präsent, insgesamt jedoch eher als Nischenangebot positioniert.
Wasabi profilierte sich bislang vor allem als preislich attraktiver Anbieter im Umfeld S3-kompatibler Object-Storage-Lösungen und gilt als Alternative zu Hyperscalern wie wie AWS, Azure oder Google Cloud.
Wir gehen davon aus, dass der Zusammenschluss der beiden US-Unternehmen die Marktdynamik in Deutschland oder Europa kurzfristig spürbar verändert. Beide Firmen unterliegen der US-Jurisdiktion, die aus europäischer Sicht datenschutzrechtlich sensibel ist, etwa im Kontext des US-Cloud-Act. Für Unternehmen mit Fokus auf digitale Souveränität und regulatorische Anforderungen bleiben daher europäische Anbieter und entsprechende Architekturansätze weiterhin ein zentraler Bestandteil der Bewertung.