23.06.2017 (eh)
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Phishing-E-Mails: Das sind die Lieblingsfirmen der Spammer

  • Inhalt dieses Artikels
  • Auch Online-Dating oder Finanzanbieter sind beliebte Absender
  • Verbreitet wird mit Phishing-E-Mails meist Ransomware, Keylogger oder Bank-Trojaner
  • Tipps: so wird die Ausbreitung von Malware per Spam eingedämmt

Viele Hightech-Großunternehmen, aber auch Online-Dating oder Finanzanbieter sind beliebte Phishing-E-Mail-Absender (Quelle: F-Secure)Viele Hightech-Großunternehmen, aber auch Online-Dating oder Finanzanbieter sind beliebte Phishing-E-Mail-Absender (Quelle: F-Secure)Was Malware und Cybercrime-Angriffsvektoren anbelangt, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Exploit-Kits legen momentan den Rückwärtsgang ein. Die schlechte: Der Versand von Spam bzw. von Phishing-E-Mails wächst wieder in der Gunst der Kriminellen. Ein beliebter Trick der Spammer ist es, sich als legitimes Unternehmen auszugeben und die Empfänger damit über den schädlichen Inhalt zu täuschen. Für das erste Halbjahr 2017 veröffentlicht das Security-Unternehmen F-Secure jetzt eine Rangliste der beliebtesten gefälschten Absender.

Die Liste enthält die Namen von Schwergewichten wie Microsoft, Amazon oder Apple. Das zeigt deutlich: Je größer der Name, desto verlockender der Missbrauch in Spam-Mails. »So viele Leute nutzen die Dienste oder Produkte dieser großen Unternehmen, entsprechend macht es für die Kriminellen Sinn, diese bekannten Namen zu missbrauchen«, erläutert Rüdiger Trost, Head of Cyber Security Solutions bei F-Secure Deutschland.

Auch Online-Dating oder Finanzanbieter sind beliebte Absender

Neben den Größen aus dem Tech-Bereich bevorzugen Spammer aber auch Angebote aus dem Bereich Online-Dating (etwa Match.com) oder Finanzanbieter wie PayPal und Giropay. Auch Lieferdienste wie UPS stehen weit oben auf ihre Liste, oft setzen die Kriminellen auf vermeintliche Versandbenachrichtigungen.

»Für Spammer sind Social-Engineering-Attacken leichter als jemals zuvor«, sagt Trost. »Der E-Commerce ist inzwischen so weit verbreitet, dass eine einfache E-Mail mit dem Betreff ‚Ihre Bestellung konnte nicht zugestellt werden!‘ oft schon ausreicht. Bei der schieren Masse an ausgeliefertem Spam ist es fast garantiert, dass ein Teil der Empfänger tatsächlich auf Waren wartet. Und genau dieser Zusammenhang hebelt oft alle gelernten Vorsichtsmaßnahmen aus.«

Verbreitet wird mit Phishing-E-Mails meist Ransomware, Keylogger oder Bank-Trojaner

In den Anhängen der gefälschten E-Mails steckt oft Schadsoftware wie etwa Ransomware, Keylogger oder Bank-Trojaner. Während sie vordergründig angeben, legitime Produkte zu verkaufen, versuchen sie im Hintergrund an sensible Daten, wie etwa Kreditkarteninformationen zu gelangen. Andere Phishing-E-Mail-Kampagnen haben den Diebstahl von Zugangsdaten als Ziel.

Lange Zeit waren Exploit-Kits die bevorzugten Angriffswaffen der Kriminellen. Diese versteckten sich auf gehackten oder bösartigen Webseiten und attackierten Besucher automatisch durch Schwachstellen im genutzten Browser. Mit dem Rückgang von Zero-Day-Schwachstellen und immer kürzeren Update-Zyklen von genutzten Programmen geht diese Art des Angriffs allerdings zurück. Parallel dazu wächst die Anzahl an E-Mails mit bösartigem Inhalt – auch Kriminelle unterwerfen sich dem Marktzwang.

Tipps: so wird die Ausbreitung von Malware per Spam eingedämmt

Laut Trost wird sich das so schnell nicht ändern. Daher hat er drei Tipps für IT-Verantwortliche parat, um die Ausbreitung von Malware per Spam einzudämmen:
► Müssen Nutzer wirklich ZIP-Dateien verschicken? Cloud-Dienste erlauben das sichere Teilen von Inhalten. Der Einsatz solcher Dienste erlaubt es, den Empfang von ZIP-Dateien komplett zu verbieten. Diese Maßnahme schließt eine der häufigsten Infektionswege.
► In Office sollte der Einsatz von Makro-Skripten deaktiviert werden.
► Trennen Sie jscript von Code, der tatsächlich auf der Maschine ausgeführt wird.

Rund um Phishing-E-Mails hat übrigens speicherguide.de ein kostenlos herunterladbares White-Paper zusammengestellt: 16 Tipps, dem E-Mail-Betrug zu entgehen. Dort finden Sie noch mehr Tipps, Hintergründe und einige hilfreiche weiterführende Links.

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